Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Das Trauma Tokios


18 Feb. 2018

Vortrag: »Tokio. Das Inferno am 10. März 1945 und heute«

DRESDEN – In der Dresdner Frauenkirche spricht am 20. Februar der japanische Politologe Eiichi Kidos über die Bombardierung Tokios im März 1945. Sie gilt als einer der opferreichsten konventionellen Bombenangriffe der Menschheitsgeschichte. So wurde von Dezember 1944 bis August 1945 Tokio über 30-mal Ziel US-amerikanischer Luftangriffe. Am Kriegsende lagen 50 Prozent der Stadt in Trümmern, waren 100.000 Tote zu beklagen und 2,8 Millionen Menschen obdachlos. Mehr als vier Millionen Menschen flohen oder wurden evakuiert.

Der Zerstörungsgrad übersteigt damit die Auswirkungen der schweren Luftangriffe in Europa beispielsweise auf London, Hamburg und Dresden bei Weitem. Darüber, aber auch über den Neubeginn nach dem Krieg, spricht am kommenden Dienstag der japanische Politikwissenschaftler Prof. Eiichi Kido ab 19:30 Uhr in der Unterkirche der Frauenkirche.

Sein Vortrag »Tokio. Das Inferno am 10. März 1945 und heute« ist Teil der Reihe »Städte im Krieg – Städte für den Frieden«, zu der die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. gemeinsam mit dem Dresdner Geschichtsverein einlädt. Die Veranstaltung steht allen Interessierten bei freiem Eintritt offen.

Prof. Eiichi Kido studierte Germanistik an der Tokyo Gaikokugo Daigaku. Er ist seit 1994 Associate Professor im Fachbereich Internationale Politik an der Universität Osaka mit einem Schwerpunkt für Deutsche Politik. Mehrere Gastaufenthalte führten Eiichi Kido nach Deutschland, darunter 2000 eine einjährige Tätigkeit als Lektor für den Deutschen Akademischen Austauschdienst an der Universität Leipzig und 2008 ein Forschungsaufenthalt an der Freien Universität Berlin. Aktiv engagiert er sich gegen die wachsende Militarisierung und nukleare Aufrüstung Japans und für den Erhalt des Verfassungsartikels, der einen Verzicht auf Krieg und militärische Gewalt beinhaltet.

Musikalisch wird der Abend von der japanischen Pianistin Hideyo Harada umrahmt.

In der weiteren Folge der Vortragsreihe „Städte im Krieg – Städte für den Frieden“ spricht am Dienstag, 13. März, die Historikerin Bérénice Zunino über den kleinen französischen Ort Ronchamp mit seiner von Le Corbusier erbauten Kapelle Notre Dame du Haut (frz. Chapelle Notre-Dame-du Haut de Ronchamp, deutsch: Unsere Liebe Frau von der Höhe), Beginn ebenfalls um 19:30 Uhr.

Frauenkirche Dresden

Bild: Taube auf dem Taufstein in der Frauenkirche
Friedensbotschaft symbolisiert durch die Taube

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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