Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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„Auf dich hoffen wir allein“


27 Sept. 2024

Privataudienz bei Papst Franziskus am 2. Oktober 2024

DRESDEN - Die Evangelische und Katholische Erwachsenenbildung Sachsen sind vom 30. September bis 7. Oktober 2024 mit haupt- und ehrenamtlich Engagierten im Sächsischen Pilgerwesen und den Dresdner Kapellknaben auf Pilgerreise unter dem Motto „Auf dich hoffen wir allein“ in Rom.

Unter Führung von Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und Landesbischof Tobias Bilz (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens) empfängt Papst Franziskus am 2. Oktober die 80-köpfige Pilgergruppe zur Privataudienz.

Anschließend gestalten die Dresdner Kapellknaben gemeinsam mit dem Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle den Eröffnungsgottesdienst der Weltsynode auf dem Petersplatz. Am Nachmittag sind die Pilgerinnen und Pilger, die aus allen Regionen Sachsens kommen, zum Empfang des Deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Dr. Bernhard Kotsch, geladen.

Auf dem Weg in die „Ewige Stadt“ besuchen sie zuvor Assisi mit der Basilika San Francesco. Die ökumenische Pilgergruppe begleiten Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch und der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Ziel der Reise ist, das Pilgern in der sächsischen Öffentlichkeit bekannter zu machen und den Dienst der Ehrenamtlichen zu würdigen. Die Romfahrt soll weiter dazu verhelfen, über den eigenen Horizont zu blicken und neue Perspektiven im Zusammenwirken mit Regionen außerhalb Sachsens im Kontext der Europäischen Union einzunehmen.

Gedenken an die Friedliche Revolution am 3. Oktober

Besonders der Tag der Deutschen Einheit verdeutlicht hier, wie eng Dresden und Sachsen mit Europa miteinander verknüpft sind. Die Pilgergruppe feiert den Fest- und Gedenktag in Rom mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Dankkonzert. Es ist auch eine Reminiszenz an den damaligen Papst Johannes Paul II., der mit seinen öffentlichen Auftritten und Reden wesentlich zum Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa beigetragen und dort vielen Menschen Halt und moralische Unterstützung gegeben hatte. Nicht nur Christen haben daraus Kraft, Mut und Trost geschöpft.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Im Oktober 1989 gelang es einer Gruppe von evangelischen und katholischen Christen in Dresden mutig der Polizei entgegen zu treten und sie in Verhandlungen zu verwickeln. Es war wie ein Wunder, dass kein einziger Schuss fiel. Statt Gewalt begab sich die gegenüberstehende Polizei mit der demonstrierenden Gruppe in den Dialog. Dieser friedliche Weg war beispielgebend für die Demonstrationen in Leipzig, Plauen und anderen Städten der DDR. Die Friedliche Revolution führte zur Deutschen Einheit. Für dieses Geschenk sind wir Deutsche heute zutiefst dankbar und glücklich. Und daher ist diese Reise für mich eine echte Herzensangelegenheit.

Bedeutung des Pilgerns im ökumenischen Miteinander

Der ökumenische Gedanke der uns hier leitet ist eine Antwort wie Miteinander nur gelingen kann. Auch wenn wir nicht gleichen Glaubens sind, erreichen wir unsere Ziele, wenn wir Wege gemeinsam gehen. Wie oft begegnet mir das in meinem Arbeitsalltag. Die Zeit wird für mich Arbeit und Auszeit zugleich, weil ich in familiärer Begleitung Teil der Pilgergruppe bin. Für meinen Sohn Lucas wird es eine aufregende Vorbereitung auf seine Konfirmation. Der Einladung von Bischof Heinrich Timmerevers und Landesbischof Tobias Bilz sind wir gern gefolgt und sind voller Vorfreude. Ich freue mich auf eine lebendige, inspirierende Zeit.“

Landesbischof Tobias Bilz: „Als Kirchen suchen wir nach passenden Formen geistlicher Erneuerung und Hinführung zum Gottvertrauen. Wir tun das in ökumenischer Verbundenheit in einem weitgehend säkularen Umfeld hier in Ostdeutschland. Die alte Tradition des Pilgerns wird in unseren Tagen neu entdeckt. Wandern öffnet Räume spirituellen Erlebens, ebenso die Musik. Es ist bewegend, dass Papst Franziskus vor dem Eröffnungsgottesdienst der Weltsynode unsere Pilgergruppe zur Privataudienz empfängt. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf Gottesdienst und Begegnungen bei den Gastgebern in Rom.“

Bischof Heinrich Timmerevers: „Ich freue mich, die Pilgerinnen und Pilger auf ihrer Reise mit den Dresdner Kapellknaben in Rom zu begleiten. Denn Pilgern heißt: „Sich mit Gott auf den Weg zu machen“, nachdenken über den Glauben, über den Sinn des Lebens. Wir wollen dabei den Alltagstrubel beiseitelassen, uns dem eigentlich Wichtigen im Leben zuwenden und neu in die Beziehung mit Gott treten. Unsere Reise wird deswegen auch geistlich geprägt sein, mit Konzerten, Gottesdienst und Gebet.“

Vor der Peterskirche in Rom (Foto: Michael Baudisch)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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