Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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Aktionstag Chemnitz zum Welttag der Suizidprävention
08 Sept. 2020
Der Ev.-Luth. Kirchenbezirk Chemnitz beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig am Welttag der Suizidprävention. Bereits 2003 riefen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) den 10. September als Welttag für Suizidprävention aus. Der Aktionstag sei darin begründet, dass Suizid eines der größten Gesundheitsprobleme der Welt darstelle, denn jährlich nehmen sich rund 800.000 Menschen das Leben. Ursachen sind oft Stress, Konflikte, finanzielle Probleme oder schwere Krankheiten. Auch Depressionen spielen häufig eine Rolle.
Der Welttag für Suizidprävention möchte die Bevölkerung sensibilisieren, um Warnsignale zu erkennen und Berührungsängste zu reduzieren. Dieser Tag ist zugleich ein Tag der Trauer und des Gedenkens derer, die durch Suizid ums Leben kamen und ein Tag, um auf die vielfältigen Möglichkeiten der Prävention hinzuweisen. "Mit der Selbsttötung von Menschen ist unsägliches Leid verbunden. Nicht nur die Not derer, die Suizid begehen, sondern auch die der Angehörigen ist groß. Wir wollen mit dem Aktionstag in Chemnitz darauf aufmerksam machen", verdeutlicht Pfarrer Stephan Tischendorf die Motivation sich als Kirchenbezirk am Welttag zu beteiligen. "Es gibt zahlreiche Menschen, die sich engagieren, um der Not etwas entgegenzusetzen und Hilfesuchende aufzufangen. Dazu gehören Ehrenamtliche im Bereich der Notfallseelsorge oder Telefonseelsorge, die Arbeit von Beratungsstellen in Diakonie und Caritas und von Selbsthilfegruppen. Unsere Botschaft ist: Hol Dir Hilfe! Als Betroffene mit Suizidgedanken, aber auch als Angehörige, die einen lieben Menschen verloren haben. Es gibt Hilfe - machen wir sie bekannt!"
Der Aktionstag in Chemnitz wird an und in der Jakobikirche (Stadt- und Marktkirche, Jakobikirchplatz 1, 09111 Chemnitz) gestaltet. Das Programm beginnt 11:00 Uhr und endet ca. 15:00 Uhr:
11:00 Uhr Beginn und Vortrag zur Suizidprävention von Dr. med. Thomas Barth, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Verhaltensmedizin und Psychosomatik am Klinikum Chemnitz gGmbH
12:00 Uhr Thematisches Mittagsgebet mit Pfarrer Stephan Tischendorf
13:00 Uhr „Zur Mitte finden“ – Körperwahrnehmung und Tanz mit Gabriele Paul
14:00 Uhr Vorstellung der Handy-App „Krisen-Kompass“für suizidale Krisen durch Iris Ciesielski
Vor der Kirche werden Informationen zum Thema Suizid und Suizid-Prävention bereitgestellt. Ebenso werden Kurzberatungen für Hilfesuchende unter vier Augen angeboten. In der Kirche besteht die Möglichkeit, eine Kerze zum Gedenken an Verstorbene anzuzünden.
Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Ev.-Luth. Kirchenbezirk Chemnitz, der Notfallseelsorge / Krisenintervention Chemnitz (Caritasverband), der Telefonseelsorge Chemnitz und Lebensberatung (Diakonie Stadtmission Chemnitz), der Selbsthilfegruppe AGUS (Angehörige um Suizid) Chemnitz sowie der Römisch-Katholische City-Seelsorge.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.