Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Betriebsbesuch des Landesbischofs bei eins


16 Juni 2018

CHEMNITZ – Landesbischof Dr. Carsten Rentzing stattete dem Unternehmen eins energie in sachsen (eins) am 15. Juni 2018 einen Betriebsbesuch ab. Der bedeutende regionale Energieversorger mit Sitz in Chemnitz informierte über seine Aufgabengebiete und stellte dem Landesbischof neben der Leitstelle für Gas, Wasser & Fernwärme sowie Strom auch einen modernen Batteriespeicher vor. 

Begleitet wurde Landesbischof Dr. Rentzing von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Kirchenbezirks Chemnitz unter Leitung von Superintendent Frank Manneschmidt, dem Team der Bischofskanzlei und Mitarbeitern der Kirchlichen Männerarbeit. 

Auf der Seite der Gastgeber standen der Geschäftsführer Roland Warner, der Betriebsratsvorsitzende Uwe Reichelt, Marco Kahle (Mitglied im Präsidium der Landessynode) und weitere Mitarbeiter Rede und Antwort. Schon in der Präsentation zur Vorstellung des Unternehmens umriss Roland Warner klar die Herausforderungen, die die Energiewende für den Versorger eins mit sich bringen. 

Historisch geprägt basiert die Stromerzeugung beim Chemnitzer Energieversorger derzeit hauptsächlich auf Braunkohle – bei Anlagenlaufzeiten von 40 Jahren ist das geplante Ende der Kohlestromproduktion im Jahr 2023 bzw. 2029 quasi schon zum Greifen nahe. Warner erklärte weiter, das Unternehmen verstehe sich als Infrastrukturanbieter und gehe seit Beginn des Betriebs als Stadtwerke stets auf die Anforderungen ein, die sich ändernde Zeiten mit sich brächten. So baute das Unternehmen zum Beispiel in Bad Elster auch ein Glasfasernetz auf, das dort schnellen Zugang zum Internet ermöglicht. 

Der neu errichtete Batteriespeicher mit einer Leistung von 10 Megawatt dient in erster Linie dazu, kurzfristige Schwankungen im Stromnetz schnell ausgleichen zu können – eine Anforderung, die durch die Energiewende nötig geworden sei, so der Geschäftsführer. Landesbischof Dr. Rentzing interessierte sich vor allem für die Frage, wie es den Menschen gehe, auch vor dem Hintergrund der begonnenen und der noch bevorstehenden Veränderungen. Betriebsrat Uwe Reichelt beantwortete die Frage des Landesbischofs eindeutig: „Der Belegschaft geht es gut.“ Er führte weiter aus, dass auch der Energieversorger in den 90er-Jahren harte Zeiten habe durchmachen müssen. Dank der gelebten Transparenz im Unternehmen herrsche aber ein Klima, in dem man das Gefühl habe, an einem Strang zu ziehen. Auch von der Familienfreundlichkeit, von Regelungen für die Arbeit in Teilzeit – und von der Rückkehrmöglichkeit in Vollzeit – sowie dem betrieblichen Gesundheitsmanagement berichteten Reichelt und Kahle nur Gutes. 

Die Frage des Landesbischofs, welche ethischen Maßstäbe das Unternehmen im „knallharten Geschäft“ (Warner) seinem Handeln zugrunde lege, beantwortete der Geschäftsführer mit sehr persönlichen Worten und sagte, man könne hadern mit Umständen und Gesetzen. Oder man könne hergehen und sich fragen, welchen Beitrag Chemnitz zur Energiewende leisten kann. In dem Punkt, dass die Energiewende von jedem Bürger selbst mitgestaltet werden solle, fanden Warner und Rentzing große Übereinstimmung.

Neben der Frage, der bei Betriebsbesuchen nachgegangen wird, wie es Menschen in ihrer Arbeitswelt geht, spielen für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens Umweltthemen, Nachhaltigkeit und fairer Handel eine große Rolle. So wurden erst vor kurzem beim Umwelttag im Landeskirchenamt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen aufmerksam gemacht. Darüber hinaus ist am Tag des Betriebsbesuchs des Landesbischofs die sogenannte Beschaffungsrichtlinie der Landeskirche veröffentlicht worden. Diese bietet Einrichtungen der Kirche und auch Privatpersonen Hilfestellung beim Erwerb von Waren und der Inanspruchnahme von Dienstleistungen nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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