Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Wahlen in Sachsen 2024. Ein Aufruf aus der Polizeiseelsorge in Sachsen
18 Apr. 2024
DRESDEN – Polizeiseelsorgerinnen und Polizeiseelsorger in Sachsen bitten Kirchgemeinden um Beteiligung an demokratischer Meinungsbildung im Wahljahr 2024:
„In Sachsen werden in diesem Jahr die Gemeinde- und Stadträte, das Europarlament und der Landtag gewählt. Wir sind froh und dankbar in einem Land zu leben, in dem demokratische Wahlen das Mittel der Veränderung sind. Kein Staat ist perfekt. Unser Land ist so aufgestellt, dass es sich auf friedlichem Weg verändern kann. Dem dienen die Wahlen. Viele Veranstaltungen wird es im Vorfeld geben.
Viele Polizistinnen und Polizisten werden diese Veranstaltungen begleiten und die beteiligten Menschen schützen. Polizistinnen und Polizisten nehmen ihren Auftrag als Teil der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ernst, auch wenn sie dafür manchmal angefeindet werden. Sie ermöglichen die Kundgebung unterschiedlicher Meinungen auch in der Öffentlichkeit und sie schützen alle, die diese Zeit nutzen, um sich eine Meinung zu bilden. Dafür hat die Polizei das Gewaltmonopol in unserem Land und stellt sich dabei der kritischen Kontrolle durch Öffentlichkeit und Gerichte.
Wahlentscheidungen brauchen Diskussionen und Vorbereitung in einer sachlichen und angstfreien Atmosphäre. Das wünschen wir uns für unser Land. Wer dagegen mit Gefühlen spielt und andere einschüchtert oder verletzt, behindert und gefährdet unser streitbares aber gewaltfreies Miteinander in Sachsen. Das geschieht z.B. durch Gewalt gegen Sachen oder durch verbale Gewalt, sowohl in der Öffentlichkeit wie in sozialen Medien, und leider auch durch körperliche oder angedrohte Gewalt.
Darum bitten wir Kirchgemeinden sich aktiv an der demokratischen Meinungsbildung auf der Basis des Grundgesetzes zu beteiligen, zum Beispiel
- indem für diejenigen, die sich zur Wahl stellen oder Wahlveranstaltungen absichern, gebetet wird.
- indem zu großen und kleinen Gesprächsrunden eingeladen wird, in denen sachlich nach Positionen und Haltungen gefragt und argumentiert werden kann.
- indem für die persönliche Wahlentscheidung z.B. der Sozial-o-mat der Diakonie Deutschland zur Europawahl bzw. der Diakonie Sachsen zur Landtagswahl konsultiert wird, die jeweils ca. 6 Wochen vor dem Wahltermin online sein werden.
- indem auf Angebote innerhalb der kirchlichen Werke und Bildungsträger zur Gesprächsführung und informierten Meinungsbildung hingewiesen wird. (Mailadressen siehe unten)
- indem Gruppen aus den Kirchgemeinden vor Ort an politischen Veranstaltungen gerade dort teilnehmen und entschärfen, wo die Gefahr von einschüchternder oder gewalttätiger Konfrontation besteht, z.B. bei einem Wahlstand einer in einer bestimmten Region ungeliebten Partei oder beim Auftreten eines Politikers, einer Politikerin. Eine solche Aktion sollte bewusst vorbedacht und vorbereitet sein. Wichtig ist es dabei auch, sich im Vorfeld mindestens beim Veranstalter und ggf. bei der begleitenden Polizei vorzustellen und die eigene Zielstellung mitzuteilen und den Anordnungen der Ordnungsbehörde oder der Polizei zu folgen.“
Die Polizeiseelsorgerinnen und Polizeiseelsorger an den Polizeidirektionen (PD) in Sachsen:
evangelisch
Matthias Große, PD Dresden
Frank Hirschmann, PD Görlitz
Martin Schanz, PD Chemnitz und PD Leipzig
Anne Straßberger, PD Zwickau
Dr. theol. Barbara Zeitler, PD Leipzig
katholisch
Benjamin Braun, PD Zwickau
Dominikus Goth, PD Chemnitz
Franz Scharfenberg, PD Dresden
Konkrete Ideen und Angebote finden sich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität und ohne Haftung für die Links oder darunter verlinkte Seiten) hier:
https://www.fuer-alle.info
https://www.frauenkirche-dresden.de/wir-haben-die-wahl
https://www.kirche-fuer-demokratie.de
https://www.eeb-sachsen.de/
https://ea-sachsen.de/kalender/
https://www.katholische-akademie-dresden.de/
https://www.frei-und-fromm.de/demokratisch-christliches-empowerment
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.