Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Dank an Pfarrer Holger Treutmann
20 Aug. 2024
Neue Senderbeauftragte der Kirchen beim MDR ist Ulrike Greim
DRESDEN – Pfarrer Holger Treutmann, der seit 2016 als Senderbeauftragter der evangelischen Kirchen beim MDR tätig war, beendete diesen Dienst Ende Juni 2024. Die Landeskirche dankt ihm für sein langjähriges Engagement im Medienbereich. Neue Senderbeauftragte der vier evangelischen Landeskirchen im Gebiet des Mitteldeutschen Rundfunks wird ab 1. Oktober 2024 Ulrike Greim aus der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM).
Den langjährigen Dienst von Holger Treutmann als Senderbeauftragter würdigt Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz: „Pfarrer Treutmann hat Verkündigung in den öffentlich-rechtlichen Medien immer auch als einen Beitrag zum Selbst-verständigungsprozess einer demokratischen Gesellschaft aus der Perspektive des christlichen Glaubens verstanden. Dafür gebührt ihm Dank und hohe Anerkennung.“ Mit seiner herausragenden Kompetenz als Prediger habe er christliche Verkündigung im Fernsehen und im Rundfunk begleitet und viele Menschen damit gestärkt und ermutigt, sagt Pilz. „Seine Arbeit hat christliche Kirche im öffentlichen Raum sichtbar und erlebbar werden lassen.“
Holger Treutmann wurde 1963 in Springe bei Hannover geboren und studierte Evangelische Theologie in Bielefeld-Bethel, Göttingen und Berlin. Nach dem Ersten Theologischen Examen 1989 absolvierte er eine Ausbildung zum geprüften Pharmareferenten in Hamburg und arbeitete vier Jahre in diesem Beruf. Nach dem Vorbereitungsdienst (Vikariat) in Celle und dem 2. Theologischen Examen wechselte er 1995 in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens.
Als ordinierter Pfarrer der Gemeinden Eibenberg-Kemtau und Chemnitz-Reichenhain sammelte er Erfahrungen im Pfarrberuf auf dem Land, bevor er auf der 1. Pfarrstelle der St. Pauli-Kreuz-Gemeinde in Chemnitz kirchliches Leben im kulturellen Umfeld der Stadt gestalten konnte.
Nach dem Wiederaufbau im Jahr 2006 wirkte er für zehn Jahre an der Dresdner Frauenkirche, war für missionarische Aufgaben der überregional bedeutsamen Kirche verantwortlich und gestaltete im Schwerpunkt die internationale Partnerschafts- und Friedensarbeit. Ab 2008 war er Teil der dreiköpfigen Geschäftsführung der Stiftung Frauenkirche, bis er 2016 die Aufgabe als Senderbeauftragter beim MDR übernahm.
Seit 1. Juli 2024 ist Pfarrer Treutmann als Theologischer Referent von Landesbischof Tobias Bilz in der Bischofskanzlei tätig.
Zukünftig wird Ulrike Greim als Senderbeauftragte die Ansprechpartnerin der Kirchen in den Landesfunkhäusern des MDR sein, die Verbindung zu den Programm-verantwortlichen beim Mitteldeutschen Rundfunk halten und die kirchliche Arbeit im Sender transparent machen. Bei Gottesdiensten und anderen Verkündigungsformaten, die für Radio, Fernsehen sowie online produziert werden, hat sie die kirchliche Leitung bei der Vorbereitung und Ausstrahlung. Zudem vertritt die Senderbeauftragte die Landeskirchen in der Beauftragten-konferenz des Gemeinschaftswerks Evangelischer Publizistik (GEP) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und steht bei der Planung der kirchlichen Sendeplätze beim MDR im ökumenischen Dialog.
„Durch Medien können wir ein Fenster zum Himmel öffnen und eine Tür zu einer Gemeinde. Im günstigen Fall können Gottesdienste helfen, zu erleben, dass wir verbunden sind – untereinander und mit Gott“, sagt Ulrike Greim mit Blick auf ihre neue Tätigkeit als Senderbeauftragte. „Es wird herausfordernd, in der rasanten Medienentwicklung die eigene Gangart zu finden. Dabei bleibt es die Aufgabe, fröhlich nach vorn zu glauben – auch bei schweren Themen.“
Ulrike Greim wurde 1971 in Friedrichroda geboren. Nach ihrer Ausbildung zur religionspädagogischen Gemeindemitarbeiterin absolvierte sie ein Volontariat bei der Thüringer Allgemeinen. Ab 1996 arbeitete sie als Reporterin und Redakteurin für den MDR und weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Von 2002 bis 2010 war Greim für den Deutschlandfunk Landeskorrespondentin in Thüringen. Seit 2011 ist sie Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sowie der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Dieses Amt wird sie neben ihrer Stelle als Senderbeauftragte noch bis März 2025 teilweise weiterführen. Daneben ist sie in der Fortbildung tätig.
Auf dem Sendegebiet des MDR befinden sich die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, Evangelische Landeskirche Anhalts sowie Teile der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Hinweis:
Der Gottesdienst zur Verabschiedung von Holger Treutmann und zur Einführung von Ulrike Greim wird am 20. Oktober 2024 um 14:00 Uhr in der Marktkirche Halle (Saale) stattfinden.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.