Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Die Türen der Kirchen weit öffnen


07 Juli 2023

Interview mit der Geschäftsführerin der Stiftung KiBa

GOTHA | DRESDEN - Im Juni 2023 kam der Verein zur Förderung der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland e.V. (kurz: Förderverein der KiBa) zu seiner jährlichen Mitgliederversammlung im thüringischen Gotha zusammen. Anlass für den Evangelischen Immobilienverband Deutschland (eid) mit der Geschäftsführerin der Stiftung KiBa, Dr. Catharina Hasenclever, über die bauliche Situation von Kirchen ins Gespräch zu kommen. [Interview]

Dr. Hasenclever sieht die meisten, der gut 20.000 evangelischen Kirchen und Kapellen in gutem Zustand, die auch künftig für Gottesdienste und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen würden. Allerdings gebe es auch überall in Deutschland Kirchen, die seit Jahren auf dringend notwendige Sanierungsarbeiten warten. Oft sind es sehr kleine Gemeinden, die mit den Herausforderungen des Kirchenerhalts an ihre finanziellen und organisatorischen Grenzen stoßen.

Angesichts der kleiner werdenden Gemeinden gehe es zunehmend um gesamtgesellschaftliches Engagement und Verantwortung der Bewohner im lokalen Kontext um die Kirche herum. Für die Geschäftsführerin haben sich in den Gemeinden die Erkenntnis durchgesetzt, neue Gemeinschaften einzubeziehen und eine Umnutzung bzw. Mehrfachnutzung der Kirchen ins Auge zu fassen. Sie führt im Interview das Beispiel der Heilandskirche in Leipzig-Plagwitz an, die gerade zum Stadtteilzentrum „Westkreuz“ umgebaut werde.

Über das „fantastische Projekt“ dieser großen Gründerzeitkirche sei im letzten Jahr auf der Mitgliederversammlung in Dresden berichtet worden. In Absprache mit der Denkmalpflege, vor allem aber mit den Menschen im Stadtviertel, entstünden helle, moderne Multifunktionsräume, die über eine großzügige, einladende Treppe mit dem Kirchraum verbunden sind und ganz niedrigschwellig einladen, den Raum zu betreten. Ende Oktober 2023 sollen die Räume eingeweiht werden. Im nächsten Jahr findet die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stiftung KiBa vom 14. bis 16. Juni in Leipzig statt.

Der Förderverein zählt aktuell über 3.600 Mitglieder. In der prozentualen Verteilung der Mitglieder nach allen 16 darin vertretenen Bundesländern kommen mehr als 14 Prozent aus dem Freistaat Sachsen und machen damit die anteilig größte Mitgliedergruppe aus. Rund ein Drittel der Mitglieder des Fördervereins sind geförderte Kirchgemeinden, zwei Drittel der Mitglieder generieren sich aus Privatpersonen. Mithilfe der Mitgliedsbeiträge des Fördervereins sowie weiterer Spenden und Drittmittelfinanzierungen (z.B. Unterstiftungen) können im Jahr 2023 sieben Kirchen aus dem Bundesland „Freistaat Sachsen“ mit insgesamt rund 220.000 Euro gefördert werden.

Zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins gehört seit 1999 auch der frühere Baureferent der sächsischen Landeskirche, Oberkirchenrat i. R. Dr. Ulrich Böhme. Ein langjähriger Baupfleger der Landeskirche aus Leipzig, mittlerweile im Ruhestand, gehört seit dem Jahr 2000 ebenfalls zu den frühen Mitgliedern des Fördervereins aus Sachsen.

Rückblick Mitgliederversammlung 2022 in Dresden

Es wird Zeit, die Türen der Kirchen weit zu öffnen
OKR i.R. Dr. Ulrich Böhme (Gründungsmitglied des Fördervereins der KiBa), Dr. Catharina Hasenclever (seit 2019 Geschäftsführerin der Stiftung KiBa) und Pfarrer Christoph Rechenberg aus Röhrsdorf bei Meißen (Vorstandsmitglied des Fördervereins der KiBa) - v.l.n.r.
Begegnung - Glaube - Kultur. Stadtteilzentrum Westkreuz in Leipzig Plagwitz erhielt auf dem Kirchbautag in Köln den ausgelobten „Preis der Stiftung KiBa 2022“ mit der Überschrift „RaumWunder Kirche“ (1. Platz).

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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