Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

Bereich

Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

Bereich

  

75 Jahre DNK/LWB und LWB


08 Okt. 2022

LWB-Generalsekretärin: Starkes Engagement der deutschen lutherischen Kirchen für die globale Gemeinschaft

EISENACH – Auf der Wartburg im thüringischen Eisenach feierte am gestrigen Abend, 7. Oktober 2022, das Deutsche Nationalkomitee (DNK/LWB) mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) das 75-jährige Bestehen der beiden Organisationen. Der Lutherische Weltbund wurde im Juli 1947 im schwedischen Lund gegründet, das Deutsche Nationalkomitee des LWB wenige Monate später. An diesem Abend blickt das DNK/LWB auf eine lange Geschichte im Dienst der lutherischen Weltgemeinschaft zurück. In Eisenach wurde die Vorgängerorganisation des LWB, der Lutherische Weltkonvent, 1923 gegründet. Zahlreiche Gäste aus der Ökumene, Gesellschaft und Politik nahmen teil. Im Mittelpunkt standen Geschichte, Gegenwart und aktuelle Herausforderungen der Kirchengemeinschaft.

Vertreter aus der sächsischen Landeskirche waren ebenfalls nach Eisenach gekommen und nahmen am Festakt teil. Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, die auch Ratsmitglied des Lutherischen Weltbundes ist, war es ein besonderes Anliegen, am besonderen Ort der Reformation andere Teilnehmende aus dem Kirchenbund zu treffen. Mit anderen Bischofskollegen traf auch Landesbischof Tobias Bilz in Eisenach ein. Unter den weiteren Gästen aus Sachsen waren u.a. Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel, Superintendentin Ulrike Weyer, Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Wallrabe und Helena Funk, Beauftragte der Landeskirche für den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED).

Der Vorsitzende der Historischen Kommission des DNK/LWB, Prof. Dr. Klaus Fitschen (Leipzig), betonte in einem Rückblick auf die Geschichte des LWB das Spannungsverhältnis von Autonomie und Abhängigkeit in einer Gemeinschaft. Beständig strebe man im LWB nach einer inneren Mitte, „nach Gemeinschaft, nach communio, und das bei aller kulturellen, theologischen und auch politisch bedingten Pluralität, die die Mitgliedskirchen mitbringen“. Dieses Streben über 75 Jahre hinweg sei bewundernswert.

Die Generalsekretärin des LWB, Pfarrerin Anne Burghardt, sprach über die zentralen Säulen der Arbeit des LWB und DNK/LWB. Diese seien von Anfang an die innerlutherische Zusammenarbeit und theologische Reflexion, der ökumenische Dienst an der universalen Kirche, die Hilfe für notleidende Menschen sowie das gemeinsame Engagement in der Mission. Sie gratulierte dem DNK/LWB und betonte die enge Verbundenheit. Das Deutsche Nationalkomitee sei „ein Ausdruck des gesamten Lutherischen Weltbundes“ und dadurch sei – ekklesiologisch gesprochen – auch „die gesamte lutherische Gemeinschaft darin vertreten“.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte: „Der Lutherische Weltbund und das Deutsche Nationalkomitee tragen mit ihrer wichtigen und kirchenübergreifenden Arbeit dazu bei, den Grundkonsens [des Luthertums] weiter in die Gesellschaft zu tragen (…). Mit seinem Engagement für die universelle Würde des Menschen ist er [der LWB] seit Jahren schon am Puls der Zeit. Der Einsatz für Klimagerechtigkeit, die Fairness zwischen den Geschlechtern und für weltweiten Frieden erscheint in Zeiten von Energiekrisen, grausamen Kriegen, steigenden Meeresspiegeln, Hungersnöten oder der Diskriminierung von Minderheiten und anhaltendem Rassismus nötiger denn je.“

Landesbischof Friedrich Kramer ergänzte: Das DNK/LWB sei ein „Übersetzer ganz im Sinne Luthers. (…) Als unser Fenster zur lutherischen Welt. Als Erklärer, Vermittler und Experte für Verständnis über kulturelle Grenzen hinweg. Als Spezialist für die weltweite lutherische Theologie und deren feine Unterschiede und als Brückenbauer im ökumenischen Gespräch über alte Kriegsgräben hinweg.“

Bischof Dr. Gerhard Feige sprach stellvertretend für die ökumenischen Partner: „Der Lutherische Weltbund und sein Deutsches Nationalkomitees stehen nicht nur für Zusammenarbeit und Zusammenhalt innerhalb des Luthertums. Sie waren und sind als institutionelle Verkörperungen der lutherischen Tradition (…) für die katholische Kirche weltweit beziehungsweise für die Deutsche Bischofskonferenz wichtige ökumenische Partner.“ Der bilaterale Dialog sei nicht immer einfach gewesen, aber von großer Bedeutung. So hoffe und wünsche er sich, dass zukünftig weitere kirchenamtliche Rezeption möglich wird und sich neue Schritte auf dem Weg zur Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft eröffnen.

Musikalisch wurde der Abend durch Uwe Steinmetz begleitet, mit Eindrücken aus den unterschiedlichen Regionen der weltweiten Kirchengemeinschaft. Die Stücke sind Teil des Projekts „Lutheran Hymns and Rites 2024 – ein Globales Achtliederbuch als Ausdruck von Lutherischer Identität in und durch Liturgien und ihre Musik“, das zur nächsten LWB-Vollversammlung 2023 in Krakau fertiggestellt werden soll. Die Veranstaltung endete mit einem Abendgebet der Stellvertretenden Vorsitzenden des DNK/LWB, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.(dnk 7.10.22)

Alle Beiträge sind in einer Festschrift veröffentlicht, die kostenfrei unter info@dnk-lwb.de  bestellt oder auf der DNK/LWB Homepage unter www.dnk-lwb.de/resources  abgerufen werden kann.

(v.l.n.r.) Kathrin Wallrabe, Ulrike Weyer, Tobias Bilz, Bettina Westfeld, Dr. Thilo Daniel, Helena Funk. Im Hintergrund die Wartburg in Eisenach.

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

Teilen Sie diese Seite