Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Denkzeichen am früheren Haus der Jüdischen Gemeinde


06 Nov. 2017

Gedenken und Aktionen zur Reichspogromnacht am 9. November 1938

DRESDEN – Im Vorfeld des Gedenkens an die Reichpogromnacht am 9. November 1948 wird am ehemaligen Haus der Jüdischen Gemeinde Dresden (Bautzner Straße 20) am 7. November um 11:00 Uhr ein weiteres Denkzeichen eingeweiht, das an einen Ort in Dresden erinnert, der mit jüdischem Leben und Leiden verbunden ist. Zehn Denkzeichen sind bisher in der Landeshauptstadt gesetzt worden.

Zur Einweihung haben die Landeshauptstadt Dresden, die Jüdische Gemeinde Dresden, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. und das Kulturbüro Sachsen e.V. eingeladen. Das Kulturbüro hat u.a. in diesem Gebäude ein Büro.

Das elfte Denkzeichen, das dem Haus der Jüdischen Gemeinde gewidmet ist, gehörte seit 1920 als Wohnhaus Louis und Henriette Schrimmer. Sie betrieben im Hinterhaus eine Fabrik für Schuhcreme und chemische Produkte. 1937 kaufte die Israelitische Religionsgemeinde Dresden das Haus. 1938 mussten die jüdischen Ladeninhaber ihre Geschäfte aufgeben. Die Gemeinde richtete im Hinterhaus eine Kleiderkammer für Bedürftige ein.

Ab 1. April 1940 wurde das Haus eines der sogenannten Judenhäuser, in denen jüdische Familien zwangsweise wohnen mussten. Das Ehepaar Schrimmer wurde am 25. August 1942 nach Theresienstadt deportiert und kam dort um. Im Mai 1945 wurde das Haus der jüdischen Gemeinde zurückgegeben. Am 1. November 1945 konstituierte sich die Gemeinde hier wieder. Bis 2001 befanden sich hier die Gemeinderäume, die Verwaltung und die Jüdische Wohlfahrtspflege.

Gedenken, Kranzniederlegung und Andacht an den Stolpersteinen

Anlässlich des 79. Jahrestages der Reichspogromnacht von 1938 laden die Jüdische Gemeinde und die Landeshauptstadt Dresden am 9. November um 15:00 Uhr zum Gedenken an die Zerstörung der Semperschen Synagoge und an die Opfer des Holocaust an die Stele am Brühlschen Garten und in das Gemeindezentrum am Hasenberg ein. Im Anschluss wird Rabbiner Alexander Nachama das »El mole Rachamim« und das Kaddisch sprechen. Musikalisch umrahmt wird das Gedenken durch den Synagogenchors Dresden.

Im Gemeindehaus der Jüdischen Gemeinde wird um 16:00 Uhr an Horst Weigmann erinnert, der im Jahre 1944 mit einer waghalsigen Aktion versuchte, seine Mutter Toni Weigmann (1891-1974) vor der Deportation zu retten. Er bezahlte dafür mit seinem Leben.
An diesem Mittwoch werden zudem zwischen 18:00 und 18:30 Uhr die Dresdner Stolpersteine geputzt und mit Mahnwachen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die Standorte der über 200 Stolpersteine sind unter http://stolpersteine-dresden.de/stolpersteine-in-dresden/ zu finden.

Weg der Erinnerung

Der traditionelle Weg der Erinnerung beginnt am Sonntag, 12. November, um 11:00 Uhr, an der Gedenktafel an der Kreuzkirche. Die diesjährige Fahrradtour steht unter dem Titel "Engagiert: gefährlich – pazifistisch – mutig – emanzipiert – kulturell“ auf der Personen vorgestellt werden, die sich vor 1933, in der Nazizeit und nach 1945 für das gesellschaftliche und politische Leben von Stadt und Land engagierten. Sie wirkten im Landtag, in Fachverbänden und Vereinen, öffentlich oder im Verborgenen. Im Nationalsozialismus wurden sie verdrängt und verfolgt, jüdische Vereine wurden verboten. Dies ist eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt Dresden, der Katholischen Dekanatsjugend Dresden, Aktion Sühnzeichen Friedensdienste und der Jüdischen Gemeinde Dresden.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Bild: Porträt von Louis und Henriette Schrimmer und Hinweis auf Einweihung

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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