Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Russischer Bischof Andrei Dschamgarow verstorben


13 Feb. 2023

DRESDEN / SARATOW - Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER), Andrei Dschamgarow (Moskau) verstarb nach den Angaben seiner Kirche in der Nacht zum 9. Februar 2023 im Alter von 55 Jahren unerwartet an den Folgen eines Schlaganfalls. Dschamgarow war erst im Oktober 2022 zum Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELK ER) gewählt worden. Gemeinsam mit Erzbischof Wladimir Proworow wurde er am 6. November 2022 in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg in sein Amt eingeführt. Die sächsische Landeskirche hat seit 2014 offizielle Partnerschaftsbeziehungen zur ELKER, die sich von St. Petersburg auf einem riesigen Gebiet bis zum Ural erstreckt. 

Landesbischof Tobias Bilz sprach den Angehörigen von Bischof Dschamgarow sowie den Geschwistern der Partnerkirche seine Anteilnahme aus: "Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod Ihres Bischofs Andrej Dshamgarov erfahren. Dieser plötzliche Tod erfüllt uns mit Trauer und Schmerz und wir leiden mit Ihnen. Wir möchten den Angehörigen von Bischof Dshamgarov und Ihrer ganzen Kirche unsere Anteil­nahme aussprechen. Ich tue dies persönlich als Landesbischof und gleichzeitig auch im Namen der Schwestern und Brüder des Landeskirchenamtes. Wir fühlen uns mit Ihnen in besonderer Wei­se verbunden und ahnen, was sein Tod jetzt in dieser schweren Zeit für Sie bedeutet. Wir sind im Gebet und in Gedanken bei Ihnen. Möge die Hoffnung auf das neue Leben in Gottes Ewigkeit Ihnen Kraft und Vertrauen in dieser Situation geben."

Neben der sächsischen Landeskirche unterhalten auch die Dresdner Kirchenbezirke enge Kontakte zu den lutherischen Gemeinden im europäischen Russland. Diese wurden vor der Corona-Pandemie durch regelmäßige Besuche von Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen lebendig gehalten. Auch seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine versucht die sächsische Landeskirche die Kontakte zu den Christinnen und Christen in Russland nicht abreißen zu lassen. So riefen die Kirchenleitung und die Landessynode dazu auf, nebem dem Gebet für den Frieden und der Unterstützung der Notleidenden auch das Gespräch mit Christen aller Konfessionen und mit Menschen über alle Grenzen hinweg zu verstärken, um Brücken für den Frieden zu bauen. Der Vorgänger Dschamgarows im Bischofsamt der ELKER, Dietrich Brauer (39), hatte das Bischofsamt niedergelegt, nachdem er sich kritisch zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine geäußert hatte und dann im März 2022 zusammen mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet war. 

Andrei Dschamgarow wurde am 15. März 1967 in Baku geboren und studierte am Nationalen Polytechnischen Institut in Armenien. Seine kirchliche Ausbildung erwarb er im Fernstudium am Theologischen Seminar in Nowosaratowka. Seit 2004 war er als Prediger in der Gemeinde Saratow tätig. 2010 – 2018 war er Vorsitzender des dortigen Gemeinderates. 2014 wurde er ordiniert. 2017 wurde er Propst der Propstei Saratow und Präsident der Generalsynode der ELK ER. Seit September 2021 war er auch Propst in der Propstei Nordkaukasus der ELK ER.

Bischof Andrei Dschamgarow (Foto: GAW)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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