Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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28. Landessynode in Dresden tagt


27 Juni 2020

Dresdnerin Bettina Westfeld neue Synodalpräsidentin 

DRESDEN – Die 28. Landessynode hat am heutigen Sonnabend, 27. Juni, auf ihrer Konstituierenden Tagung die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld (44) für die bevorstehende sechsjährige Legislatur zur Präsidentin der sächsischen Landessynode gewählt. Sie folgt damit dem Rechtsanwalt Otto Guse (60) aus Reumtengrün bei Falkenstein, der seit 2008 das Ehrenamt des Präsidenten der Landessynode und damit auch den stellvertretenden Vorsitz in der Kirchenleitung ausübte. Er hatte sich in seinem Heimatwahlkreis nicht mehr zur Wahl für die Landessynode aufstellen lassen. 

Bettina Westfeld war seit der Amtszeit von Otto Guse die nichtordinierte Vizepräsidentin im Präsidium der 26. und 27. Landessynode. Die gebürtige Dresdnerin gehörte seit 2002 als gewähltes Mitglied im Kirchenbezirk Dresden Mitte der Landessynode an. 2020 berief sie die sächsische Kirchenleitung in die 28. Landessynode. Aus der Synode heraus wurden sie und der Rechtsanwalt Christoph Apitz aus Oelsnitz/Vogt. zur heutigen Wahl vorgeschlagen.  

In ihrer Vorstellungsrede erklärte Bettina Westfeld, wofür sie sich stark machen wolle: So möchte die Synodale zur Wortmeldung ermutigen und damit ein Klima der Beteiligung schaffen. Weiterhin wolle sie sich dafür stark machen, dass die Arbeitsfähigkeit der Synode durch Digitalisierung verbessert wird. Synodale sollten in der Vorbereitung der Sitzungen besser mit Informationen unterstützt werden. Schließlich sei es ihr Wunsch, die Anliegen der Synodalen in der Kirchenleitung gegenüber dem Landeskirchenamt zu bündeln und offensiv zur Sprache zu bringen. 

Nachdem Christoph Apitz nach dem zweiten Wahlgang auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte, wurde Bettina Westfeld im 3. Wahlgang mit 54 von insgesamt 77 abgegebenen Stimmen zur Präsidentin gewählt. Sie bedankte sich bei den Synodalen für das große Vertrauen, das ihr damit entgegengebracht wurde und versprach diesem Auftrag verantwortungsvoll und unter Berücksichtigung aller Interessen in der Synode nachzukommen. Sie wolle an einer Landeskirche mit bauen, die ihre Gemeindeglieder ermutigt, allen Menschen im Land von Gottes froher Botschaft zu erzählen und sich ihnen zuzuwenden. 

Bettina Westfeld engagiert sich über die ehrenamtliche Arbeit in der Landessynode hinaus in ihrer Kirchgemeinde, ist seit Jahren Mitglied im Verein „Erkenntnis durch Erinnerung“ im Trägerverein Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden und Vorstandsmitglied im Förderverein des Ev. Kreuzgymnasiums. 

Als freiberufliche Historikerin arbeitete sie u.a. zur Geschichte der Frauenordination, der Geschichte der Diakonie Sachsen und ihrer Einrichtungen sowie zur Geschichte der Landessynode. Hervorzuheben ist ihre Wahl auf der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im Mai 2017 in Windhuk/Namibia als Mitglied im neuen 48-köpfigen Rat des LWB. Sie ist damit als einzige Delegierte aus Sachsen in diesem Gremium. 

Schon früh nahm Bettina Westfeld die Spannung zwischen christlichem Elternhaus und der vereinnahmenden Ideologie des DDR-Staats wahr. Geprägt war ihre Kindheit und Jugend von ihrer alten Heimatkirchgemeinde in Dresden-Seidnitz. Die Veränderungen von 1989 mit der Friedlichen Revolution bedeuteten für die damals 14-jährige „eine Fülle an Freiheiten und Möglichkeiten, an die wir uns allerdings erst gewöhnen und ausprobieren mussten“, sagt sie rückblickend.  

Nach dem Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium studierte sie in Dresden Neuere- und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Philosophie. Danach war sie am Hannah-Arendt-Institut an der TU Dresden sowie in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in verschiedenen Einrichtungen tätig. Ihr thematischer Schwerpunkt war die politische Strafjustiz in der SBZ und der DDR bis 1989. 

Nach ihrer Ansicht sei die Landeskirche wieder als Ort des Dialogs gefragt und Themen wie das Engagement zur Bewahrung der Schöpfung seien heute genauso aktuell wie vor dreißig Jahren.  
Bettina Westfeld ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen.    

Aus den Wahlen zum siebenköpfigen Präsidium gingen neben der Präsidentin Bettina Westfeld der (ordinierte) Stellvertreter, Pfarrer Dr. Christoph Herbst aus Chemnitz hervor sowie der Stellvertretende (nichtordinierte) Christoph Apitz aus Oelsnitz/Vogt. Durch die Wahl von vier weiteren Mitgliedern des Präsidiums steht jetzt das Gremium fest. Gewählt wurden als Beisitzer am Abend Gerlinde Franke, (Großenhain) Dr. Jochen Kinder (Borna), Olaf Langner (Köngiswartha), Kerstin Otto (Frankenthal).

Die Präsidentin wird zukünftig die Landessynode vertreten und die von ihr erlassenen Gesetze und Initiativen unterzeichnen. Sie vertritt damit die Landessynode nach außen und leitet die Plenarsitzungen. Neben weiteren Aufgaben und Befugnissen in der Landessynode im Zusammenwirken mit den sechs Mitgliedern des Präsidiums wird sie auch Mitglied der Kirchenleitung und deren Stellvertretende Vorsitzende.

Synodalpräsidentin Bettina Westfeld
Eine Wahl folgte der anderen an diesem Tag
Neue und breit gefasste Sitzordnung im großen Saal
Freigang für kurze Pausen sehr beliebt bei Sommerwetter
Das Kästchen mit der Aufschrift "dienet einander" enthält den Staffelstab, den Altpräsident Otto Guse Frau Westfeld vermachte

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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