Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
Bereich
Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
Bereich
Diakonisseneinsegnung in der Diakonissenanstalt
07 Juni 2021
Einsegnung zur Diakonisse eine Bestätigung ihrer bisherigen Lebenswege
DRESDEN – In der Diakonissenhauskirche Dresden wurden am gestrigen Sonntag, 6. Juni, Schwester Elisabeth Rau und Schwester Sylvia Bommert von Rektor Stephan Siegmund zu Diakonissen eingesegnet. Es war die erste Diakonisseneinsegnung seit über 25 Jahren im Dresdner Mutterhaus der Diakonissenanstalt.
Schwester Elisabeth Rau und Schwester Sylvia Bommert sind „Diakonissen neuer Form“. Bisher hatten Diakonissen mit ihrer Einsegnung Ehelosigkeit (Verzicht auf eigene Familie), Gütergemeinschaft (Verwaltung des Gehaltes in einer gemeinsamen Kasse) und Sendungsbereitschaft (Dienst an einem der Leitung abgesprochenen Ort) zugesagt. Die neue Form der Diakonisse macht sich nicht mehr an der Lebensform, sondern an der diakonisch-theologischen Ausbildung fest.
Die beiden am Sonntag eingesegneten Schwestern absolvierten eine zweijährige berufsbegleitende Ausbildung am Philippusinstitut in Moritzburg. Außerdem sind sie schon einige Jahre Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft der Diakonissenanstalt Dresden. Dass sich Schwester Elisabeth und Schwester Sylvia zukünftig Diakonisse nennen dürfen, verdanken sie dem 2019 durch die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsen geänderten Diakonengesetzes (gültig seit 1. Januar 2020). Dieses sieht vor, dass Gemeinschaften in sächsischen Diakonissenhäusern für ihre Diakoninnen auch die Bezeichnung „Diakonisse“ nutzen dürfen.
Oberin Schwester Esther Selle freut sich, dass damit der Begriff der Diakonisse erhalten bleibt. Sie ergänzt: „Ich bin dankbar, dass die Landessynode 2019 den Weg dafür freigemacht und das Diakonengesetz entsprechend geändert hat. Die Diakonissen neuer Form sind außerdem ein Zeichen für unsere Veränderungsbereitschaft als Diakonissen. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass meine älteren Mitschwestern, die auf eine eigene Familie verzichtet haben und sich lebenslang für ein Taschengeld dort einsetzen ließen, wo sie gebraucht wurden, diesen Schritt mitgehen und Diakonissen akzeptieren, für die diese traditionellen Vereinbarungen nicht mehr gelten. Ich hoffe, es wird in Zukunft noch mehr Diakonissen neuer Form geben – Frauen, die sich mit oder ohne Familie, auf dem Campus oder in der Stadt lebend zur Diakonisse qualifizieren lassen und das Erbe der Schwesternschaft in der Zukunft aufleuchten lassen – und damit dafür sorgen, dass es im DIAKO weiter Diakonissen gibt.“
Für Schwester Elisabeth Rau (Leiterin der Senioreneinrichtung Altenzentrum Schwanenhaus) und Schwester Sylvia Bommert (Leiterin des Gästehauses der Diakonissenanstalt Dresden) ist die Einsegnung zur Diakonisse eine Bestätigung ihrer bisherigen Lebenswege als Christinnen und ein Zeichen der verbindlichen Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Zukünftig werden sie als Diakonissen weitere Aufgaben übernehmen, wie die Verantwortung für Gebetszeiten und das Halten von Andachten oder Gottesdiensten.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.