Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Ein Traktor für die Ukraine


06 Sept. 2022

Projekt des Monats, damit die Initiative ‚Saat auf Hoffnung‘ weitergeht

LEIPZIG – Für die Ernährungssicherheit für Kriegsflüchtlinge und Dorfbewohner in der Westukraine sammelt das Gustav-Adolf-Werk (Leipzig) der EKD bundesweit Geld für einen Traktor. So sorgt sich die Reformierte Kirche in Transkarpatien um die Ernährungssicherheit in Dörfern, in denen wegen des Krieges Landwirte fehlen.

Eine Kirche bittet um einen Traktor? Auf dem ersten Blick scheint es abwegig. Doch es ist ein Versuch, Menschen im Kriegsland, darunter Binnenflüchtlinge, mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen.

In Transkarpatien im Westukraine liegen Felder brach, weil einige Männer aus den Dörfern in die Armee eingezogen wurden. Andere brachten sich mit ihren Familien im Ausland in Sicherheit. Es sind zu wenige arbeitsfähige Landwirte da. Das gefährdet die Lebensmittelversorgung auf den Dörfern, für alte Menschen, die zurückgeblieben sind, und für Geflüchtete, die aus den Kampfgebieten stammen.

Die reformierte Kirche mit ihrer Diakonie will diese Menschen versorgen. Sie hat die Flüchtlinge in Gemeindehäusern, Schulen und Kindergärten untergebracht. Sie bäckt Brot für sie und verteilt Lebensmittelspenden. Aber was ist, wenn die Spenden aus dem Ausland weniger werden? Wenn es nicht genug Kartoffeln, Mais und Buchweizen gibt, weil Felder brachliegen?

„Im Frühjahr haben wir dank der Initiative ‚Saat auf Hoffnung‘ in drei Dörfern insgesamt mehr als 80 Hektar Felder und Äcker der mit Kartoffeln und Mais bestellt“, erzählt Sándor Zán Fábián, Bischof der Reformierten Kirche in Transkarpatien. „Wir hoffen jetzt, dass die anstehende Ernte die Not der Menschen lindert.“

Doch es sind zu wenige Hände für die Arbeit da und nur sehr alte Traktoren. „Die Maschinen Baujahr 1973 sind zu klein und sehr reparaturanfällig. Um in diesem Jahr noch eine Spätsaat ausbringen zu können, ist ein neuer Traktor nötig“, sagt der Bischof und rechnet vor: „Bisher haben acht Landwirte das Land bebaut, jetzt sind nur noch drei da. Mit einem neueren und stärkeren Traktor könnte eine Person die Arbeit von fünf Personen in kürzerer Zeit erledigen.“

Insgesamt könnte die Kirche etwa 250 Hektar Land bebauen: Es ist gepachtetes Land, das von kirchlichen Einrichtungen genutzt wird, das Eigentum mehrerer Bauern, die aktuell nicht in Transkarpatien sind. Es wäre ein wichtiger Beitrag für die Ernährungssicherheit von Hunderten von Menschen. Ein qualitativ guter gebrauchter Traktor mit ca. 300 PS würde um die 80 000 - 100 000 Euro kosten.

https://www.gustav-adolf-werk.de/projekt-des-monats.html

Landwirt Albrecht Döbler aus Württemberg half im Frühjahr in der Westukraine bei der "Saat der Hoffnung" aus und hatte ebenfalls mit den bis zu 50 Jahren alten Traktoren zu kämpfen.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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