Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Arbeitsstelle für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung eröffnet


10 Jan. 2024

Landeskirche stärkt Arbeit in den Themenfeldern des Konziliaren Prozesses

LEIPZIG – Am heutigen 10. Januar 2024 wurde in Leipzig die Arbeitsstelle für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens feierlich eröffnet. In ihr werden die drei wichtigen Themenfelder des Konziliaren Prozesses – Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung – künftig stärker miteinander vernetzt. Die drei landeskirchlichen Beauftragten für Kirchlichen Entwicklungsdienst, für Friedens- und Versöhnungsarbeit und für Schöpfungsbewahrung – Helena Funk, Michael Zimmermann und Dr. Anne Römpke – werden künftig in der neuen Arbeitsstelle in der Paul-List-Straße 19 in Leipzig eng zusammenarbeiten. Durch die gemeinsamen Räume ergibt sich zudem auch eine stärkere inhaltliche Zusammenarbeit mit der Partnerschaftsarbeit des Leipziger Missionswerkes.

Der Ökumene-Referent der sächsischen Landeskirche, Oberkirchenrat Friedemann Oehme, unterstreicht die Bedeutung der neuen Arbeitsstelle: „Die Themen des konziliaren Prozesses Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, die ja auch Eingang in die Präambel der Verfassung des Freistaates Sachsen gefunden haben, sind damit strukturell noch deutlicher in unserer kirchlichen Arbeit verankert.  Damit bekennt sich unsere Landeskirche zum Konziliaren Prozess, der auch nach 40 Jahren nichts an Dringlichkeit verloren hat.“

Die drei Beauftragten stellen sich vor

Die Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst und das Themenfeld Gerechtigkeit ist Helena Funk. Sie ist vor allem für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit und für die Beratung der kirchlichen Partnerschaftsgruppen mit Beziehungen in den Globalen Süden zuständig. Diese Arbeit war seit 1996 in der Arbeitsstelle Eine Welt mit Sitz im Leipziger Missionswerk verortet und wird nun künftig unter dem Themenbereich „Gerechtigkeit“ in der neuen Arbeitsstelle fortgeführt. Helena Funk (30) ist Sozialwissenschaftlerin und verfügt über zahlreiche Erfahrungen in der entwicklungspolitischen Arbeit. Seit 2021 ist sie Beauftragte für den Kirchlichen Entwicklungsdienst und war Delegierte der sächsischen Landeskirche auf der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes 2023 in Krakau.

Der Beauftragte für Friedens und Versöhnungsarbeit ist Michael Zimmermann. Er bearbeitet friedenstheologische und friedensethische Themen, unterstützt Meinungsbildungsprozesse in der Landeskirche macht friedenspädagogische Angebote, indem er Hilfestellung mit Materialien anbietet. Michael Zimmermann (65) ist ausgebildeter Diakon und Sozialbetriebswirt (FH) und bereits seit 2018 als Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit im Landesjugendpfarramt in Dresden tätig. Zuvor war er als Direktor der Diakonischen Akademie für Fort- und Weiterbildung e.V. im kirchlichen Bildungszentrum in Moritzburg tätig.

Die Beauftragte für Schöpfungsbewahrung ist Dr. Anne Römpke. Ihre Aufgabe ist es, in den Kirchgemeinden und im Raum der Landeskirche die Meinungs- und Bewusstseinsbildung, sowie konkretes Handeln in dem breiten Themenfeld des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes zu unterstützen. Neben der Mitwirkung an kirchlichen Projekten des Umwelt- und Klimaschutzes, arbeitet sie auch in Fachgremien mit und bildet Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus.

Die 37-jährige Umweltpsychologin war seit 2020 als Referentin für Fragen der Schöpfungsverantwortung im Evangelischen Zentrum Ländlicher Raum – Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis (HVHS) und zugleich als Beauftragte für Schöpfungsverantwortung in der sächsischen Landeskirche tätig. Diese Arbeit führt sie nun innerhalb der neuen Arbeitsstelle fort.

Hintergrund: Konziliarer Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Sachsen

Auf der 6. Vollversammlung des ÖRK 1983 in Vancouver (Kanada) wurden die Mitgliedskirchen aufgefordert, in einen konziliaren Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Die Trias der Themen griff die aktuellen Herausforderungen auf: Die Verschuldung der Länder im globalen Süden und die wachsende Ungerechtigkeit der Weltwirtschaft, die atomare Bedrohung durch das Wettrüsten und der Raubbau an der Natur. Unter den Bedingungen in der DDR waren diese Krisen besonders spürbar, wobei die Ungerechtigkeit vor allem als Beschränkung der eigenen Freiheit erfahren wurde. Nicht von ungefähr wurden die Themen des konziliaren Prozesses hier mit besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen. So war es der Erfurter Propst Heino Falcke, der den Antrag zu einem Friedenskonzil, die Idee von Carl Friedrich von Weizsäcker aufgreifend, auf der Vollversammlung in Vancouver einbrachte.

Einen Höhepunkt erreichte der Konziliare Prozess mit den ökumenischen Versammlungen in Dresden und Magdeburg 1988/89. Hier fanden sich auf Ebene der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) nahezu alle christlichen Konfessionen zusammen, um in der krisenhaften Situation, weltweit und in der DDR, zu einem gemeinsamen Wort zu finden. Im April 1989 wurde das Abschlussdokument in der Dresdner Kreuzkirche verabschiedet. Es trägt den Titel „Eine Hoffnung lernt gehen.“ Der konziliare Prozess hatte sich in einer konkreten Situation als wirkungsvoll erwiesen. Er hatte die konkreten Herausforderungen und Probleme fokussiert und sich dabei nicht von staatlichen Einmischungsversuchen beeindrucken lassen.

Um die Ergebnisse dieser Versammlung in die Breite von Kirche und Gesellschaft zu tragen, gründete der Stadtökumenekreis Dresden 1990 einen eigenen Verein, der 1992 zum Ökumenische Informationszentrum Dresden e. V. umgewandelt wurde. Das unter dem Kürzel „ÖIZ“ bekannte Zentrum leistet vor allem im Raum Dresden Bildungsarbeit.

Homepage der Arbeitsstelle.

v.l.n.r.: Oberkirchenrat Friedemann Oehme, Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel, Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, Helena Funk, Dr. Anne Römpke und Michael Zimmermann vor der neuen Arbeitsstelle

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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