Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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Aktionswoche Schuldnerberatung 2018


05 Juni 2018

Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig fordert Maßnahmenbündel

LEIPZIG - „Damit Menschen aus den Schulden herauskommen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig. Neben der persönlichen Anstrengung des Schuldners ist auch der Staat gefordert!“ Dies fordert Marco Ringeis, Geschäftsführer der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL), anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung 2018.

„Die Politik muss im Gesetz einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung verankern. Denn nur so ist der Zugang zur Sozialen Schuldnerberatung für alle Betroffenen, unabhängig vom Einkommen gewährleistet“, so Marco Ringeis weiter. Es gehe immerhin um 6,9 Millionen Menschen in Deutschland, die überschuldet seien oder nachhaltige Zahlungsprobleme hätten.

„Dieser Personenkreis profitiert nicht von der wachsenden Wirtschaft, den sinkenden Arbeitslosenzahlen und der steigenden Kaufkraft“, sagt der KEL-Geschäftsführer. Sie hätten neben finanziellen Schwierigkeiten oft auch soziale Probleme. Hier setze die Soziale Schuldnerberatung an. Sie helfe ver- und überschuldeten Menschen dabei, ihre sozialen und finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen, damit sie wieder Perspektiven sehen.

„Davon profitieren aber nicht nur die Schuldner. Die Gläubiger profitieren, weil die Soziale Schuldnerberatung zwischen Gläubigern und Schuldnern vermittelt. Und auch für die öffentlichen Haushalte rechnet sich die Schuldnerberatung: Verschuldete Menschen, die ihre Situation im Griff haben, haben verbesserte Berufsaussichten. Das senkt Sozialausgaben. Zugleich steigen Steuern und die Einnahmen der Sozialkassen“, erläutert Ringeis.

Voraussetzung sei jedoch, dass die Schuldnerberatung bedarfsgerecht ausgebaut und eine angemessene personelle und materielle Ausstattung gewährleistet werde. Ringeis: „Trotz aller Beratungsmöglichkeiten darf die Politik nicht übersehen, dass die Grundsicherung für Arbeitslose und die Sozialhilfe nicht bedarfsdeckend sind und angepasst werden müssen“.

Ratsuchende mit niedrigem Einkommen würden oftmals schnell aus der wirtschaftlichen Bahn geworfen, wenn beispielsweise größere Reparaturen oder Anschaffungen wie Waschmaschine oder Kühlschrank zu tätigen seien. Sie seien gezwungen, Finanzierungsangebote zu nutzen oder Darlehen beim Jobcenter aufzunehmen. Die Rückzahlung sprenge häufig das ohnehin schon knappe Budget. Überschuldung sei oftmals die Folge.

 Zur Gruppe derjenigen, die oftmals am Existenzminimum leben, würden auch viele Studierende gehören. Daher werde die KEL unter dem Motto  „Mit wenig Einkommen gut auskommen“ in der Aktionswoche speziell diese Gruppe auf Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam machen. Gemeinsam mit der Sozialberatung des Studentenwerkes Leipzig und des Studierendenrates der Universität Leipzig wird am 6. Juni von 11:00 bis 14:00 Uhr im Innenhof des Campus am Augustusplatz ein Informationsstand mit der Möglichkeit zur individuellen Beratung angeboten.

Am 7. Juni informiere die KEL von 17:30 bis 18:30 Uhr im Ziegenledersaal des Stura u.a. zu den Themen: „Wie kann ich mit meinem Budget gut haushalten? Was muss ich bei Verträgen beachten? Was kann ich tun bei Schulden?“

Zur Einrichtung:

Die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Leipzig (KEL) ist eine Einrichtung des Ev.-Luth. Kirchenbezirk Leipzigs. Zentrales Anliegen der KEL ist die berufliche und soziale Integration von Erwerbslosigkeit betroffenen oder bedrohten Menschen. Das geschieht unabhängig von Alter, Glaubensrichtung und Weltanschauung. Ratsuchende werden bei der Suche nach Möglichkeiten und Perspektiven, die Arbeitslosigkeit und damit die soziale Isolation zu überwinden, intensiv und individuell betreut.

Geld im zweifelhaftem Lichte - dann verschwommen und zerronnen
SCHULDEN - Geld im zweifelhaften Licht

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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