Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Chemnitzer Friedenstag
02 März 2019
Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt am Friedenstag 5. März
CHEMNITZ - Ausgangspunkt für den Friedenstag war 2002 eine Idee des Pfarrers i.R. Hans-Jochen Vogel (+2005) und der Sängerin Sabine Kühnrich. Beide wollten dem Gedenktag einen neuen Charakter verleihen und zukünftig friedensstiftende kulturelle und politische Impulse für die Stadt etablieren. Nach zahlreichen Unterschriften namhafter Chemnitzer entstand gemeinsam mit dem für kirchliche Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Pfarrer Stephan Brenner die Arbeitsgruppe zum Chemnitzer Friedenstag. Mit jedem Jahr wuchs die Anzahl der Engagierten mit dem Ziel, den Friedenstag mit Leben zu füllen.
Inzwischen ist das Bewusstsein für die Problematik von Krieg und den Ursachen des Zweiten Weltkriegs auch in der Nachwuchsgeneration hoch. Dem entgegenstehen Anzeichen rassistischer und rechtsextremer Tendenzen in der Gesellschaft. Um geschichtlichen Ereignissen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, Friedensimpulse zu setzen und nicht zuletzt den 4.000 Kriegsopfern während der Bombardierung von Chemnitz zu gedenken, begehen die Chemnitzer am 5. März den Friedenstag.
Auch wenn die Stadt zwischen dem 6. Februar und dem 11. April 1945 zehn Mal aus der Luft angegriffen wurde, erlebte sie am 5. März den schwersten Angriff, bei dem die Hälfte der insgesamt zu Tode gekommenen starben. Die Bomben zerstörten damals 80 Prozent der Innenstadt.
Angebote anlässlich des Chemnitzer Friedenstags
Auf dem Chemnitzer Neumarkt lädt ein begehbares Kreuz zur Besinnung ein. Dort können auch "Friedenswünsche" hinterlassen werden. Um 11:00 Uhr wird das Friedenskreuz vom Bürgerverein FUER CHEMNITZ e.V. gemeinsam mit der Arbeitsgruppe des Friedenstages eröffnet. Zeitgleich können die Kunstprojekte Chemnitzer Schulen bewundert werden, die im letzten Jahr in Workshops entstanden sind.
Zwischen 12:00 und 16:00 Uhr gibt es im Stadtverordnetensaal des Rathauses stündlich Filmvorführungen zur vollen Stunde. Die 30-minütigen Filmsequenzen geben die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges und der Bombardierung durch die Berichte von Zeitzeugen wieder.
Ab 16:00 Uhr präsentieren Schülerinnen und Schüler der Städtischen Musikschule Jazz- und Popsongs in Begleitung von Henrik Lehmann.
Eine Stunde später, um 17:00 Uhr, stimmt die Gruppe Motus und das Gitarrenorchester der Städtischen Musikschule Chemnitz unter Leitung von Birgit Berndt zum „gemeinsamen Musizieren“ ein. Gleichzeitig sind sie selbst ein gutes Beispiel für gelebte und gelungene Inklusion. In dem integrativen Projekt „Motus“ musizieren seit 24 Jahren Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam mit professionellen Musikerinnen und Musikern.
Friedenswege, Abendprogramm und Gottesdienst
Auch die fünf Friedenswege, die um 17:00 Uhr beginnen, sind ein starkes und dynamisches Zeichen. Es steht nicht für Konfrontation, sondern für den gemeinsamen konstruktiven Willen, „den Frieden zu suchen und ihm nachzujagen“, wie es in der Jahreslosung für 2019 heißt. Startpunkte befinden sich am Stadlerplatz, der Röm.-kath. Propsteikirche St. Johannes Nepomuk (Hohe Straße 1), der Ev.-meth. Friedenskirche (Kaßberg 30), der Ev.-luth. St. Petrikirche am Theaterplatz und der Ev.-luth. St. Markuskirche am Körnerplatz.
Indem alle Friedenswege auf den Chemnitzer Neumarkt hinführen, machen sie deutlich, dass unterschiedliche Ausgangspunkte und verschiedene Erfahrungen einem friedvollen Zusammenkommen letztlich nicht hinderlich sind.
Bevor das Ankommen am Zielort „Neumarkt“ um 18.00 Uhr in die abendliche Kundgebung mit dem Motto „Frieden im Dialog“ übergeht, gibt es ein kleines Vorprogramm.
FRIEDEN IM DIALOG - Chemnitz ist eine freundliche Stadt
Zum Abschluss wird um 20:00 Uhr zu einem Gottesdienst in die Stadt- und Marktkirche St. Jakobi eingeladen. Unter dem Motto „Frieden im Dialog“ gestalten Superintendent Frank Manneschmidt, Pfarrerin Dorothee Lücke (Predigt), Toni Leuschner, Texte und Bandoneon, Sabine Petri, Klavier, den Gottesdienst liturgisch. Die musikalische Begleitung übernimmt die St. Petri-Schloß-Kantorei unter Leitung von KMD Siegfried Petri. Es erklingen Stücke von Martin Palmeri (aus „MISA A BUENOS AIRES“ - Tangomesse) und Johann Sebastian Bach.
Um 21:00 Uhr läuten am Chemnitzer Friedenstag traditionell die Kirchenglocken der Stadt zum Gedenk- und Gebetsgeläut.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.