Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Ein Jahr Bahnhofsmission in Dresden


25 Aug. 2020

DRESDENN - Die Leiterin Elvira Ploß schaut auf ein bewegtes erstes Jahr zurück. Statt einer großen Jubiläumsfeier wird am Donnerstag, den 27. August, wegen der aktuellen Umstände zumindest klein gefeiert. 

Aktuell  jährt sich die Eröffnung der ökumenischen Bahnhofsmission – ein Gemeinschaftsprojekt von Deutscher Bahn, Landeshauptstadt Dresden, Diakonie, Caritas sowie evangelischen und katholischen Kirchgemeinden in Dresden. Die Räumlichkeiten am Dresdner Hauptbahnhof wurden im Juli 2019 auf der Bayrischen Straße (Südseite des Bahnhofs) bezogen. Die offizielle Einweihung fand am 23. August 2019 im Hauptbahnhof öffentlichkeitswirksam statt. Elvira Ploß, die damals bereits ihren Ruhestand angetreten hatte, übernahm die Leitung der ökumenischen Bahnhofsmission als ihr Herzensprojekt. Ende September wird sie den Staffelstab an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben. Die Stelle ist aktuell noch ausgeschrieben.

Sie schaut auf ein bewegtes Jahr zurück, in dem viele Durchreisende, Bedürftige im Zug und an den Gleisen oder Wohnungslose den Weg in die Bahnhofsmission fanden. „Ich bin sehr glücklich was wir alles realisieren und vermitteln konnten. Mein Traum eine Bahnhofsmission in Dresden aufzubauen, hat sich erfüllt. Es ist so geworden, wie wir es uns als Team vorgestellt haben“, resümiert Elvira Ploß. „Inzwischen können wir zwischen 11:00 und 19:30 Uhr öffnen. Über die Woche gesehen, sind das  fünf Stunden mehr als damals zum Start. Außerdem erleichtert uns eine Spülmaschine, die wir über Spenden finanzieren konnten, die Arbeit. In Coronazeiten, wo Hygiene eine entscheidende Rolle spielt, schätzen wir sie besonders.“

Während der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen arbeiteten Elvira Ploß und ihr hauptamtlicher Kollege mit Sondergenehmigung. Fast zwei Monate lang wechselten sich beide ab und erledigten die Übergabe digital. Auf die ca. 40 Ehrenamtlichen, die sonst im Gastraum und am Gleis ihren Dienst tun, wollten sie in der akuten Zeit nicht zurückgreifen. Zu dieser Zeit gehörten häufig Reisende, deren Flüge oder Züge coronabedingt bestrichen worden und die deshalb am Dresdner Hauptbahnhof „strandeten“, zu ihren Gästen. Besonders schwer traf es jedoch Wohnungslose, deren Anlaufstellen, Einnahmequellen und soziale Kontakte wegbrachen, weil Behörden und Geschäfte schließen mussten und die Straßen größtenteils menschenleer blieben. Notunterkünfte standen als Schutzräume nicht ausreichend zur Verfügung. In der Bahnhofsmission konnten sie einzeln eingelassen oder im Freien versorgt werden. Frau Ploß und ihr Kollege schenkten Tee und Kaffee in Einweggeschirr aus, verteilten einzeln verpackte Lebensmittel und boten ein offenes Ohr. „Oftmals waren wir der einzige soziale Kontakt am Tag“, weiß die Leiterin Elvira Ploß.

Momentan hat sich der Arbeitsalltag etwas normalisiert. Was bleibt sind Mund-Nasen-Schutz und die Berücksichtigung des Hygieneplans. Inzwischen sind 30 von 40 Ehrenamtlichen wieder im aktiven Dienst. Die verbleibenden zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kehren im September zurück.

Was die Feier zum Jubiläum betrifft, teilt das Team der ökumenischen Bahnhofsmission ihr Schicksal mit vielen anderen, die in diesem Jahr eine Feierlichkeit oder Großveranstaltung geplant hatten. Ganz ausfallen muss sie jedoch nicht.

Am Donnerstag, den 27. August werden die Mitarbeiter und Mitarbiterinnen der ökumenischen Bahnhofsmission im Dresdner Hauptbahnhof reichlich präsent sein. Auch wird es einen kleinen Informationsstand mit einem Quiz geben. Im Gastraum (Räumlichkeiten in der Bayrischen Straße) wird es unter den gängigen Bedingungen Kaffee und Kuchen geben. Einen Eindruck der Arbeit sollen dort Zitate von dankbaren Gästen der Bahnhofsmission vermitteln.

Weiterführende Informationen:

Interview mit Elvira Ploß zum Start der Bahnhofsmission

Stellenausschreibung 

Gut zu erkennen - die Westen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofsmission (Foto: EVLKS)
Außenansicht der Dresdner Bahnhofsmission (Foto: EVLKS)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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