Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Ehemaliger Synodalpräsident Otto Guse verstorben


19 Juli 2022

DRESDEN – Wie seine Familie mitteilte, ist der ehemalige Präsident der sächsischen Landessynode, Otto Guse, nach schwerer Krankheit am 16. Juli 2022 im Alter von 62 Jahren verstorben. Der im Vogtland lebende gebürtige Rheinländer war von 2002 bis 2020 Mitglied der Landessynode und von 2008 bis 2020 Präsident der 26. und 27. Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.

Landesbischof Tobias Bilz äußerte sich tief betroffen über den Tod von Otto Guse. „Otto Guse hat viel für unsere Kirche getan, viel mehr, als wir ermessen können. Sein Tod schmerzt mich zutiefst und zugleich blicke ich voller Dankbarkeit und Respekt auf sein segensreiches Wirken in unserer Landessynode und Kirchenleitung zurück.“ In seine Zeit als Synodalpräsident seien die Auseinandersetzungen um das Schriftverständnis, die Debatten um die Strukturreform und der Rücktritt eines Landesbischofs gefallen. „In all diesen schwierigen Situationen hat Otto Guse mit bewundernswerter juristischer Kompetenz, mit großer Liebe zur sächsischen Landeskirche, aus einem tiefgegründeten Glauben heraus und immer wieder auch mit erfrischendem rheinischen Humor Debatten geleitet, die notwendigen Entscheidungen herbeigeführt und vermittelt.“ Landesbischof Tobias Bilz sprach den Angehörigen sein herzliches Beileid aus. „In allem Schmerz wissen wir Otto Guse nun bei dem, an den er tief und innig geglaubt hat.“

Bettina Westfeld, Präsidentin der 28. Landessynode, würdigte Otto Guse als geistreichen und von tiefem Gottvertrauen geprägten Menschen, der scharfsinnig und humorvoll gewesen sei und neben seinem Beruf viel Zeit und Kraft in den Dienst der Kirche investiert habe. Nach dem Rücktritt des Bischofs habe er als amtierender Vorsitzender der Kirchenleitung Verantwortung übernommen und die Entscheidungen souverän kommuniziert: „Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass noch kurz vor dem Ende der Legislatur im Februar 2020 ein neuer Landesbischof gewählt werden konnte.“

 

Seit 2002 in der Synode

Otto Guse wurde 2002 aus dem Wahlkreis 3 (Auerbach) in die 25. Landessynode und von dieser zum Stellvertreter der damaligen Synodalpräsidentin Gudrun Lindner gewählt. 2008 wählte ihn die 26. Landessynode zu ihrem Präsidenten. Durch die 27. Landessynode wurde er für eine weitere Legislatur in diesem Amt bestätigt. In dieser Funktion war er 12 Jahre lang auch stellvertretender Vorsitzender der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und hatte zeitweise über mehrere Monate auch den Vorsitz inne. Über das kirchliche Engagement hinaus war Otto Guse u.a. im Präsidium des DRK-Kreisverbandes Auerbach und zuletzt als unterstützendes Mitglied des Freundes- und Förderkreises der Telefonseelsorge Südwestsachsen e.V. in seiner Region aktiv. Der Freistaat Sachsen verlieh Otto Guse am 2. Juli 2021 den Sächsischen Verdienstorden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hob bei der Verleihung Guses kirchliches und gesellschaftliches Engagement für das friedliche Zusammenleben in Sachsen und für Mitmenschlichkeit hervor.

Beruflich war Otto Guse Partner einer in Falkenstein ansässigen Rechtsanwaltskanzlei. Er studierte in Köln Rechtswissenschaften und erhielt nach dem Referendariat und dem zweiten juristischen Staatsexamen 1988 die Zulassung zur Rechtanwaltschaft in Wuppertal. 1993 kam er nach Sachsen und engagierte sich in der Kirche ehrenamtlich. Otto Guse hinterlässt eine Frau und drei erwachsene Kinder.

 

Hochstift Meißen ehrt Guse mit Glockenläuten

Otto Guse war seit 2018 ordentliches Mitglied des Domkapitels zu Meißen. Das Hochstift Meißen trauert um seinen Domherrn und wird aus diesem Anlass am Donnerstag, 28. Juli 2022, ab 13:00 Uhr die Johannes-Glocke des Domes in 3 Pulsen für jeweils 15 Minuten läuten.

Die Trauerfeier für Otto Guse findet am Freitag, 29. Juli 2022, um 11.00 Uhr in der Kapelle des Friedhofs Falkenstein statt.

Otto Guse im Frühjahr 2019
Otto Guse (links) mit Landesbischof Tobias Bilz und Präsident Hans-Peter Vollbach beim Pressegespräch nach der Bischofswahl
Otto Guse bei der Abschlussfeier der 27. Landessynode
Otto W. Guse beim Kapiteltag Oktober 2021 – Foto: Friederike Hartmann, Hochstift Meißen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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