Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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175 Jahre - Den Dresdnern zugewandt


17 Mai 2019

Diakonissenanstalt Dresden feiert ihren 175. Gründungstag

DRESDEN - Die Evangelisch-Lutherische Diakonissenanstalt Dresden ist eines der ältesten Diakonissenhäuser in Deutschland und Trägerin eines zukunftsorientierten diakonischen Unternehmensverbundes, der mit seinen Einrichtungen im Gesundheitswesen, in der Altenhilfe und Behindertenhilfe sowie als Ausbildungsstätte einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Menschen in Dresden, Radebeul und seit 2015 auch in Niesky leistet. In diesem Jahr feiert die Diakonissenanstalt ihr 175-jähriges Bestehen.

Als Höhepunkt der Feierlichkeiten findet am Sonntag, den 19. Mai 2019, um 15:00 Uhr ein Festgottesdienst mit Landesbischof Dr. Carsten Rentzing in der Diakonissenhauskirche statt. Daran schließt ein Festakt an mit Grußworten von Barbara Klepsch, Staatsministerin des Freistaates Sachsen; Pfarrer Ulrich Lilie, Präsident Diakonie Deutschland, und Detlef Sittel, Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden sowie Pfarrerin Christa Schrauf, Geschäftsführerin des Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser, und Pfarrer i.R. Stephan Süß, Verwaltungsratsvorsitzender der Diakonissenanstalt Dresden.

Das Jubiläumsjahr dient als Anlass, einen Blick zurückzuwerfen auf die Geschichte der diakonischen Einrichtung. In der Veranstaltungsreihe „DIAKO-Geschichte(n)“ wird an die Anfänge erinnert, die soziale Motivation der Gründerinnen gewürdigt und die Entwicklung bis heute betrachtet. Jeweils am 19. eines Monats wird in die Diakonissenhauskirche eingeladen. Sommerkonzerte und Festgottesdienste ergänzen das vielfältige Jubiläumsprogramm. Ein eigens für das Jubiläum produzierter Animationsfilm soll den Zuschauern die Geschichte der Diakonissenanstalt in bewegten Bildern kurz und prägnant nahebringen.

Diesen Videoclip und weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.diako-dresden.de/nc/informationsseiten/aktuelles/175-jahre-diakonissenanstalt-dresden/

Zum Hintergrund: Historische Eckdaten zur Geschichte der Diakonissenanstalt Dresden

Gründung

Hintergrund: Soziale Missstände in ganz Deutschland, eine soziale Bewegung breitet sich aus. Ein Komitee/Frauenverein aus adligen Damen sieht die Notwendigkeit, für die arme Bevölkerung in der Dresdner Neustadt eine Pflegeinrichtung zu schaffen, um die Versorgung von kranken, armen und alten Menschen zu verbessern. Bei den Damen handelt es sich um: Ulrike von Leipziger, Gräfin Louise Charlotte Hohental, Wilhelmine von Brause, Ida Thode. Der Verein nimmt Kontakt zu dem Pfarrer Theodor Fliedner auf, der in Kaiserswerth eine Ausbildungsstätte für evangelische Pflegerinnen gegründet hat.

Der 19. Mai 1844 ist der Gründungstag. Pastor Fliedner aus Kaiserswerth weiht in der Böhmischen Gasse Nr. 30 in Dresden eine Krankenpflegestation ein. Zwei Diakonissen aus dem Kaiserswerther Mutterhaus kommen zum Einsatz nach Dresden. Fest im christlichen Glauben verwurzelt üben sie tätige Nächstenliebe aus.

Umzug 1846

Die Not ist groß, der Bedarf da. Deswegen wird ein Haus auf dem Grundstück in der Bautzner Straße (das sogenannte Stammhaus/Mutterhaus) erworben und die Pflegeinrichtung aus der Böhmischen Gasse zieht dorthin um.

Wachstum I

Weitere Häuser werden gekauft, im Turmhaus die erste Mutterhauskirche geweiht. Umbauten, Anbauten, Erweiterungen, dann das erste Tochterunternehmen: 1863 wird eine Zweigstelle in Radebeul eröffnet. Eine Schule wird übernommen, eine Kleinkinderschule gegründet (1863).

Ausbildung

In den Pflegeinrichtungen und Schulen werden junge Frauen zu Krankenpflegerinnen und Kindergärtnerinnen ausgebildet. Später gibt es noch eine Fachschule für Hausangestellte. Das Zusammenleben in der christlichen Gemeinschaft formt sich, es finden Gottesdienste statt.

Krankenhaus

Die Diakonissen sind auf der Höhe der Zeit. 1893 wird mit dem Diakonissenkrankenhaus eines der modernsten Krankenhäuser in Dresden eröffnet.

Wachstum II

Erweiterungsbau am Krankenhaus, Erholungsheim für Diakonissen in Graal-Müritz, Feierabendhaus an der Bautzner Straße, Neubau in Bärenfels, Marthaschule …

Höhepunkt 1929

Über 1000 Diakonissen sind in Sachsen als Gemeindeschwestern im Einsatz. 1929 Bau der Diakonissenhauskirche als Herzstück der Diakonissenanstalt. Entsendung von Schwestern ins Ausland.

Nationalsozialismus/2. Weltkrieg

Schließung aller konfessionellen Schulen. Die Diakonissenanstalt Dresden wird zu zwei Dritteln bei dem Bombenangriff am 13. und 14. Februar zerstört.

