Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Christliche Ferien- und Tagungsstätten in Corona-Zeiten


05 Mai 2020

DRESDEN - Wie viele andere trafen die Corona-Maßnahmen auch die christlichen Beherbergungshäuser ganz plötzlich und somit völlig unvorbereitet. Die Häuser, welche sich in Trägerschaft der Landeskirche, von Kirchenbezirken, Gemeinden oder christlichen Vereinen befinden, müssen sich in der Regel wirtschaftlich selbst tragen. Dabei sprechen wir von jährlich ca. 300.000 Übernachtungen.

Die Schließung der Häuser, der plötzliche Leerstand und die Ungewissheit über die Dauer dieses Zustandes stellen sie bzw. deren Träger vor große Herausforderungen. Die Sorgen und Ängste der Angestellten in Bezug auf ihre Zukunft sind allgegenwärtig.

AG Christliche Tagungs- und Freizeithäuser bündelt und koordiniert Anfragen

Die meisten der 57 sächsischen Beherbergungsstätten sind in der Arbeitsgemeinschaft "Christliche Tagungs- und Freizeithäuser" (Sitz im Landesjugendpfarramt) und somit eng miteinander verbunden. Dort häuften sich mit Beginn der behördlichen Schließung die Fragen zu Stornoregelungen, Kurzarbeit, Betriebsschließungsversicherung, alternativen Belegungsmöglichkeiten etc. Alle Anfragen und Themen wurden gesammelt, bearbeitet und zielführend weitergeleitet.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz schätzt die Situation als Dezernent für Kinder, Jugend, Bildung und Diakonie im Landeskirchenamt folgendermaßen ein: „Unsere Kirche ist ohne Rüstzeiten und ohne Rüstzeithäuser kaum vorstellbar. Über viele Generationen hinweg sind die evangelischen Häuser Orte einer reichen und tragenden Glaubenserfahrung, Orte von orientierender Bildung. Die bedrückenden Sorgen von Trägern und Hausleitungen hören wir deshalb genau. Gott sei Dank verfügen wir mit der Arbeitsgemeinschaft „Christliche Tagungs -und Freizeithäuser in Sachsen“ über ein gutes und arbeitsfähiges Netzwerk. Immerhin konnten wir erreichen, dass die Anliegen der christlichen Häuser auch in der Landesregierung gesehen werden. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weiter alles versuchen, was irgendwie geht und verantwortbar ist, um Unterstützung zu leisten.“  

Die enge Kooperation mit den anderen Trägern der Kinder- und Jugendübernachtungsstätten in Sachsen (Jugendherbergen, Schullandheime, Kieze) sowie die Zugehörigkeit zum Bundesnetzwerk „Himmlische Herbergen", in welchem ca. 350 christliche Beherbergungsstätten miteinander verbunden sind, ist aktuell von besonderem Vorteil. Dadurch konnte sowohl auf Landesebene als auch auf Bundesebene die bedrohliche Situation für die Häuser mit einer Stimme und mit großer Kraft in den Blick der Entscheidungsträger gerückt werden.

Zusage für Zuschüsse des Freistaates Sachsen

Eine Abfrage der Ausfallzahlen wurde durch die AG erstellt und die Ergebnisse zur Definierung notwendiger Hilfen an Land und Bund weitergeleitet. Inzwischen gibt es eine Zusage für Zuschüsse des Freistaates Sachsen über ein erstes Nothilfepaket in Höhe von fünf Mio. Euro. Die Richtlinie, anhand derer auch die Beantragung der Zuschüsse möglich ist, wird zurzeit im Staatsministerium für Soziales erarbeitet.

In vielen Häusern musste jedoch zunächst Kurzarbeit beantragt werden, um die laufenden Kosten für die Träger zu begrenzen.

Die Unsicherheit in den Häusern ist nach wie vor durch die Frage nach den Perspektiven begründet. Da nicht alle Sachverhalte in den nächsten Wochen geklärt werden können, sind Besonnenheit, das Wissen, nicht allein unterwegs zu sein, und die Hoffnung auf Gottes gute Wege hilfreiche Begleiter.

Rüdiger Steinke, Geschäftsführer des Landesjugendpfarramts Sachsen ist guter Hoffnung, schon bald weiterführende und perspektivisch hilfreiche Nachrichten mitteilen zu können und dass die gewachsene Landschaft der christlichen Tagungs- und Freizeithäuser in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens Bestand haben wird.

Text: Rüdiger Steinke

Fotos: © bei den jeweiligen Häusern

 

Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis
Freizeitheim Blockhütte in Grünbach
Bungalowsiedlung Hüttenstattmühle in Marienberg
Christliche Ferienstätte Haus Gertrud Jonsdorf
Haus zur Grabentour in Halsbrücke, bei Freiberg

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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