Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Dank an EKD-Schulstiftung aus Sachsen


15 März 2019

„Evangelische Schulen stärken den Zusammenhalt in der Gesellschaft“

LEIPZIG – Zwei Tage wurde in Leipzig gefeiert: Die Evangelische Schulstiftung in der EKD und die Barbara-Schadeberg-Stiftung begingen am 14. und 15. März 2019 mit prominenten Gästen aus Politik und Religion ihr 25-Jähriges Bestehen. Neben dem EKD-Ratsvorsitzenden Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm waren die Landesbischöfe Ralf Meister (Landeskirche Hannovers) und Dr. Carsten Rentzing (Landeskirche Sachsens) sowie Vertreterinnen und Vertreter beider Stiftungen, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, Helmut Holter, Vizepräsident der Kultusministerkonferenz, der sächsische Kultusminister Christian Piwarz und zahlreiche Gäste dabei.

„Die Evangelische Schulstiftung und die Barbara-Schadeberg-Stiftung stehen für den evangelischen Geist der Freiheit “, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm in seiner Predigt im Festgottesdienst in der Leipziger Peterskirche am 14. März, den er gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Religion des Evangelischen Schulzentrums Leipzig ausrichtete. Laudationes, Festvorträge, lebendige Beiträge von Schülerinnen und Schülern und eine zukunftsweisende Podiumsdiskussion, moderiert von chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott, prägten das weitere Jubiläumsprogramm.

„Ohne die ideelle und finanzielle Unterstützung der Barbara-Schadeberg-Stiftung und der Evangelischen Schulstiftung in der EKD wären sehr viele evangelische Schulen in Ost- und Westdeutschland nicht gegründet worden“, sagte Prof. Dr. Martin Schreiner, der Vorsitzende der Barbara-Schadeberg-Stiftung. Sachsens Landesbischof Dr. Carsten Rentzing erinnerte in seinem Grußwort an die Situation im Osten Deutschlands nach der friedlichen Revolution: „Nach der systematischen Benachteiligung von christlichen Schülerinnen und Schülern in der DDR war die Gründung freier Schulen für die Kirchen und für viele Akteure der friedlichen Revolution ein entscheidender Punkt im Aufbau demokratischer Verhältnisse.“ Den Schulstiftungen und dem Engagement vieler Ehrenamtlicher sei es zu verdanken, dass es allein im Raum der sächsischen Landeskirche 72 Schulen in evangelischer Trägerschaft mit insgesamt 12.000 Schülerinnen und Schülern gebe - bundesweit zählt man 1.100 evangelische Schulen mit mehr als 190.000 Schülerinnen und Schülern.

Gratulationen und Würdigungen

Hannovers Landesbischof Ralf Meister, der am zweiten Jubiläumstag eine Laudatio hielt, zeigte ebenfalls die wichtige Rolle evangelischer Schulen in einer demokratischen Gesellschaft auf: „Evangelische Schulen wollen eine zukunftssichere Gesellschaft gestalten, in der das Bewusstsein für die Schöpfung, eine klare demokratische Haltung und das Achten auf gerechte Teilhabe entscheidend sind.“ 

Auch Helmut Holter, Vizepräsident der Kultusministerkonferenz, hob die besondere Aufgabe evangelischer Schulen hervor: „Sie verstehen ihren Bildungsauftrag wertebasiert und wertsichernd und leisten wichtige Arbeit für das wechselseitige Verständnis und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“  Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig und ehemals Leiter der ersten evangelischen Schule in Leipzig,  betonte die Rolle der Pädagogen: „Das Elementare humaner Bildungsprozesse - die Stärkung von Subjektivität und Solidarität, von Urteilskraft und Empathie - wird zu einer noch dringlicheren Aufgabe. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Stellung des Lehrers und der Pädagogin wichtiger denn je wird.“

Einer der Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten war tags zuvor die Preisverleihung für Schulgottesdienste, die erstmalig von der Karl Bernhard Ritter Stiftung und der Evangelischen Schulstiftung in der EKD vergeben wurde. 80 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet - unter ihnen auch zahlreiche nicht-konfessionell gebundene - hatten sich um die Preise beworben.

Gewinner des Wettbewerbs ist das Evangelische Gymnasium Doberlug-Kirchhain (Brandenburg), die Schule erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Preis bekommt das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Johannes-Wagner-Schule in Nürtingen (Baden-Württemberg). Der dritte Preis in Höhe von 2.000 Euro geht an die Elisabeth-von-Thadden-Schule in Heidelberg-Waiblingen (Baden-Württemberg). Die Preise überreichten unter anderen der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, der Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie Dr. Roman Rösch und die Leiterin der Bildungsabteilung in der EKD, Dr. Birgit Sendler-Koschel.

Über zwei Sonderpreise können sich die Evangelische Grundschule Wunstorf (Niedersachsen) und die Evangelische Grundschule Frankenthal nahe dem sächsischen Bischofswerda  freuen. Bischof Heinrich Bedford-Strohm hob bei seiner Laudatio zur Preisverleihung vor allem die sprachliche Qualität und den theologischen Gehalt der Schulgottesdienste hervor.

Stiftungsratsvorsitzender Sönke Krützfeld verwies auf die vielfältigen Fördertätigkeiten der EKD-Schulstiftung in den letzten 25 Jahren, die sich immer wieder neu an aktuellen pädagogischen und gesellschaftlichen Bedürfnissen ausrichten. Diese Wege wolle die Stiftung konsequent weiter beschreiten.

Die Evangelische Schulstiftung in der EKD stärkt bundesweit Schulen in evangelischer Trägerschaft. Als wesentlicher Akteur vernetzt und fördert sie evangelische Bildungsträger bei der Gründung von Schulen und trägt zur Erhöhung der Bildungsqualität und zur Schärfung des evangelischen Profils bei. Die Schulstiftung steht für Trägerpluralismus und ist durch ihre Netzwerkstruktur ein Garant für nachhaltigen Einsatz von Fördergeldern. www.schulstiftung-ekd.de

Die Barbara-Schadeberg-Stiftung wurde 1994 aus dem privaten Vermögen der Unternehmerin Barbara Lambrecht-Schadeberg mit Sitz in Siegen errichtet. Die Stiftung fördert bundesweit die Profilentwicklung evangelischer Schulen und deren wissenschaftliche Begleitung. www.barbara-schadeberg-stiftung.de

Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung überreicht den 1. Preis an das Evangelische Gymnasium Doberlug-Kirchhain (Brandenburg)
Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung überreicht den 1. Preis an das Evangelische Gymnasium Doberlug-Kirchhain (Brandenburg)
Eröffnung durch OKR Pfarrer Sönke Krützfeld (l.) Vors. des Stiftungsrates der ESS EKD, und Prof. Dr. Martin Schreiner, Vors. der Barbare-Schadeberg-Stiftung und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing (am Pult)
Im Gottesdienst am Freitag in der Peterskirche
Sonderpreis für Vertreterinnen der Evangelischen Grundschule Frankenthal
Chor des Evangelischen Schulzentrums Leipzig

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite