Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Da schauten wir mal rein...


15 März 2020

Kleinolbersdorfer Kirche mit so viel Besuchern wie noch nie

CHEMNITZ – Mit einem Livestream-Gottesdienst am Sonntag, 15. März, aus der Kirche von Kleinolbersdorf bei Chemnitz reagierte die sächsische Landeskirche auf die am Tag zuvor von ihr erfolgte Bitte zur Absage aller Gottesdienste in der Landeskirche. Grund dafür ist die Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Warnungen und Vorgaben staatlicher Stellen bezogen auf Veranstaltungen. Auch die Kirche müsse nun verantwortlich handeln und alles tun, um die schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Im Sonntagsgottesdienst begrüßte der  Ortspfarrer Daniel Förster die Gemeinde im digitalen Raum, die aus bis zu 1.200 Zuschauern bestand. Im Internet konnte der Gottesdienstverlauf anhand eines Ablaufs und zugleich per Livestream zwischen 11:00 und 12:00 Uhr verfolgt werden.

An diesem, erst am Freitag entschiedenen, Livestream-Gottesdienst wirkte auch der neu gewählte Landesbischof Tobias Bilz mit, der seine erste Predigt im Bischofsamt nun auf diese Weise in aller Öffentlichkeit hielt. In einer Ansprache zur aktuellen Situation verwies er darauf, dass in dieser besonderen Zeit Gemeinschaft in neuen Formaten gelebt und erlebt werden könne. So schmerzlich das Absagen des Gottesdienstes für die Gemeinde sei, so ermögliche es vielleicht neue und kreative Idee, wie man als Gemeinde zusammenkommen und persönlich den Glauben leben könne.

In seiner Predigt sprach der Landesbischof am 3. Sonntag der Passionszeit (Okuli) über die Nachfolge Jesu und was sie damals und heute für die Menschen bedeute. Er appellierte an die Christen, von ihrem Glauben und von dem, was sie vom Reich Gottes verstanden hätten, zu reden. Das könnten Erfahrungen aus der eigenen Spiritualität, aus der Bereitschaft tätig zu helfen oder aus der Musik und dem Singen sein.

Sprachlosigkeit sei die Sache des Glaubens nicht. Der Glaube könne eine Herausforderung sein Dinge zu tun, die man sonst nicht mache. Hier zähle häufig der Augenblick, wo es kein Zögern geben dürfe. Verschieben heiße häufig vergessen, sagte Bilz. Jesu Ruf folgen, bedeute, „nach vorne zu sehen und Hoffnung zu haben“.

Diese Haltung konnte man auch im Gottesdienst spüren, der - von einigen Betern und Sängern sowie vom Kantor unterstützt - als normaler, nicht in allem perfekter Gemeindegottesdienst Menschen erreicht und berührt hat. Neben diesem Format kamen die Hörfunk- und Fernsehgottesdienste an diesem Sonntag besonders in den Blick, die wohl gerade in den nächsten Wochen von noch mehr Menschen gesehen werden.

Zum Livestream nach Kleinolbersdorf

Landesbischof Tobias Bilz in Kleinolbersdorfer Kirche

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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