Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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25 Jahre davor – 25 Jahre danach
07 Dez. 2017
Ausstellung: 50 Jahre kirchliche Baupflege in Sachsen
DRESDEN – Wenn Kirche baut, dann im öffentlichen Raum, mitten drin sozusagen, so, wie die Ausstellung über das kirchliche Bauwesen, die am Abend des 7. Dezember im Dresdner Kulturpalast zwischen Altmarkt und Neumarkt mit einer Vernissage eröffnet wurde. Tausende Besucher der Weihnachtsmärkte werden wohl durch die großen Fenster zur Ausstellung auf die hell erleuchteten Schauelemente aufmerksam.
Idyllische Dorfkirchen, beeindruckende Dombauten und ehrwürdige Pfarrhöfe zeugen von der über tausend Jahre alten Geschichte des Christentums in Sachsen. Ein Kulturerbe, das es zu pflegen gilt, um Historisches zu erhalten, das es zu gestalten gilt, um Räume für die Kirche der Gegenwart und Zukunft zu schaffen. Der Aufgabenwandel im Zuge rückgängiger Gemeindegrößen stellt vor neue Herausforderungen.
Die Ausstellung „„Kirche baut. Erhalten & Gestalten - 50 Jahre kirchliche Baupflege in Sachsen“ der Landeskirche gibt Einblicke in die wichtige Arbeit der Baupflegerinnen und Baupfleger, die tagtäglich mit diesen besonderen Bauwerken und den Menschen, die sie nutzen, arbeiten. Vielfältige und besondere Projekte, kommunikative Begegnungen und gemeinschaftliches Wirken: kirchliche Baupflege hilft dabei, dass Kirche lebendig bleibt.
Dass auf dem vergleichsweise kleinen Raum im ‚Zentrum für Baukultur Sachsen‘ nur sehr exemplarisch die Entwicklung von 25 Jahren Kirchenbau vor der politischen Wende und 25 Jahre danach Platz finden konnte, schmälert nach Ansicht des Leipziger Baupflegers i.R. Reinhard Krabbes nicht die unvergessene Leistung der Baupfleger und aller Helfer auch zu DDR-Zeiten. Glocken, Orgeln und die Zuständigkeit für Baulichkeiten auf Friedhöfen habe aber keine Aufnahme finden können.
Matthias von Rüdiger, Leiter des Zentrums für Baukultur Sachsen, begrüßte die Gäste und verwies auf den hohen Durchlauf und die Beachtung von Ausstellungen an diesem Ort. Es liege in der Natur der Sache und der Aufgaben, dass sich die Ausstellung mit Projekten und Personen beschäftige, sagte die landeskirchliche Baureferentin Katrin Tauber. Die Ausstellung zeige die Suche nach Möglichkeiten zu DDR-Zeiten. Nach den „fetten“ Jahren danach, stünde man wieder vor Herausforderungen, was aber angesichts von 900-jähriger Kirchbaugeschichte in Sachsen zu spiegeln sei.
Für Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer rühre die Suche nach heiligen Orten von der Gewissheit her, hier Gott zu finden. Biblisch nehme „Gott Wohnung in seiner Schöpfung“. Das werde auch im Leib Jesu bezogen auf Geburt und transzendent in der Auferstehung sinnbildlich. Es brauche eine „sinnliche Erfahrung Gottes“, so der Theologe. Menschen bauten seither Kirchen als Räume, „um das eigene Leben mit Gott in Verbindung zu bringen“. Für Christen seien Kirchen heilig, ohne sie sei der Glaube „leiblos“. Bauer dankte den Baupflegern, denn solange es den Glauben gebe, brauche es auch „sinnliche Erfahrungsräume“.
Für die Denkmalpflege in Sachsen überbrachte Christine Kelm Grüße an die zahlreichen Besucher des Eröffnungsabends. Sie verwies auf die langjährige gemeinsame Arbeit auch mit den Baupflegern, da die meisten Kirchen Baudenkmale seien. Es gebe gleiche Interessen im Erhalt und der Sanierung, aber manchmal auch unterschiedliche Sichtweisen auf die Umsetzung. Sie wünsche allen fachlich Verantwortlichen „Durchsetzungsvermögen und gegenseitiges Verständnis“.
Den musikalischen Auftakt und die Begleitung des Abends übernahm das Bläserkollegium der HTW Dresden mit Werken von Klughardt und Rossini für Holzbläserquintett.
Der Dresdner Baupfleger Stephan Däßler bezeichnete seine Tätigkeit als „schönsten Beruf“. Es sei vielseitig und interessant mit hochwertigen Materialien zu arbeiten, aber auch mit raumakustischen und raumklimatischen Problemen umgehen zu müssen. Baupfleger verstünden sich als „unabhängige Berater und Unterstützer“ für Kirchgemeinden bei der Bauvorbereitung, Baudurchführung und der Baunacharbeit. Nach Däßlers Eindruck habe das Bauen an der Kirche häufig „einen positiven Einfluss auf die Kirchgemeinde“. Nach 1990 habe es immensen Nachholbedarf gegeben, dem sich Denkmalschutz, Kirchgemeinden, Landeskirche, Freistaat und private Spender stellten. Jährlich gebe es immer noch Bauvorhaben mit durchschnittlich 50-55 Millionen Euro. Jeweils ein Drittel würde auf Kirchgemeinde, Fördermittel und Landeskirche verteilt. Darüber hinaus sei immer wieder gesagt, „Kirchen sind aller Kulturgut“, so Däßler.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.