Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Diako in Dresden feiert 180. Jubiläum
02 Juni 2024
Zuwendung leben, Dienst leisten, Zusammenarbeit gestalten
DRESDEN - Im Mai 1844 gegründet, feiert die Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Dresden e.V. in diesem Jahr ihr 180. Jubiläum. Das Jubiläum beging die Diakonissenanstalt am 31. Mai mit einem Festgottesdienst unter der Leitung von Landesbischof Tobias Bilz. Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, Gesundheitsministerin Petra Köpping, der Erste Bürgermeister der Stadt Dresden, Jan Donhauser, sowie der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Sachsen, Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer, waren als Ehrengäste gekommen und überbrachten Grußworte.
Ministerpräsident Michael Kretschmer gratulierte der Diakonissenanstalt Dresden zu ihrem Jubiläum und erklärte: „Die Einrichtung der Diakonissenanstalt hat Dresden und dem Freistaat Sachsen gut getan. Und ich wünsche Ihnen allen, dass das auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten so bleibt. Wir sehen die Veränderungen und den Reformbedarf. In der Krankenhausfinanzierung läuft nicht alles richtig. Dabei ist es wichtig zu betonen: Wir können auf keinen Standort verzichten. Sie haben alle ihre Berechtigung, weil die Versorgung sonst nicht mehr funktioniert. Wir wollen die beste Patientenversorgung garantieren und bleiben deshalb dran. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das Engagement, die großartige Arbeit und die Zuwendung, die jeder und jede hier spüren kann.“
Staatsministerin Petra Köpping betonte in ihrem Grußwort: „Seit 180 Jahren steht in der Dresdner Diakonissenanstalt der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt. Ich gratuliere heute ganz herzlich zu diesem beeindruckenden Jubiläum. Neben der ärztlichen und pflegerischen Versorgung widmen sich die Beschäftigten auch stets der seelsorgerischen Betreuung Ihrer Patientinnen und Patienten. Zuwendung leben, Dienst leisten, Zusammenarbeit gestalten – diesem Leitbild fühlt sich das ganze Team des Diakonissenhauses stets verpflichtet. Dafür gilt mein herzlicher Dank. Ich finde es beeindruckend, wie aufopferungsvoll sich das Team für die Patientinnen und Patienten einsetzt, sich dabei stetig weiterentwickelt und immer medizinisch auf der Höhe der Zeit bleibt. Aktuell werden bundesweit gerade Reformen für Krankenhäuser auf den Weg gebracht. Ich bringe mich dabei aktiv ein, um die medizinische Versorgung sachsenweit auf hohem Niveau zu sichern. Und eins steht für mich fest: Die Diakonissenanstalt Dresden ist ein hervorragendes Krankenhaus, das einen festen Platz in der Krankenhauslandschaft im Freistaat Sachsen hat.“
Wechselvolle Geschichte des Hauses
Das Werk eines der ältesten Diakonissenhäuser Deutschlands begann bescheiden, aber mit großen Idealen. Am 19. Mai 1844 gründete eine Initiative adliger und bürgerlicher Frauen die Diakonissenanstalt Dresden mit sechs Pflegebetten in der Böhmischen Gasse 30 in Dresden. Sie verfolgten damit drei Ziele: die Errichtung eines Krankenhauses in der Dresdner Neustadt, die Verbesserung und Professionalisierung der Krankenpflege und die Möglichkeiten für Frauen, eine Krankenpflegeausbildung zu absolvieren und in diesem Bereich zu arbeiten. Geleitet wurden die Gründerinnen vom christlichen Gebot der Nächstenliebe und dem diakonischen Auftrag, dem sich das Haus bis heute verpflichtet fühlt.
Die Diakonissenanstalt Dresden wuchs schnell. Bereits zwei Jahre nach der Gründung zog sie auf ihren heutigen Campus zwischen Holzhofgasse und Bautzner Straße um. Weitere Arbeitsgebiete, wie die Versorgung älterer Menschen oder Menschen mit Behinderung, kamen rasch hinzu. 1893 wurde das heutige Krankenhausgebäude als eines der modernsten Krankenhäuser der Stadt eingeweiht. Die Zahl der Diakonissen wuchs. Sie waren nicht nur im Diakonissenkrankenhaus, sondern auch in anderen Krankenhäusern und Einrichtungen in Sachsen tätig sowie in der Gemeindepflege.