Wiederaufbau und Versöhnung

Die Diakonissen bauen das Diako wieder auf. Auch mit Hilfe aus dem Ausland. Es gibt ein Aufbaulager des Coventry-Versöhnungsdienstes mit der deutschen „Aktion Sühnezeichen“ beim Wiederaufbau des zerstörten Krankenhauses. Das Mutterhaus empfängt das Nagelkreuz von Coventry durch Propst Williams aus Coventry.

Wandel in der christlichen Gemeinschaft

Erste Brüder in die diakonische Schwesternschaft aufgenommen.

Das Diako im Sozialismus

Christliche Zuwendung und medizinische Expertise zu DDR-Zeiten sehr gefragt. Beliebte Geburtshilfe. Enge Verbindung zum Mutterhaus in Neuendettelsau in Westdeutschland.

Nach der Wende

Startschwierigkeiten in der Marktwirtschaft, aber der diakonische Auftrag bleibt immer derselbe: Zuwendung, Fürsorge sowie pflegerische und medizinische Versorgung und Betreuung der Menschen von der Geburt bis zum Lebensende.

Diakonissen, Diakonische Schwestern- und Bruderschaft sowie die Evangelische Mitarbeitergruppe schließen sich zur Diakonischen Gemeinschaft zusammen.

Hochwasser 2002

Scheinbar ein Rückschlag, doch das Diako trotzt den Fluten und bleibt unbeirrt auf Kurs.

Wachstum III

Modernisierung und Weiterentwicklung: Neue interdisziplinäre Notaufnahme und Palliativstation im Diakonissenkrankenhaus 2012, Betriebsübernahme des Krankenhauses Emmaus in Niesky und Eröffnung eines Medizinischen Versorgungszentrums in Dresden und Niesky 2015/2017, Neubau der Berufsfachschule für Pflegeberufe 2019.

Die Diakonissenanstalt Dresden heute

Die Diakonissenanstalt Dresden ist Mitglied des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen und des Kaiserswerther Verbandes deutscher Diakonissen-Mutterhäuser. Heute arbeiten ca. 1.560 Beschäftigte in den Bereichen Medizin, Kranken- und Altenpflege, Berufsausbildung, Behinderten- und Seniorenhilfe und im Dienstleistungssektor.

Zum Bereich der Medizinischen Versorgung gehören das Diakonissenkrankenhaus in Dresden und das Krankenhaus Emmaus in Niesky. Beide Häuser sind Akutkrankenhäuser der Grund- und Regelversorgung. Im Diakonissenkrankenhaus liegt ein besonderer Schwerpunkt in der Betreuung onkologischer Patienten in den Krebsorganzentren, die Einrichtung ist außerdem Akademisches Lehrkrankenhaus an der Technischen Universität Dresden. Die Facharztzentren am Diako MVZ erweitern als Medizinisches Versorgungszentrum die ambulanten Angebote auf dem Campus der Diakonissenanstalt in der Dresdner Neustadt und in Niesky.

Die Berufsfachschulen für Pflegeberufe in Dresden und Niesky bieten Ausbildungen für zukunftsfähige Berufe im Gesundheitswesen an. Die Auszubildenden profitieren in der praktischen Ausbildung von der engen Anbindung an die hauseigenen medizinischen Einrichtungen.

Unter dem Dach der gemeinnützigen DIAKO Seniorenhilfe GmbH widmen sich die Altenpflegeeinrichtungen der Diakonissenanstalt Dresden der Betreuung und Pflege älterer Menschen. Die Evangelische Behindertenhilfe Dresden gGmbH verfügt über vielfältige und qualifizierte Angebote zur Betreuung, Förderung, Bildung und beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen in Dresden und Umgebung.

Die Mitarbeiter der DIAKO Versorgungs- und Service GmbH sowie der DIAKO Verwaltungsgesellschaft mbH erbringen Dienstleistungen im Gesundheitswesen, die für die Bewältigung des Alltagsbetriebes in den Einrichtungen unverzichtbar sind. Die Gästehäuser in Dresden und Graal-Müritz, ehemals Erholungsheime für die Diakonissen, bieten einen erholsamen Urlaub und auch Möglichkeiten für Gruppenreisen.

Seit 1866 pflegt die Diakonissenanstalt außerdem die Tradition der Hostienbäckerei. Sie ist damit die einzige ihrer Art in Mitteldeutschland. Rund eine Million Abendmahlshostien werden jährlich hergestellt und Gemeinden z. B. in Sachsen, Thüringen, Berlin und Brandenburg beliefert.

Die Diakonissenhauskirche bildet das Herzstück der Diakonissenanstalt und ist ein Ort lebendiger Kirchenmusikpflege. Nicht nur zu den regulären Gottesdiensten, sondern auch an hohen Feiertagen wird eine besondere, dem Kirchenjahr entsprechende Musik geboten.

Geistliches Leben

Geprägt wurde die Diakonissenanstalt Dresden seit ihrer Gründung von der Diakonissenschwesternschaft, später auch von der Diakonischen Schwestern- und Bruderschaft sowie der Evangelischen Mitarbeitergruppe. Im Jahr 2007 schlossen sich diese drei zur Diakonischen Gemeinschaft zusammen. Das Leitbild „Zuwendung leben“ prägt den Arbeitsalltag in allen Einrichtungen und ist für die Mitarbeitenden Orientierung und Herausforderung.

Diakonissenanstalt Dresden

Diakonissenhauskirche
Gottesdienst in der Diakonissenhauskirche
Historisches Foto des Diakonissenhauses
Hostien in der Hostienbäckerei

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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