Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Diakonie zu molekulargenetischen Bluttests


22 Apr. 2019

Molekulargenetische Bluttests spitzen ethische Fragen zu

RADEBEUL - Angesichts der Debatte über Bluttests für Schwangere auf Trisomie 21 und die Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen plädiert die Diakonie Sachsen für einen deutlicheren gesellschaftlichen Diskurs zu ethischen Fragen über den Wert des Lebens.

„Die Debatte über die ethische Diskussion hat zwar den Bundestag erreicht, versinkt aber zu schnell wieder im medialen Alltag. Doch dafür ist das Thema zu wichtig. Pränataldiagnostik und ihre Konsequenzen sind nicht nur eine Sache der Eltern und Beratungsstellen oder des Geldes, sondern eine Angelegenheit der ganzen Gesellschaft. Hier werden ethische Fragen über den Wert des Lebens noch einmal zugespitzt“, sagt Diakonie-Chef Dietrich Bauer.

„Welche Frau kann einen als Regelleistung voll finanzierten Test einfach ablehnen, der ihr Kind ohne Risiko auf das Down-Syndrom untersucht? Wenn Eltern immer mehr dem Druck auf vorgeburtliche Diagnostik ausgesetzt werden, nimmt die gesellschaftliche Akzeptanz ihres „Rechts auf Nichtwissen“ weiter ab und sie werden Konflikten ausgesetzt, die sie so nicht wollten. Der Konflikt, selbst entscheiden zu müssen, ob das Kind  - so wie es ist -  leben darf oder nicht, wird erst durch diesen Test, der rein eugenischen Charakter hat, ausgelöst.

Mit dieser Entscheidung muss ein Leben lang gelebt werden. Sich dennoch für ein Kind mit Trisomie 21 zu entscheiden, wird betroffenen Müttern dann zukünftig noch schwerer fallen. Zugleich ist der Test für Menschen mit Down-Syndrom und deren Familien eine erhebliche emotionale Belastung und kränkt ihre Würde und Daseinsberechtigung.“

Aber auch für die Gesellschaft hätten die kassenfinanzierten pränatalen Verfahren erhebliche „Nebenwirkungen“: „Der Druck, immer ausgefeiltere pränatale diagnostische Methoden in Anspruch zu nehmen, erzeugt ein gesellschaftliches Klima, das Behinderung als „vermeidbar“ qualifiziert. Die angestrebte und aus unserer Sicht selbstverständliche Akzeptanz und Teilhabe von Menschen mit Behinderung wird damit noch schwerer durchzusetzen sein.

Da helfen dann auch anspruchsvolle Texte wie die UN-Behindertenkonvention nicht weiter. Dass die meisten Behinderungen entweder während der Geburt oder später im Leben entstehen, ja, dass beinahe jeder im Laufe seines Lebens aufgrund von Krankheit oder Alter ein Mensch mit Behinderung werden wird, wird dabei komplett ausgeblendet.“

In der Debatte fehle eine klare Botschaft: „Die gelebte Entscheidung, auch ein behindertes Kind auf die Welt zu bringen und willkommen zu heißen, darf in keinem Fall hinterfragt werden, sondern verdient Respekt und die volle Unterstützung der Gesellschaft!“, so Bauer abschließend. 

Diakonie Sachsen

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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