Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Dresdner Nachtcafé-Saison endet am 31. März


26 März 2024

Notwendige Ergänzung zu städtischen Obdachlosenunterkünften

DRESDEN – Mit Ostersonntag, 31. März 2024, endet die 28. Ökumenische Nachtcafé-Saison in Dresdner Kirchgemeinden mit nächtlichen Ruhemöglichkeiten für wohnungslose Menschen im Wechsel zwischen sieben Standorten von Gemeinden und Pfarreien.

Zwischen 12 und 25 Gäste wurden täglich beherbergt. Darüber hinaus kamen fast jeden Abend Dresdnerinnen und Dresdner ausschließlich zum Abendessen. „Ein Viertel bis ein Drittel der Nachtcafé-Besucher fragten gezielt nach einer warmen Mahlzeit, verließen aber bis 22:00 Uhr unsere Räume“, so Gerd Grabowski, Sprecher des Nachtcafé-Koordinierungskreises. „Und sie genossen sichtlich die Gemeinschaft in geheizter Umgebung.“ Solche Anzeichen von Vereinsamung und sozialer Bedürftigkeit seien auch für die Fortentwicklung dieses und anderer kirchgemeindlicher Angebote ein deutlicher Marker, so Grabowski.

Diesen Fokus übernahmen auch die „Wärmestube für Leib und Seele“ zwischen November und Februar immer montagnachmittags in der Markusstraße 2 in Dresden-Pieschen sowie der „Sonntagmittag“ in der Dresdner Johannstadt mit frisch gekochten vegetarischen oder veganen Mahlzeiten, jeweils 11:00 bis 13:00 Uhr im Gemeindehaus in der Fiedlerstraße 2, der ebenfalls am 31. März endet.

Nach dem zweiten Winter sei die „Wärmestube“ inzwischen etabliert, berichtet Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer. Wohnungslose kamen genauso wie Bewohner aus dem Stadtteil mit schmalem Budget. Ob Krankheiten, Krisen im Leben oder Sinnfragen – gemeinschaftlich wie auch in Einzelgesprächen konnten diese Themen besprochen werden. „Mich hat es berührt, wie viele Menschen um einen Segen oder ein Gebet baten“, so Frau Merkel-Manzer. Die Besucherinnen und Besucher zogen zudem gern aus einem großen Glas – ähnlich eines Loses – ein individuelles ermutigendes Segenswort.

Kerstin Göpfert, die gemeinsam mit ehrenamtlichem Team den „Sonntagmittag“ vorbereitete, sagt: „Wir waren immer wieder erstaunt, wie friedlich es an den Sonntagen im Kirchsaal zuging. Die Gäste genossen den Raum, die Atmosphäre, die Ruhe, die Gemeinschaft. Sie begegneten einander mit Wertschätzung.“

Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit erfreuten Bastelangebote in der Wärmestube und kleine Konzerte die Gäste der Nachtcafés. Ehrenamtliche hatten zudem die Räume geschmückt oder auch kleine Geschenke vorbereitet.

Eine berührende Geschichte trug sich in der katholischen Pfarrei St. Franziskus Xaverius zu: Dorthin hatte ein Essenslieferant einen augenscheinlich Obdachlosen gebracht, nachdem er sich mit ihm über eine Sprachapp verständigen konnte.

Die christlichen Kirchgemeinden der Stadt Dresden organisieren über konfessionelle Grenzen hinweg im Winterhalbjahr die „Nachtcafés“ als notwendige Ergänzung zu den städtischen Obdachlosenunterkünften. Die Diakonie Dresden unterstützt die sieben beteiligten Gemeinden beratend und in der Logistik. Für viele Menschen ohne Wohnung sind die Nachtcafés ein erster Anlaufpunkt, Rückzugsort und Ruhemöglichkeit in der kalten und dunklen Jahreszeit.

Für dieses Angebot benötigen die Kirchgemeinden neben Helferinnen und Helfern auch finanzielle Spenden:

Spendenkonto:

Diakonie Dresden
IBAN: DE29350601900160160160

BIC: GENO DE D1 DKD
Verwendungszweck: Nachtcafé

Hintergrund:

Der Gedanke eines „Nachtcafés“ entstand vor 28 Jahren in einer Gruppe von Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden. Die Studierenden beschäftigten sich mit Wohnungslosigkeit und wollten ein niedrigschwelliges Angebot für Wohnungslose als Schutz vor Kälte und Erfrierung in Dresden schaffen. Am 6. November 1995 öffnete das erste Nachtcafé in der Dreikönigskirche Dresden. Im Jahr darauf beteiligten sich bereits drei weitere Kirchgemeinden. In dieser Kontinuität ist das Angebot der mittlerweile sieben Gemeinden und Pfarreien bundesweit einmalig und wurde u.a. mit dem Ökumene-Preis des Katholikentags geehrt.

Händen wärmen sich an einer Tasse Tee

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite