Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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9. Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen


12 Mai 2017

Neben Klosterkirche auch Hauptkirche St. Marien und Katechismuskirche geöffnet

KAMENZ - An elf Orten in Kamenz werden am Sonnabend, 13. Mai, ab 18:00 Uhr die Türen nicht nach den üblichen Öffnungszeiten verschlossen, im Gegenteil, dann geht es erst richtig los. Die beteiligten Kamenzer Kirchen, Museen und Vereine begrüßen wieder zur Nacht der Kirchen und Museen, und zwar schon zum 9. Mal. 35 Angebote gibt es, die vom Theater über Führungen und Lesungen bis zu kultigen Musikklängen reichen.

So gibt es erstaunliche Verbindungen, die Kamenz in Geschichte und Gegenwart mit der Welt eingegangen ist und die bis heute ihre Identität prägen. Zu erleben ist dies an Rundgängen, wie vom Tal der Elster, wo die ursprünglichen Wurzeln der Stadt liegen. Dieser Stadtrundgang führt von der katholischen Kirche der Stadt entlang an den sichtbaren und erinnerten Zeugnissen der katholischen Kamenzer Geschichte bis hin zur Klosterkirche St. Annen, dem Symbol von Bikonfessionalität und eines vergleichsweise friedlichen Umgangs der Konfessionen miteinander.

Im Sakralmuseum (Klosterkirche) macht die Sonderausstellung anhand des Bilderpaares ›Gesetz und Gnade‹ das neue Menschenbild der Reformation nachvollziehbar und im Lessing-Museum erfährt man Interessantes aus Lessings Jugend. Ein Brückenschlag führt in die Literatur der Gegenwart, hin zu unterhaltsamen Texten des Italieners Umberto Eco.

Als ein Beitrag zur Stadtgeschichte gibt es im Malzhaus (Zwingerstraße 9) um 21:00 Uhr eine Führung zu „Lessing, Luther und die Reformation in der Oberlausitz“ mit Museumkurator Matthias Hanke. Schon im 16. Jahrhundert entstand im Gefolge der weitgehenden, aber nicht flächendeckenden Reformation in der Oberlausitz ein bikonfessionelles Gebiet. In dieser spezifischen Ausprägung war das einzigartig in Deutschland. Die Oberlausitz schlug damit einen Sonderweg ein, der ihre Menschen bis in die Gegenwart hinein prägte und prägt. So mischen sich hier bis heute evangelische und katholische Gebiete auf engem Raum. Letztlich entstand in der Oberlausitz eine gelebte religiöse Toleranz, die auch den in Kamenz geborenen Gotthold Ephraim Lessing nicht unbeeindruckt ließ.

Die gegenüber der Hauptkirche St. Marien stehende Katechismuskirche ist eine Kapellenstiftung aus dem 14. Jahrhundert, die 1724 in der heute noch erhaltenen Ausstattung erneuert wurde. Um 19:00 Uhr wird eine Führung mit Michael Nicolaus stattfinden, danach Textlesung mit  Elfie Jatzke aus der Kamenzer Stadtgeschichte und zu Martin Luther. Darüber hinaus ist die Katechismuskirche von 18:00 bis 22:00 als Ort der Stille geöffnet.

Weithin bestimmt der Turm der Hauptkirche St. Marien die Silhouette der Stadt. St. Marien, erbaut im 15. Jahrhundert, ist die Gottesdienststätte der Ev.-Luth. Kirchgemeinde. Viele kostbare Ausstattungsstücke beherbergt sie in ihren Mauern. Um 18:00 Uhr geht es um die „Schätze in der Hauptkirche“ mit Pfarrer Michael Gärtner und Frank Boßmann für Kinder und ihre Eltern.
 KMD Michael Pöche erklärt die Walcker-Orgel in St. Marien, die neben der Orgel in der Annenkirche in Annaberg die zweite große in Sachsen erhaltene Orgel der im 19. Jahrhundert berühmten Orgelbaufirma Walcker ist. Eine der größten erhaltenen Orgeln dieser Firma steht im Dom zu Riga.
 Neben Turmbesteigungen ab 18:00 Uhr gibt es um 20:00 und 21:30 Uhr eine Führung durch den Turm von St. Marien mit Martin Kühne. Um 22:30 Uhr beschließt ein Nachtgebet mit Pfarrerin Claudia Wolf den Abend rund um St. Marien.

PROGRAMM

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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