In 180 Jahren erlebte die Diakonissenanstalt Zeiten des Wachstums, aber auch Zeiten der Krise. Ein einschneidendes Ereignis war die Bombardierung von Dresden im Februar 1945, bei der circa 75 Prozent des Geländes der Diakonissenanstalt zerstört wurden, darunter zu großen Teilen auch das Diakonissenkrankenhaus. Der Wiederaufbau nahm erst ab 1965 Fahrt auf: Ausgehend von der Kathedrale in Coventry und mit deren finanzieller Unterstützung arbeiteten junge Menschen aus England sowie von Aktion Sühnezeichen vor Ort am Aufbau des Diakonissenkrankenhauses mit. Dass das Werk bereits seit 180 Jahren Bestand hat, ist vor allem dem Einsatz und Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden – über Jahrzehnte dem der Diakonissen – geschuldet.
Auftrag und neuerliche Herausforderungen
Oberin Schwester Esther Selle, Mitglied des Vorstandes der Diakonissenanstalt Dresden, verdeutlicht: „Unser Haus hat in den 180 Jahren Höhen und Tiefen erlebt – und auch heute spüren wir beides. Wir konnten in unserem Unternehmensverbund in diesem Jahr Arbeitsgebiete erweitern oder neu eröffnen, wie zum Beispiel unser Altenzentrum oder das „Hotel am Schwanenhaus“. Gleichzeitig ist die wirtschaftliche Situation unserer Krankenhäuser aufgrund der unzureichenden Finanzierung angespannt. Das sehen wir als Vorstand mit Sorge. Unsere Mitarbeitenden leisten hervorragende Arbeit. Wir sind dankbar für ihr großes Engagement, ihre Fachkompetenz und Liebe zu allen Menschen, die bei uns Hilfe suchen. Deshalb möchten wir auch in den nächsten Jahren der Dresdner Bevölkerung mit unseren Diensten zur Verfügung stehen.“
Die sich verzögernde Krankenhausreform und die stark gestiegenen Kosten bringen die Krankenhäuser in Bedrängnis. Auch die Diakonissenanstalt Dresden als freigemeinnütziger Träger des Diakonissenkrankenhauses Dresden und des Krankenhauses Emmaus kämpft damit, dass die steigenden Personal- und Sachkosten durch die Vergütung der Leistungen nicht mehr gedeckt werden. Im Zuge des Jubiläums appelliert der Vorstand daher an die Politik, die wertvolle Arbeit der freigemeinnützigen Träger zu sichern. Christliche Häuser verdienen eine faire Chance im Wettbewerb. Sie leisten einen wichtigen Beitrag in der Versorgung der Bevölkerung und sind eine unverzichtbare Bereicherung der Krankenhauslandschaft, von der die Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden profitieren. Letztlich erhöht eine Trägervielfalt in der Krankenhauslandschaft – bei der Patienten die Wahl zwischen verschiedenen Krankenhäusern haben – die Qualität der Gesundheitsversorgung insgesamt.
Die Diakonissenanstalt Dresden, mit ihrem Beginn als lokales Wohlfahrtsunternehmen, ist heute einer der größten diakonischen Träger in Sachsen. Über 1.500 Menschen sind in Dresden, Weißig, Radebeul, Niesky und an weiteren Standorten beschäftigt. Mit dem Diakonissenkrankenhaus Dresden, dem Krankenhaus Emmaus Niesky und den Berufsfachschulen für Pflegeberufe ist das Diako seinem ursprünglichen Gründungsauftrag von 1844 treu geblieben. Zu den hauptsächlichen Geschäftsfeldern gehören heute auch die Seniorenhilfe und die Hilfe für Menschen mit Behinderung. „Zuwendung leben“ – der Leitsatz der Diakonissenanstalt, der sich aus der christlichen Nächstenliebe und dem diakonischen Auftrag ergibt – ist nach wie vor aktuell und gefragt, sowohl bei den Menschen, die im Diako Hilfe suchen als auch bei den Mitarbeitenden.
Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Dresden e.V.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.