Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Australische Aborigines-Sprachlehrerin zu Gast


03 Okt. 2019

Belebung der Kaurna-Sprache mit Hilfe der Grammatik Leipziger Missionare

LEIPZIG – Bis heute, 3. Oktober, war auf Einladung des Leipziger Missionswerkes die Australierin Kira Bain in Deutschland zu Gast. Die 21-jährige gehört zur Aboriginesgruppe der Ngarrindjeri in Südaustralien. Sie ist als Sprachlehrerin für die Aborigines-Organisation Kaurna Warra Karrpanthi (KWK) tätig, die seit 2013 Kaurna-Sprachkurse anbietet und in Kooperation mit Linguisten der Universität Adelaide auch Namens- und Bezeichnungfragen für die Kaurna-Sprache klärt.

Die Kaurna-Sprache (Gana gesprochen) ist die Originalsprache der Adelaide Plains im Süden Australiens. Mit der restriktiven Sprachpolitik der britischen Kolonialherren starb sie in den 1860er-Jahren als Alltagssprache aus. Die Sprache wurde jedoch von zwei Leipziger Missionaren, Clamor Schürmann und Christian Teichelmann, zwischen 1838 und 1857 aufgezeichnet. Sie waren die einzigen, die neben Wörterlisten auch eine Kaurna-Grammatik verfassten.

Insgesamt wurden etwa 3.000 von heute geschätzten 10.000 Kaurna-Wörter erfasst. Nun werden auf der Basis der vorhandenen Muster neue Worte konstruiert. Der Computer heißt beispielsweise übersetzt „Blitzgehirn“. Gleiches ist mit Hilfe der Linguisten Rob Amery, Mary Anne Gale und Ghil’ad Zuckermann auf Grundlage der Sprachaufzeichnungen der Leipziger Missionare Samuel Klose und Eduard Meyer für die Ngarrindjeri- und Barngarla-Sprache geschehen.

Während ihres Besuchs nahm sie u.a. als Referentin an der Tagung „Indien: Die wahre Geschichte unserer Völker - Sprache - Widerstand - Perspektiven im internationalen Jahr (2019) für indigene Sprachen“  in Bad Boll teil. Dann reiste sie nach Hamburg zur Hartwig-Hesse-Stiftung und nach Göttingen zur Gesellschaft für bedrohte Völker, bevor sie heute die Rückreise nach Australien antreten wird.

Mit dem LWB-Jubiläum 2011 kam die Erinnerung zurück

Zum 175. Bestehen des Leipziger Missionswerks im Jahre 2011 waren zu einer Festveranstaltung in Dresden auch Vertreter der Aborigines sowie Vertreter der Lutherischen Kirche aus Australien zu Gast. Am Abend des 17. August wurde an das Wirken der ersten von Dresden ausgesendeten Missionare (die "Dresdener 4") erinnert. 1838 reisten Christian Gottlob Teichelmann und Clamor Wilhelm Schürmann aus, zwei Jahre später August Eduard Meyer und Samuel Gottlieb Klose.

Die vier Missionare lebten, lehrten und lernten mit den Aborigines 15 Jahre gemeinsam in der Gegend um Adelaide in Südaustralien. Bereits 1846 wurde die Mission eingestellt, da die ursprüngliche Bevölkerung von der englischen Kolonialmacht immer weiter zurückgedrängt wurde und keine "Missionserfolge" zu verzeichnen waren.

Was hier seitdem in Vergessenheit geriet: Die Missionare haben unter anderem Wörterbücher verschiedener einheimischer Sprache erstellt sowie Alltagsgegenstände gesammelt und beschrieben. Damit haben sie einen äußerst bedeutsamen Beitrag zur Erhaltung der Kultur geliefert. All dies kam im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten 2011 in Deutschland ins Bewusstsein zurück. Das Bemühen um die Wiederbelebung von Sprache und Grammatik wurde eindrücklich von den Gästen aus Australien geschildert.  

https://www.adelaide.edu.au/kwp/requests/About_KWK.docx

Die Evangelisch-Lutherische Missionsgesellschaft zu Dresden wurde am 17. August 1836 gegründet. Sie sah sich dabei als ein Werk für Lutheraner in der ganzen Welt und lud die damals nur durch das gemeinsame Bekenntnis verbundenen lutherischen Kirchen zur Zusammenarbeit ein. Damit ist die Organisation, die 1848 nach Leipzig umzog, die erste Wurzel, aus der viel später der "Lutherische Weltbund" entstanden ist.

Sprachlehrerin Kira Bain

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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