Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Beteiligung an Interkulturellen Wochen
20 Sept. 2022
Begegnungsfeste, Literatur, Gespräche sowie Konzerte in Kirchen
Die Interkulturellen Wochen 2022 (IKW) finden bundesweit statt. Dabei werden in mehr als 550 Städten und Gemeinden rund 5000 Veranstaltungen durchgeführt. Sie stehen wie im Vorjahr unter dem Motto "#offengeht". Am Sonntag, 25. September, wird die deutschlandweite Aktionswoche in Heidelberg mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst auf dem Karlsplatz offiziell eröffnet.
Auch in sächsischen Städten und Gemeinden gibt es vom 18. September bis 2. Oktober 2022 ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit kirchlicher oder diakonischer Beteiligung.
Insgesamt rund 100 Angebote umfasst das Leipziger Programm bis zum 2. Oktober. Zu den 70 veranstaltenden Organisationen gehören unter anderem interkulturelle Vereine, Soziokulturelle Zentren, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Umweltorganisationen. So beteiligt sich auch Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft mit dem Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus e.V. Im Rahmen der Reihe „Basiswissen Judentum“ erläutern am 21. September um 18:00 Uhr Professor Dr. Sebastian Henn und Dr. Timotheus Arndt die Frage, wie man jüdisch werden kann.
Das 7. Interreligiöse Dankfest im Leipziger Norden am 25. September findet ab 14:00 Uhr auf dem Gelände vor der Michaeliskirche statt. Beim kulturellen Begegnungsfest mit kulinarischen Spezialitäten gibt es Informations- und Mitmachangebote für Groß und Klein. Höhepunkt der Veranstaltung wird das gemeinsame, interreligiöse Gebet um 16:30 Uhr sein.
Unter dem Motto #offengeht laden am 26. September um 17:00 Uhr der Stadtökumenekreis Leipzig, in Kooperation mit der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft in die Leipziger Nikolaikirche zum Friedensgebet zu den Interkulturellen Wochen ein. Hintergrund ist der Tag des Jüdischen Neujahres 5783.
Am gleichen Tag um 18:00 Uhr beginnen in der Peterskirche unter der Überschrift „Warum es sich lohnt, demokratisch zu sein“ Vortrag und Gespräch zur Eröffnung der Ausstellung „Diktatur, Opposition, Revolution – Perspektiven auf die Demokratiebewegungen in der DDR und in Syrien“. Hier möchte die deutsch-syrische Solidaritätsorganisation "Adopt a Revolution" trotz der völlig unterschiedlichen Grundsituationen die geteilten Erfahrungen von 1989 und 2011 im Umgang mit Diktatur, Repression und Protest darstellen. Veranstalter sind die Ökumenische Flüchtlingshilfe Leipzig, das Südcafé - Kirche im Leipziger Süden und die Kirchenbezirkssozialarbeit der Diakonie Leipzig.
In Chemnitz beteiligt sich an den Interkulturellen Wochen die Kreuzkirche Chemnitz-Kaßberg am 25. September um 17:00 Uhr mit dem Orchester-Konzert „Klänge der Hoffnung“. Das Repertoire vereinigt Musik verschiedenster Kulturen. Die Einflüsse kommen aus der arabischen und persischen Musikkultur sowie der Klezmermusik. Der künstlerische Leiter Ali Pirabi hat die Lieder für das Orchester mit seinen vielfältigen Instrumenten arrangiert.
Am 2. Oktober um 17:00 Uhr gibt es in der Chemnitzer Jakobikirche ein Konzert des internationalen Chors Unity Chemnitz & COOLtourgruppe/Elternchor des Chemnitzer Schulmodels zum Abschluss der interkulturellen Wochen.
Zu Beginn der Interkulturellen Tage (18.09.-16.10.) in Dresden veranstaltet das Bündnis Interreligiöses Deutschland e.V. am 18. September um 19:30 Uhr in der Kreuzkirche das Interreligiöse Friedenskonzert "Zuerst Mensch – in Musik vereint". Es musizieren erneut Menschen mit unterschiedlichen religiösen sowie weltanschaulichen Hintergründen für ein konstruktives und friedliches Miteinander. Das Leitmotto in diesem Jahr wird "Heimat" sein.
In Grimma wird am 25. September um 10:15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Frauenkirche die Interkulturelle Woche eröffnet. Anschließend gibt es Kirchenkaffee.
Unter den über 30 Akteuren der Interkulturellen Wochen im Landkreis Meißen ist vor allem das Diakonische Werk Meißen an verschiedenen Orten engagiert. Neben Landrat Ralf Hänsel hat auch Superintendent Andreas Beuchel die Schirmherrschaft übernommen.
Neben Tanzabenden zu Beginn und einer Autorenlesung am 27. September um 19:00 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Coswig lädt zur gleichen Zeit im Evangelischen Bildungszentrum in Moritzburg ein spannender multimedialer Vortrag zu Austausch und Diskussion ein. Prof. Dr. Christian Kahrs vom TPI ist der Frage nach der Inter-Kultur-Differenz auf der Spur.
Am 29. September ab 17:00 Uhr berichten zwei Referentinnen der Diakonie in der Migrationsberatungsstelle Meißen bei einem Länderabend von ihren persönlichen Erfahrungen im jeweils anderen Land.
Neben den öffentlichen gibt es auch zahlreiche geschlossene Veranstaltungen an Schulen und Horten. Mit dem jüdischen Puppentheater BUBALES aus Berlin soll frischer Wind in die IKW gebracht werden. An der Johannesschule Meißen lernen so rund 80 Schülerinnen und Schüler spielerisch etwas über die jüdische Kultur.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.