Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Ein Olivenbaum für die Partnerschaft


11 Dez. 2022

Adventsbesuch in Prag als Ermutigung die Kontakte weiter zu vertiefen

DRESDEN | PRAG - Seit über drei Jahrzehnten sind die Kirchenämter der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) und der sächsischen Landeskirche in einer Partnerschaft verbunden. Mindestens einmal im Jahr begegnen sich Mitarbeitende zum Erfahrungsaustausch und zur Befassung mit aktuellen Themen. Eine feste Tradition ist der Adventsbesuch. Dieser fand nach zweijähriger Corona-bedingter Pause am 9. Dezember in Prag statt. Eine sechsköpfige Delegation unter Leitung von Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel hatte sich auf den Weg gemacht und wurde vom Leiter der Ökumene-Abteilung Pavel Hanych herzlich begrüßt.

Nach einer tschechisch-deutschen Andacht berichteten die Partner aus Prag über die aktuellen Herausforderungen vor denen ihre Kirche steht, insbesondere die Arbeit mit Geflüchteten aus der Ukraine. Die Tschechische Republik hat über 430.000 Geflüchtete aufgenommen. Das ist auf die Einwohnerzahl gerechnet die prozentual höchste Anzahl von Aufnahmen alle europäischen Länder. Es sind besonders die Kirchgemeinde selbst, die hier aktiv geworden sind.

So wurden Gemeindehäuser und Wohnungen zur Verfügung gestellt, und teils auch für diesen Zweck renoviert. Sprachkurse und kulturelle Aktivitäten werden angeboten, psychologische Betreuung organisiert. In Prag wurde eigens eine Bibliothek mit Büchern in ukrainischer Sprache eingerichtet. Alle diese Aktivitäten werden von zehn Koordinatoren begleitet. Für den Leiter der Kirche, Synodalsenior Pavel Pokorny, ist das von besonderer Bedeutung. Er sagte im Gespräch: „Wir können etwas tun. Wir sind nicht nur ohnmächtig. Das ist für uns auch eine geistliche Erfahrung.“

Mitarbeitende aus Dresden berichteten wiederum aus ihren Tätigkeitsfeldern. So stellte Oberkirchenrat Dr. Martin Teubner die Arbeit am neuen Gesangbuch vor. Da sind die tschechischen Partner schon ein großes Stück voraus, denn die Teilnehmenden konnten aus dem neuen Gesangbuch der EKBB singen, das vor einem Jahr erschien. Oberkirchenrat Friedemann Oehme lud zur Internationalen Partnerschaftstagung ein, die im Juni kommenden Jahres in Meißen stattfinden wird. Er freue sich, wenn zu diesem Treffen weltweiter Partnerschaften auch Vertreter der EKBB vertreten sein werden.

Nach dem Meeting wurde mit einem Segenswort ein Olivenbaum als Partnerschaftsbaum geweiht. Er soll ein bleibendes und ein wachsendes Zeichen der Partnerschaft zwischen den Kirchenämtern in Prag und Dresden sein. Im Psalm 52 heißt es: „Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes.“
In den Gesprächen auf der Heimfahrt waren sich die Mitreisenden sicher, dass diese Partnerschaft auch weiterhin Zukunft hat, für deren Fortsetzung und Weiterentwicklung sie sich einsetzen wollen. So ist bereits für das nächste Frühjahr eine dreitägige Begegnung in Sachsen geplant.

Olivenbaum als Partnerschaftsbaum übergeben
Gespräche am langen Tisch des Kirchenamtes der EKBB

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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