Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Bilanz: Lutherdekade und Reformationsjubiläum


27 Nov. 2017

Rückblick in Gruppen nach Arbeitsbereichen und Regionen Sachsens

DRESDEN – Aus Anlass der beendeten Lutherdekade und dem zu Ende gehenden Reformationsjubiläum 2017 hatten die sächsischen Landeskirche in Kooperation mit dem Freistaat Sachsen zu einer Auswertungstagung in das Haus der Kirche|Dreikönigskirche am 27. November eingeladen. Die 78 Teilnehmenden, darunter Akteure und Projektverantwortliche der vielfältigen und zahlreichen Veranstaltungen begaben sich noch einmal in die Arbeitsschwerpunkte und Themenübergreifenden Bereiche von Religion, Politik, Bildung sowie Kultur und Tourismus. Immerhin dienten die Themen als Säulen des gemeinsamen Gebäudes, das sich immer vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Relevanz und Akzeptanz messen lassen musste. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Oberkirchenrat Christoph Seele, Beauftragter der ev. Kirchen im Freistaat Sachsen und von Michael Seimer, landeskirchlicher Referent für die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum.

Genau dieser Frage gingen am Nachmittag auch vier Arbeitsgruppen nach, inwieweit dies gelungen war und welche Ergebnissicherung und Nachhaltigkeit sich aus den Projekten ergeben könnten.
Als Begrüßung und Impuls hörten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zuvor drei Statements mit Blick auf das Reformationsjubiläum von Dr. Sigrid Blas-Engels, Gruppenleiterin beim Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, von Dr. Stephan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und von Landesbischof i.R. Jochen Bohl, in dessen Amtszeit (2004-2015) die Durchführung der Themenjahre und die Vorbereitung des Reformationsjubiläums fielen.

In den vier Arbeitsgruppen spiegelten die Teilnehmenden ihre jeweiligen Erfahrungen aus den ursprünglichen Erwartungen, den Realisierungen und den zukünftigen Möglichkeiten, Materialien weiterhin zu nutzen. Insbesondere im Bereich der Bildung sei die Chance im Reformationsjubiläum genutzt worden. So müsse der Beitrag von Grundinformationen für Kinder und Jugendliche fortgeführt und verstetigt werden. Beispielsweise werde mit der Plattform „Impuls Reformation“ weitergearbeitet.  

Im Bereich Kultur und Tourismus sei festzustellen, dass über die enge Verbindung zwischen Kirche und Kultur in der Verbindung zum Tourismus noch stärkere Entwicklungspotentiale bestünden. Kirche müsse sich als „Gastgeber“ verstehen.  Neben der Kirchraumpädagogik seien die verlässlich geöffneten Kirchen die beste Möglichkeit, Kirche niederschwellig zu erfahren. In Zwickau gebe es eine von Stadt und Kirchgemeinde gemeinsam getragene Stelle an der Katharinenkirche.  
Generell wirke außer den Kirchen kaum ein anderer Kulturträger so breit und tief in die ländliche und dörfliche Lebenswirklichkeit.

Aufgrund des Potentials ist die Landeskirche seit Jahresbeginn Mitglied im Landestourismusverband und am 1. Februar 2018 werden auf einem Fachtag in Dresden unterschiedliche Aufgabenfelder und derzeitige Projekte vorgestellt und zukunftsweisend diskutiert.

In den Gesprächsformaten des Tages und in einzelnen Wortbeiträgen fanden mehrfach die Veranstaltungsvielfalt und der engagierte Einsatz von Christen in den Kirchgemeinden anerkennend Erwähnung. Ausstellungen, Vorträge, Feste, Baumpflanzaktionen und sehr persönliche Beiträge vor Ort wurden in ihrem Umfang, in der Außenwirkung und der medialen Wahrnehmung hervorgehoben und gewürdigt.

Auch im abschließenden Podiumsgespräch mit Vertretern der Regionalgruppen in Sachsen wurden die Erfahrungen mit Kooperationspartnern in Politik und Gesellschaft vorgestellt. Häufig seien regionale Aktivitäten im Jahre 2009 entstanden, manchmal zunächst als „Wildwuchs“ unterschiedlicher Akteure, sei später Struktur hineingekommen. Für das Vorhaben ‚Lutherweg in Sachsen‘ übernahm der Tourismusverband Burgen- und Heideland die Projektleitung und in der Oberlausitz sei das Projekt „Ganz anders. Die Reformation in der Oberlausitz“ mit mehreren Aktivitäten und Ausstellungen in Görlitz und Zittau das erste gemeinsame Vorhaben der Gesamtregion. Weitere regionale Projektgruppen bildeten sich in den Kirchenbezirken Leisnig-Oschatz im Zusammenwirken mit Leipziger Land, die Stadt Leipzig sowie Zwickau als die zweite vollreformierte Stadt nach Wittenberg mit dem vergebenen Prädikat „Reformatonsstadt“. Neben Ausstellungen und Fachtagungen war sie auch einziger Ort in der Landeskirchenkirche auf dem Europäischen Stationenweg.

Reformationsjubiläum 2017

Foto: evlks, OK
Stehend: Dr. Stephan Rhein (l.), OKR Christoph Seele, OLKR Dr. Peter Meis

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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