Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

Besuch aus Dresden in Prager Kirchenkanzlei


22 Jan. 2019

Stadtführung zu Orten des Gedenkens und der Demokratiebewegung

DRESDEN | Prag – Bei einem Besuch in Prag überbrachte am 21. Januar eine kleine Mitarbeiterdelegation des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens den Kollegen in der Prager Kirchenkanzlei Neujahrsgrüße und sie informierten sich über die derzeitige Situation der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in Tschechien. Der dortige Ökumene-Referent Oliver Engelhardt die Dresdner Gäste, unter ihnen Oberkirchenrat Friedemann Oehme, Referent für ökumenische Beziehungen. Die Besuche aus Dresden und die Gegenbesuche aus Prag finden normalerweise in der Adventszeit statt und haben bereits eine längere Tradition.

In einer anschließenden Runde mit über 20 Mitarbeitern der Prager Kirchenkanzlei berichtete Generalsekretär Jaromír Plíšek, Präsident des Kirchenamtes, über die derzeitige gesellschaftspolitische Lage in Tschechien sowie über strukturelle Überlegung zur Gemeindeentwicklung der Kirche. Trotz einer längeren Übergangszeit von laufenden staatlichen Zahlungen als Abfindung der Kirchen, müsse die EKBB Sorge dafür treffen, die Finanzierung kirchlicher Arbeit zu sichern, so Plíšek. Die Gastgeber berichteten über das zurückliegende Jubiläumsjahr und die Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen der EKBB. Sie entstand 1918 aus der Vereinigung der evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses und der Kirche Helvetischen Bekenntnisses.

Der Dresdner Ökumene-Referent Friedemann Oehme verwies auf die gut 25-jährige Geschichte des Kontakts zwischen Mitarbeitenden beider Kirchenämter in den Nachbarregionen. Er hob die jährlichen Begegnungen hervor, die im Wechsel entweder in Tschechien oder in Sachsen stattfinden. So gab es zudem Wochenendbegegnungen in beiden Ländern, bei denen thematisch gearbeitet wurde. Die Partnerschaft zwischen Mitarbeitenden entsprechender zentraler Kirchenämter dürfte in Deutschland einmalig sein. Dieser Kontakt ergänzt jene Partnerschaften, die auch im Laufe der Zeit zwischen einzelnen Gemeinden entstanden sind.

Nach der freundlichen Runde im Kirchenamt übernahm die sächsische Pfarrerin Elisabeth Veronika Förster-Blume eine Führung durch die Prager Altstadt. Unter anderem zeigte sie die Kirche „Martin in der Mauer“, an der sie eine EKD-Pfarrstelle für die Deutsche Gemeinde in Prag innehat. Sie berichtete über die sehr bunt zusammengesetzte evangelische Gemeinde, die durch eine starke Fluktuation gekennzeichnet ist. Außerdem sei die Kirche ein beliebter Ort für ein zunehmendes  touristisches Interesse.

So wie in Gesprächen die derzeitige europakritische Stimmung in den populistischen Bewegungen in den europäischen Nachbarländern diskutiert wurde, blieb auch die Geschichte nicht ausgespart. Neben den Plätzen der „samtenen Revolution“ mit Václav Havel an der Spitze, erinnerte ein Blumen- und Kerzenmeer auf dem Wenzels Platz an die Selbstverbrennung des evangelischen Philosophie-Studenten Jan Palach am 19. Januar 1969, also vor genau 50 Jahren. Er protestierte damit gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings ein halbes Jahr zuvor sowie gegen die sich einstellende Apathie der Bevölkerung. Am letzten Mittwoch, 16. Januar, versammelten sich Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Tschechischen Republik und der Tschechischen Bischofskonferenz am oberen Teil des Wenzel Platzes zu einem Ökumenischen Gedenken mit gemeinsamen Gebet.

Gesprächsrunde in der Zentralen Kirchenkanzlei
Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Wallrabe aus Dresden im Gespräch mit Oliver Engelhardt, Prag
Kirche "Martin in der Mauer" in Prag

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite