Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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„Ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung“


29 Okt. 2024

Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre vor 25 Jahren

HANNOVER - Am Reformationstag 1999 wurde in der Pfarrkirche St. Anna zu Augsburg nach jahrelangen Verhandlungen die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ (GER) von dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Edward Idris Kardinal Cassidy, und dem Präsidenten des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof Christian Krause, unterzeichnet. Mit diesem Dokument hoben Protestanten und Katholiken ihre jahrhundertealten gegenseitigen Lehrverurteilungen zur Rechtfertigungslehre auf und bekundeten einen „Konsens in Grundwahrheiten“. Die GER ist bis heute das einzige ökumenische Konsensdokument in der westlichen Kirche, das offiziell anerkannt und bestätigt wurde.

Zum 25. Jahrestag der Unterzeichnung hebt die Generalsekretärin des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrerin Anne Burghardt, die Ausweitung der GER auf drei weitere Weltkirchen hervor: „Was als Bekenntnis von Lutheranern und Katholiken zu unserem gemeinsamen Fundament der Gnade und des Glaubens begann, hat sich zwischenzeitlich auf Methodisten, Reformierte und Anglikaner ausgeweitet. Wir sind vereint in dem Ziel, Christus in allen Dingen zu bekennen.“

Die Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des LWB und stellvertretende leitende Geistliche der VELKD, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, nennt die GER „ein Zeichen des Friedens und gelingender Versöhnung inmitten einer Welt, die unter Kriegen und vielfältigen Formen von Gewalt und Polarisierungen leidet, die die Menschheitsfamilie spalten“. Der „lange und oft nicht einfache Weg“ zur GER könne deshalb auch ein Modell dafür sein, „wie es gelingen kann, in einer gnadenlosen Zeit auf die Kraft der Gnade zu trauen, sie wirksam werden zu lassen und so wirklich menschlich zu leben“.

Der neue Catholica-Beauftragte der VELKD, Landesbischof Christian Kopp, versteht die GER „als Ansporn, auch in weiteren zentralen Fragen, wie etwa der gegenseitigen Anerkennung der kirchlichen Ämter und der gemeinsamen Feier der Eucharistie respektive des Abendmahls weiter voranzukommen“. Für den scheidenden evangelischen Vorsitzenden des Kontaktgesprächskreises der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, Kirchenpräsident Volker Jung, ist es ein Grund der Dankbarkeit, dass „alle fünf unterzeichnenden Kirchen die Gemeinschaft, die sich um die GER bildet, durch ihre eigenen Prägungen bereichert haben“. Heute erinnere das Dokument auch daran, wie wichtig es sei, „die unterschiedlichen Stimmen der Konfessionsfamilien zu hören und in die Suche nach mehr ökumenischer Gemeinsamkeit einzubeziehen“.

Hinweis: Den Wortlaut der GER finden Sie hier. Der LWB hat für ökumenische Feiern anlässlich des Jubiläums am Reformationstag eine Liturgie entwickelt.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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