Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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25 Jahre Liturgiewissenschaftliches Institut Leipzig
20 März 2019
Im Spannungsfeld zwischen Kirche, Universität und kulturellem Leben
LEIPZIG – Mit einer Festveranstaltung am 19. März im Alten Senatssaal der Leipziger Universität feierte das Liturgiewissenschaftliche Institut der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland (VELKD) bei der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig sein 25-jähriges Jubiläum. Seit 1994 leistet das Institut einen entscheidenden Beitrag zu Forschung und Lehre, Beratung und Mitgestaltung gottesdienstlicher Entwicklung: „In der Arbeit des Instituts verbinden sich reflektierte Praxis und praxisbezogene Forschung zu den Gottesdiensten in den evangelisch-lutherischen Kirchen“, sagte Leiter Prof. Dr. Alexander Deeg von der Universität Leipzig.
„Die Schönheit des Gottesdienstes der Tradition gilt es immer neu zu entdecken – ebenso wie es sich lohnt, neue sprachliche, symbolische und rituelle Formen zu erproben. Für beides steht die Arbeit des Liturgiewissenschaftlichen Instituts.“ Auch 25 Jahre nach seiner Gründung sei das Leipziger Institut das einzige evangelische im deutschsprachigen Raum, das praktische Fragen zu den Gottesdiensten und ihrer Feier mit wissenschaftlichen Reflexionen im universitären Kontext verbinde.
Auf dem Festakt am Dienstagabend sprach Landesbischof Ralf Meister, Leitender Bischof der VELKD ein Grußwort. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Michael Meyer-Blanck, Professor für Praktische Theologie und Vorsitzender der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Thema „Wohin geht die Liturgiewissenschaft?“, ihm antwortete der katholische Liturgiewissenschaftler Prof. Dr. Benedikt Kranemann.
Im Rahmen eines Podiumsgesprächs diskutierten Landesbischöfin Ilse Junkermann (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland) und der wissenschaftliche Geschäftsführer des Liturgiewissenschaftlichen Instituts, Pfarrer und Dichter Dr. h. c. Christian Lehnert, mit zeitzeichen-Chefredakteur Reinhard Mawick die Frage „Liturgie und Liturgiewissenschaft – zwei Krisengeschöpfe?“ Der Abend wurde musikalisch gestaltet von Jazzmusiker Uwe Steinmetz am Saxophon.
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing beschrieb im Vorfeld die Kirchenmusik und Liturgie als „ein Teil der Seele der sächsischen Landeskirche“. „Wir sind sehr froh darüber, mit dem liturgiewissenschaftlichen Institut der VELKD eine Einrichtung auf dem Boden unserer Landeskirche zu haben, die sich wesentlich der Kultivierung dieser Tradition und ihrer Weiterentwicklung widmet“, sagte er anerkennend. Er wünschte dem Institut Gottes Segen und sagte ihm auch weiterhin die Unterstützung der Landeskirche zu.
Zum Angebot des Instituts, das im Spannungsfeld zwischen Kirche, Universität und kulturellem Leben arbeitet, gehören liturgiewissenschaftliche Lehrveranstaltungen an der Universität und Tagungen wie das jährliche Liturgiewissenschaftliche Fachgespräch, das Kirchenliedseminar oder die „Tage gelebter Liturgie“. „Das Institut ermöglicht Studierenden, Pfarrerinnen und Pfarrern, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern Kenntnisse zu Gottesdiensten in Geschichte und Gegenwart zu erwerben, Sensibilität für ästhetische Herausforderungen des Liturgiefeierns zu stärken und so Tradition und die Herausforderungen der Gegenwart zu verbinden“, sagt Alexander Deeg im Vorfeld.
Dabei sei das Liturgiewissenschaftliche Institut von Anfang an ökumenisch vernetzt: „Fragen zur Zukunft des evangelisch-lutherischen Gottesdienstes lassen sich nur im Austausch mit Praktikerinnen und Praktikern, Forscherinnen und Forschern aus anderen Konfessionen und kulturellen Kontexten klären.“ In Zukunft werde deshalb auch die Kooperation mit dem Lutherischen Weltbund vertieft.
Der Festakt fand im Zusammenhang des 23. Liturgiewissenschaftlichen Fachgesprächs statt. Das Fachgespräch vom 18. bis 20. März 2019 beschäftigt sich mit dem Thema „Stille. Liturgie als Unterbrechung“.
Mehr Informationen: www.velkd-liturgie.de
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.