Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Diakonisse als Opfer des Nationalsozialismus


14 März 2021

Erinnerung an den 80. Todestag von Schwester Marie Runkel

LEIPZIG - Sie gehörte fast 30 Jahre dem Diakonissenhaus Leipzig an, bis sie im Alter von 62 Jahren dem nationalsozialistischen Vernichtungssystem zum Opfer fiel: Weil die Diakonisse Marie Runkel psychisch erkrankt war, wurde sie am 17. März 1941 in einer Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. Zum 80. Todestag wird das Diakonissenhaus seiner ehemaligen Schwester gedenken und in einem würdigen Rahmen an ihr Schicksal erinnern.

Für Mittwoch, 17. März, ist geplant, dass die Leipziger Diakonissen im kleinen Kreis an einem Stolperstein Blumen niederlegen werden, der seit rund drei Jahren am Portal des Diakonissenhauses an der Georg-Schwarz-Straße zu finden und zum Gedenkort für Marie Runkel geworden ist. Dabei wird auch die Historikerin Dr. Fruzsina Müller anwesend sein, die sich intensiv mit der Geschichte des Diakonissenhauses und mit dem Leben von Schwester Marie Runkel beschäftigt hat. Im Anschluss findet eine Gedenkandacht statt, zu der neben den Diakonissen einige wenige Verantwortliche aus dem Diakonissenhaus und Krankenhaus anwesend sein werden.

Zur Erinnerung an Schwester Marie Runkel hat das Diakonissenhaus im Jahr 2019 die Gedenk-Broschüre „Engagiert, erkrankt, ermordet“ veröffentlicht. Die Publikation wird bereits an einigen umliegenden Schulen als Unterrichtsmaterial verwendet. Aufgrund der großen Nachfrage wird die Broschüre derzeit nachproduziert und kann bei Interesse kostenfrei im Sekretariat des Leipziger Diakonissenkrankenhauses angefordert werden.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, immer wieder eindringlich an das tragische Schicksal unserer Schwester Marie Runkel zu erinnern“, sagt Dr. Michael Kühne als Rektor des Ev.-Luth. Diakonissenhauses Leipzig. „Ihr Name und ihr uneigennütziger Dienst am Menschen wird für immer untrennbar mit dem diakonischen Auftrag ihres Mutterhauses verbunden sein, dem sie drei Jahrzehnte und damit ihr halbes Leben angehört hat.“

Zur Person: Marie Runkel

Geboren am 8. November 1878 in Merseburg, arbeitete Marie Runkel nach dem Besuch der Bürgerschule 13 Jahre lang als Dienstmädchen. Ab 1907 erlernte sie im Diakonissenkrankenhaus Leipzig sowie in anderen medizinischen Einrichtungen den Krankenpflegeberuf. Am 29. November 1913 wurde sie zur Diakonisse eingesegnet. Fortan arbeitete sie als Krankenschwester an der Leipziger Augenklinik, in der Michaelisgemeinde und im Krankenhaus Döbeln. 1921 übernahm sie die Gemeindepflegestation in Böhlitz-Ehrenberg, wo sie bis zum Ausbruch ihrer psychischen Erkrankung im Jahr 1935 tätig blieb.

Im November 1935 wurde Marie Runkel in die Leipziger Universitätsnervenklinik eingewiesen. Von dort aus kam sie am 5. Dezember 1935 in die Heil- und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen. Hier wurde eine Schizophrenie bei ihr diagnostiziert. Am 21. Februar 1941 erfolgte „auf Grund einer Anordnung des … Reichsverteidigungskommissars“ eine Verlegung in die staatliche Heil- und Pflegeanstalt nach Zschadraß, wo sie nur kurz blieb. Bereits am 17. März 1941 erfolgte eine erneute Verlegung, nunmehr in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Gaskammer ermordet wurde – gemeinsam mit 81 weiteren aus Zschadraß deportierten Menschen, die allein an jenem Tag der nationalsozialistischen Mordaktion an psychisch kranken und behinderten Menschen („T4“) zum Opfer fielen. Ihre Asche wurde vermutlich hinter dem Tötungsgebäude einen Hang hinabgeschüttet.

Diakonissenkrankenhaus Leipzig

Diakonisse Marie Runkel

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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