Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Ökumenische Friedensgebete erinnern an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 85 Jahren
27 Aug. 2024
am Vorabend des 85. Jahrestags des Beginns des Zweiten Weltkriegs
DRESDEN – Mit einem Ökumenischen Friedensgebet erinnern Landesbischof Tobias Bilz und Bischof Heinrich Timmerevers am Freitag, 30. August 2024, um 12:00 Uhr in der Dresdner Frauenkirche an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 85 Jahren. Das Ökumenische Friedensgebet findet im Rahmen der Andachtsreihe „Friedenswort & Orgelklang“ der Dresdner Frauenkirche statt.
Auch in anderen Regionen Sachsens und Ostthüringens laden Kirchgemeinden der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, des Bistums Dresden-Meißen und der ACK Sachsen aus diesem Anlass am kommenden Wochenende zu Ökumenischen Friedensgebeten ein. Die Kirchen wollen damit an das Unheil erinnern, welches der Nationalsozialismus und in seiner Folge der Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 über Europa und die Welt gebracht haben und zugleich für den Frieden in der Gegenwart beten.
Landesbischof Tobias Bilz (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens), Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und Pfarrer Fabian Brüder (Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen) erläutern in ihrem gemeinsamen Schreiben an die Gemeinden das Anliegen: „Am 1. September 2024 jährt sich das Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 85 Jahren. Wir werden erinnert, welch großes Leid von Deutschland ausging. Der Krieg begann schon eher: mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Gesellschaft umgebaut. Menschen wurden in Zugehörige und Fremde eingeteilt. Andersdenkende wurden Schritt für Schritt an den Rand gedrängt, geächtet und umgebracht. Mit der Reichspogromnacht wurde die Verfolgung der Jüdinnen und Juden sichtbar. Millionen von ihnen wurden vertrieben und ermordet. Psychisch kranke und geistig behinderte Menschen wurden als weniger wertvoll erklärt und später getötet. Die Würde, die allen Menschen gilt, wurde mit Füßen getreten, Nächstenliebe galt nur noch für die einen, andere wurden verachtet. Aus Zusammenhalt wurde Ausschluss. In Scham und Trauer denken wir an die Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges. Das erinnert uns, auch heute gegen jede Relativierung dieser Zeit einzutreten.“
Die Leitenden Geistlichen weisen auch auf die aktuelle Situation hin: „Wir erleben in diesen Wochen, dass Grenzen eines demokratischen Miteinanders verletzt werden. Gewalt durch Wort und Tat, extremistische und populistische Positionen werden wir nicht akzeptieren. Misstrauen, Hass und Hetze treiben die Gesellschaft auseinander. Als Kirchen setzen wir uns heute für ein Miteinander ein, in dem die Menschenwürde geachtet, Nächstenliebe praktiziert und Zusammenhalt erwachsen kann.“
Ausgewählte Friedensgebete in Sachsen und Ostthüringen
Am 31. August 2024, dem Vorabend des historischen Datums, finden in zahlreichen sächsischen Kirchgemeinden Friedensgebete statt. Im erzgebirgischen Aue wird um 17:00 Uhr ein Friedensgebet in der St.-Nicolai-Kirche gefeiert, um 18:00 Uhr beginnt in der Lutherkirche in Kirchberg ein weiteres Friedensgebet im Gedenken an den Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges statt. Die Pfarrei Mariä Geburt Aue-Bad Schlema schließt ihr Pfarrfest am Sonntag, 1. September, mit einem Ökumenischen Friedensgebet um 15:30 Uhr in der Evang. Kirche in Johanngeorgenstadt ab.
In Chemnitz wird aus diesem Anlass am selben Tag um 18:00 Uhr zu einem Friedensgebet in die St. Andreaskirche sowie zu einem Ökumenischen Friedensgebet in die St. Jodokuskirche Chemnitz-Glösa eingeladen. Ein weiteres Ökumenisches Friedensgebet findet am 31. August um 18:00 Uhr in der Friedenskirche Chemnitz statt und wird durch die Evangelisch-Methodistische Kirche auch per Zoom übertragen. In der Pfarrkirche St. Johannis Freiberg (Hospitalweg 2A) wird ebenfalls am 31. August um 19.15 Uhr ein ökumenischer Friedens-Gottesdienst gefeiert.
Nachdem bereits am Montag im Ökumenischen Friedensgebet in der Dresdner Kreuzkirche und in der Altenburger Brüderkirche an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 85 Jahren erinnert wurde, wird am kommenden Wochenende auch in weiteren Kirchen in Dresden zu Friedensgebeten eingeladen. Am Samstag, 31. August, jeweils um 18:00 Uhr, sind Ökumenische Friedensgebete in der Heilandskirche in Dresden-Cotta, in der Herz-Jesu-Kirche in der Johannstadt und in der Versöhnungskirche in Striesen geplant. Letzteres wird gemeinsam mit der Evangelisch-Methodistischen Zionsgemeinde und der katholischen Gemeinde "Mariä Himmelfahrt" gefeiert.
Zu einem ökumenischen Friedensgebet in Bautzen wird bereits am Freitag, 30. August, um 18:00 Uhr in den St. Petri-Dom eingeladen. In Ostsachsen finden darüber hinaus am 31. August jeweils um 18:00 Uhr Friedensgebete in der Kirche in Bertsdorf im Zittauer Gebirge sowie in der Christuskirche Bischofswerda statt sowie ein ökumenisches Friedensgebet in Ostritz am 31. August um 18:00 Uhr. Am 1. September um 17:00 Uhr wird hier darüber hinaus eine ökumenische Andacht mit polnischen und tschechischen Christen am Dreiländerpunkt (Tschechische Seite) begangen.
Zu einem Ökumenischen Friedensgebet wird in Borna um 18:00 Uhr in die Stadtkirche St. Marien eingeladen. In der Nikolaikirche in Leipzig wird in dem traditionellen Friedensgebet am Montag, 2. September, um 17:00 Uhr an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 85 Jahren erinnert werden. Gemeinsam mit dem Polnischen Institut Berlin, Außenstelle Leipzig, will man in dem Friedensgebet erinnern, mahnen und um Versöhnung bitten. Die musikalische Ausgestaltung wird der Mädchenchor der Schola Cantorum Leipzig übernehmen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.