Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Buch über Vernichtung von Bronzeglocken im Ersten Weltkrieg
19 Juni 2017
1.810 vernichtete sächsische Kirchenglocken sind im Buch vollständig aufgeführt
DRESDEN - Im Erscheinungsjahr des Buches unter dem Titel „Als die Glocken ins Feld zogen …“ jährt sich die Beschlagnahme und anschließende Vernichtung der Bronzeglocken von etwa 43.000 Kirchen beider Konfessionen, von Rathäusern, Rittergütern, Schulen und Fabrikgebäuden im deutschen Kaiserreich und fast aller Kirchen im Kaiserreich Österreich-Ungarn zum hundertsten Male. Mit diesem kulturbarbarischen Akt sollte materiell-technisch die Fortführung des Ersten Weltkrieges ermöglicht werden. Statt drei, vier oder noch mehr Glocken verblieb den meisten Kirchen im Deutschen Reich am Ende des Sommers 1917 nur noch eine – in der Regel die kleinste – Glocke zum Läuten. Dieses Geschehen ist bisher in keiner Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammenfassend aufgearbeitet worden.
Mit dem umfangreichen und gut ausgestatteten 256-seitigen Werk schließen die Autoren Dr. Thümmel, Kreß und Schumann eine seit Langem bestehende Lücke in der Literatur über die erheblichen Glockenverluste in sächsischen Kirchen und profanen Gebäuden im Ersten Weltkrieg. Damit ergänzt das vorliegende Werk das 2015 im gleichen Verlag in 2. Auflage erschienene Buch von Rainer Thümmel: „Glocken in Sachsen. Klang zwischen Himmel und Erde“.
Nach Schilderung des fast durchweg guten technischen und musikalischen Befundes in den sächsischen Glockenstuben am Vorabend des Ersten Weltkrieges, nicht zuletzt durch den hohen Anteil neuer Geläute, wird die Mobilisierung und Beschlagnahme der Buntmetallreserven im Deutschen Kaiserreich und in Österreich-Ungarn für die Fortsetzung des in bisher nicht vorstellbarem Umfang materialintensiven Krieges behandelt. Davon betroffen waren auch die Prospektpfeifen aus Zinn nahezu aller Orgeln und die Bronzeglocken aller Eigentümer.
Die dazu erlassenen militärischen Vorschriften und ihre Umsetzung im zivilen Bereich werden kenntnisreich beschrieben. Der Umfang der Glockenvernichtung 1917/18 - aus dem Glockenmaterial wurden Granaten und Patronen gefertigt - wird für Österreich-Ungarn im Überblick und detailliert für Sachsen behandelt. Die 1.810 vernichteten sächsischen Kirchenglocken sind in einem Verzeichnis vollständig aufgeführt. Die Rekonstruktion dieses verlorenen historischen Glockenbestandes erforderte jahrelange, umfangreiche Recherchen.
Der Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, der in einem Begleitschreiben jeder Kirchgemeinde seitens der Landeskirche ein Exemplar zur Verfügung stellen wird, betrachtet die damalige Verwendung der Glocken als Kanonenfutter als Frevel. Angesichts der damaligen Glockenziernamen u.a. wie „Pax“, „Frieden“ oder „Gerechtigkeit“ sei dies ein Hohn der Geschichte, so Dr. Kimme. Er dankte den Glockensachverständigen für die umfangreiche Arbeit, um in diesen Fällen nachvollziehen zu können, was vor 100 Jahren passiert sei.
Weiterhin hervorgehoben wird in dem Buch die fast vollständige Vernichtung des Werkes von Glockengießern des 19. Jahrhunderts. Auch die Schonung von Glocken aus denkmalpflegerischen und musikalischen Gründen wird erläutert. Die Anstrengungen der Kirchgemeinden schon kurz nach Kriegsende zum Ersatz der vernichteten Glocken runden diese Gesamtdarstellung ab. Der informative Anhang enthält u.a. eine Übersicht heute nicht mehr vorhandener Kirchen, deren Glocken Bestandteil des Verlustverzeichnisses sind, und die 94 kostbaren Geläute der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, die beide Weltkriege unbeschadet überstanden haben.
Somit ist das Buch ein interessanter Wissensspeicher und nicht zuletzt eine nachdrückliche Ermahnung, für den Erhalt des Friedens unablässig einzutreten und dafür auch zu beten. Dann hat die auf so vielen Glocken eingegossene Inschrift nach dem Lukas-Evangelium 2,14, die einst auch so manche in den Weltkriegen für das Töten zerstörte Glocken zierte, eine echte Chance: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“
Rainer Thümmel | Roy Kreß | Christian Schumann
Als die Glocken ins Feld zogen …
Die Vernichtung sächsischer Bronzeglocken im Ersten Weltkrieg
256 Seiten | 18 x 27 cm | zahlr. Abb.
Hardcover | Fadenheftung
EUR 30,00 [D]
ISBN 978-3-374-05203-5
EVANGELISCHE VERLAGSANSTALT Leipzig
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.