Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Empirische Studie zu Gottesdienst und Familien in der EVLKS erschienen


13 Jan. 2026

Gottesdienste sind attraktiv, wenn sie auf Bedürfnisse von Familien zugeschnitten sind oder Familienmitglieder mitwirken

DRESDEN / LEIPZIG – Im Auftrag der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens hat ein sechsköpfiges Projektteam unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Deeg und Dr. Kerstin Menzel von der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig familiale Logiken des Gottesdienstbesuches untersucht. Der knapp 170-seitige Forschungsbericht liegt nun vor. Mit der Studie werde eine Leerstelle in der liturgiewissenschaftlichen Forschung geschlossen, betonen die Autoren: »Erstmals werden Bedarfe und Erwartungshaltungen von Familien mit Kindern so konkret in Bezug auf den Gottesdienst in den Blick genommen.«

Gefragt wurde einerseits danach, warum und wie Familien gern am Gottesdienst teilnehmen. Andererseits wollte das Projektteam herausfinden, wie Gottesdienste für Familien und mit Familien bereits gestaltet werden bzw. was sich Familien in einem Gottesdienst wünschen.

Das Projektteam ging von der Annahme aus, »dass Kinder nicht erst in eine Erwachsenenwelt des Glaubens und ihre Praxis hineinwachsen müssen, sondern als Kinder Gottesdienst feiern«. Ziel der Studie war es daher, »Logiken des Gottesdienstfeierns von Familien mit Kindern zu erkunden, um die liturgische Praxis zu orientieren und anzuregen«.

Dafür wurden in einem sequenziellen Mixed-Method-Verfahren zunächst qualitative Leitfadeninterviews in vier ausgewählten Kirchenbezirken der sächsischen Landeskirche durchgeführt. Anschließend hat die Landeskirche mehr als 24.000 evangelische Haushalte mit Kindern auf ihrem Gebiet angeschrieben und diese zu einer Online-Befragung eingeladen. Ausgewertet werden konnten die Antworten von 2.101 Familien, was 8,5% der Grundgesamtheit entspricht und die Studie als repräsentativ qualifiziert.

»Die rege Teilnahme und die uns erreichende Resonanz zeigt, dass Eltern sich zur Gestaltung einer Kirche mit und für Familien äußern wollen und es sich lohnt, direkt mit ihnen zu sprechen, um ihre Bedürfnisse und Wünsche zu hören.«, so Prof. Dr. Deeg. Dr. Kerstin Menzel ergänzt: »Die familiäre Sozialisation hat einen hohen Einfluss für die spätere eigene Religiosität. Deshalb ist es nötig, den Blick grundlegend auf Kinder und Familien zu richten, deren Bedürfnisse, Logiken und Erwartungen wahrzunehmen und entsprechend mit ihnen gottesdienstliches Leben zu gestalten.«

Die Studienergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Familien lassen sich ansprechen, wenn zum einen die Gottesdienstformate auf Bedürfnisse von Familien zugeschnitten sind und wenn zum anderen Familienmitglieder im Gottesdienst mitwirken. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass ehrenamtliches Engagement der Eltern in der Kirchgemeinde sowie die Teilnahme an kirchgemeindlichen Angeboten die Wahrscheinlichkeit der Gottesdienstteilnahme von Familien erhöhen. Sowohl die Kirchenmusik als auch die gemeindepädagogischen Angebote entfalten eine hohe Bindungskraft.

Bezüglich der gottesdienstlichen Elemente gehören Singen, Beten, Gesegnet werden zu den wichtigsten Grundvollzügen. Musikalische Vielfalt und die Sensibilität für gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Erwachsenen sind ebenfalls bei der Gestaltung familienfreundlicher Gottesdienste grundsätzlich in den Blick zu nehmen.

Der Bericht schließt mit konkreten Vorschlägen zur Liturgie sowie zur förderlichen Zusammenarbeit der an einem Gottesdienst mitwirkenden kirchlichen Berufen und Personen. Zugleich regt er an, gottesdienstliche Formate an kirchlichen Orten außerhalb der Kirchgemeinden in den Blick zu nehmen. Am Ende formuliert der Bericht mehrere Gesprächsimpulse für Kirchenvorstände, um neben der landekirchlichen Perspektive ein Bild der Situation konkret vor Ort zu erhalten. Insofern ist die Studie nicht nur den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Verkündigungsberufen zur Lektüre empfohlen, sondern auch Personen in kirchenleitenden Gremien.

Die Studie ist als digitales Dokument über den Publikationsserver der Universität Leipzig (Qucosa) abrufbar.

Prof. Dr. Alexander Deeg (Universität Leipzig), Dr. Peggy Renger-Berka (Landeskirchenamt), Dr. Martin Teubner (Landeskirchenamt) (v.l.n.r.); ebenfalls zum Projektteam gehören Frau Dr. Kerstin Menzel. Christian Boerger und Luise Maidowski

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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