Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Bundeskongress Evangelische Schule in Dresden zu Gast


28 Sept. 2021

Austausch zwischen Vertreter:innen aus Schulpraxis und Wissenschaft zur Zukunft des Lernens nach der Corona-Pandemie

DRESDEN – Am 30. September und 1. Oktober 2021 findet der achte Bundeskongress Evangelische Schule im Haus der Kirche (Dreikönigskirche) in Dresden sowie digital statt. Veranstaltet wird er vom Arbeitskreis Evangelische Schule der EKD, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsens und der Schulstiftung der evangelischen Kirche in Norddeutschland.

Unter dem Motto „Sehet, der Mensch! Die Zukunft des Lernens gestalten“ werden sich Vertreterinnen und Vertreter von evangelischen Schulen aus ganz Deutschland zu Voraussetzungen digitalen Lernens vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Corona-Pandemie austauschen. Weltweit führende Expert:innen für digitale Bildung, Pädagog:innen, Schulverantwortliche, Kirchenleitende, Bildungspolitiker:innen und Wissenschaftler:innen aus dem ganzen Bundesgebiet, den USA und Europa werden Vorträge und Workshops halten. Neben einer coronabedingt begrenzten Teilnehmerzahl vor Ort wird der Großteil der Teilnehmenden die Tagung digital verfolgen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, würdigt die Evangelischen Schulen als besondere Bildungsorte: „Wir brauchen Menschen mit Rückgrat, kritischem Bewusstsein und geschultem Umgang mit dem Netz. Sonst laufen sie Gefahr, in Bubbles steckenzubleiben, Meinungsmachern und Influencern zu unterliegen und sich in der rein virtuellen Realität zu verlieren. Bei allen Chancen der Digitalität: Es muss die Fülle des Menschseins erhalten bleiben. Genau dieser Blick für die Fülle des Menschseins unserer Schüler:innen und Lehrer:innen macht evangelische Schulen aus“.

Für den Arbeitskreis Evangelische Schule der EKD erläutert Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel den inhaltlichen Schwerpunkt des Bundeskongresses: „Auch evangelische Schulen mussten in den Lockdowns hart an der Digitalisierung von Unterricht und Schulleben arbeiten. Dass sie in allen neuen digitalen Formen intensiv den persönlichen Kontakt zu den Schüler:innen aufrechterhielten, war wichtig.“ Umso mehr freue sie sich, dass das Evangelische Gymnasium Nordhorn wegen des diakonischen Engagements seiner Schüler:innen – auch in der Pandemie  - mit dem Deutschen Schulpreis 2021 ausgezeichnet worden sei. „Gerade in der Digitalität bleibt die Entwicklung sozialer Kompetenz sehr wichtig.“, so Sendler-Koschel.

Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, Bildungsdezernent im Landeskirchenamt in Dresden, freut sich, dass der Bundeskongress in Dresden stattfindet: „In Sachsen hat sich in den letzten 30 Jahren eine bunte Vielfalt evangelischer Schulen entwickelt, die – getragen von ganz viel Engagement vor Ort - zu guten Orten des Lernens für Kinder und Jugendliche geworden sind. Der Kongress wird hoffentlich viele gute Impulse für die Arbeit in unseren Schulen bieten.“ Die Corona-Pandemie habe die Schulleitungen und Lehrkräfte, aber auch die Eltern und Schüler:innen vor riesige Herausforderungen gestellt, aber eines sehr deutlich gezeigt: „Kinder wollen in die Schule gehen! Die Monate des Homeschooling und der Isolation haben Kinder, Jugendliche und ihre Eltern enorm belastet. Oft wird vergessen: Etwa ein Drittel aller Schüler wurden im sogenannten Fernunterricht gar nicht erreicht. Die Voraussetzungen für digitales Lehren und Lernen in den Familien und Regionen sind eben sehr unterschiedlich.“ In dieser Krise hätten gerade Kinder und Jugendliche in besonderer Weise erfahren, dass das Leben verletzlich und unverfügbar ist. Religion biete dafür eine eigene Kultur und Sprache, um tiefgreifende Erfahrungen ausdrücken zu können. „Es genügt nicht, Kindern Lesen und Schreiben oder nun auch digitale Kompetenten beizubringen. Wir sind ihnen auch den Reichtum an Gesten und Formen religiösen Lebens schuldig.“, so Burkart Pilz.  

Ablauf und Inhalte der Tagung

Am Donnerstag, 30. September beginnt 9:00 Uhr das Programm mit virtuellen Schulbesuchen. Sachsen hat mit 92 evangelischen Schulen die höchste Dichte von evangelischen Schulen in Deutschland. Davon werden sechs ausgewählte Schulen in digitalen Schulführungen ihre pädagogischen Konzepte und Besonderheiten präsentieren.

Um 10:30 Uhr wird der Kongress mit Grußworten des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel (Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie Mitglied des Rates der EKD) sowie von Landesbischof Tobias Bilz (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens) eröffnet. Nach den Grußworten stimmen kurze Blitzlichter aus der Perspektive von Schüler:innen, Lehrer:innen und Schulleitung auf das Thema der Tagung ein. Es folgen Vorträge von Prof. Dr. Birte Platow (TU Dresden) zum Beitrag einer christlich-theologisch fundierten Bildung in einer digitalisierten Welt und von Prof. Dr. Barbara Oakley (Oakland und McMaster University) über digitale Bildung und Bildungschancen.

Um 17:45 Uhr wird der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Kirchraum der Dreikönigskirche ein Grußwort sprechen. Im Anschluss gestalten Landesbischof Tobias Bilz und Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz einen Gottesdienst.

Der zweite Kongresstag (1. Oktober) beginnt 08:30 mit einer Morgenandacht, die von Kirchenpräsident Dr. Dr. h.c. Volker Jung (Evangelischen Kirche Hessen-Nassau) gehalten und von M. & The Jazzmathics, der Schulband des Evangelischen Kreuzgymnasiums, musikalisch gestaltet wird.

Nach dem Online-Vortrag „Digitaler und technologischer Wandel als Chance und Risiko für Menschen und ihre Bildung“ von Professor Baltes (Hochschule Konstanz) wird erneut eine Reihe an Workshops angeboten. Zeitgleich dazu werden sich sieben Experten im Forum (Livestream) über theologische, neurowissenschaftliche, technikwissenschaftliche und pädagogische Perspektiven zum Thema „Digital Mensch bleiben“ austauschen.

Alle Details des Programms

Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm während der Kongresseröffnung
Virtuelle 360-Grad-Rundgänge in Schulen, deren Vertreter:innen die pädagogischen Konzepte präsentieren
Prof. Dr. Barbara Oakley (Elektroingenieurin & Linguistin) von der Oakland und McMaster University spricht in ihrem Vortrag "Take your chance Learn what you want" über neue Welten digitaler Bildungschancen
Landesbischof Tobias Bilz, Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz (Dezernat Kinder, Jugend, Bildung und Diakonie), Ministerpräsident Sachsens Michael Kretschmer und Oberkirchenrat Christoph Seele (Beauftragter der Evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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