Kirche als Gesprächsraum gestalten
Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.
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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen.
Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen?
Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.
Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte:
- Schlussbericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus vom 27. März 2021 (Digitale Tagung der 28. Landessynode)
- „Ertrage einer den andern (Kolosser 3,13a) - Kirche als Gesprächsraum gestalten“ Wort der 28. Landessynode 15.11.2021
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130 Jahre Leipziger Diakonissenhaus
28 Jan. 2021
Runder Geburtstag wird zum stillen Gründungsjubiläum
LEIPZIG – Das Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig erinnert sich seiner Wurzeln und einer großen Tradition. Am 1. Februar 1891 wurden die ersten acht Schwestern zum Dienst an alten, kranken und sozial schwachen Menschen aufgenommen und damit das Diakonissenhaus gegründet. 130 Jahre später lässt die Corona-Pandemie nur ein Gedenken im kleinen Kreis zu, das am 31. Januar 2021 im Rahmen eines Diakonissenhaus-Gottesdienstes stattfinden wird.
Den Gottesdienst feiern die Leipziger Diakonissen im kleinen Kreis mit den Bewohnern des Hauses und mit den Verantwortlichen aus Diakonissenhaus und Diakonissenkrankenhaus. Derzeit leben noch sechs Schwestern auf dem Gelände ihres Mutterhauses und verbringen hier gemeinsam ihren Ruhestand. In der Blütezeit des Leipziger Diakonissenhauses waren es mehr als 200 Schwestern, die gleichzeitig hier lebten und von hier aus weit über die Grenzen der Stadt hinaus tätig waren.
„Es schmerzt, dass wir dieses Jubiläum nicht in einem größeren Rahmen feiern können“, sagt Dr. Michael Kühne, Rektor des Leipziger Diakonissenhauses. „Trotz dieser Umstände blicken wir mit großer Dankbarkeit auf eine geschichtliche Entwicklung zurück, die sehr viel Segen für die hilfebedürftigen Menschen und einen großen Beitrag für Leipzig als soziale Stadt geleistet hat.“
Mit der Gottesdienst-Kollekte soll die Errichtung eines neuen Hospizes unterstützt werden. Es ist geplant, dass das Bauvorhaben im Stadtteil Eutritzsch zur Jahresmitte beginnen und voraussichtlich im Herbst 2022 abgeschlossen sein wird. Getragen wird dieses Projekt von der Leipziger Diakonie Hospiz gGmbH, an der neben dem Diakonissenkrankenhaus und dem Diakonissenhaus auch das Evangelisch-methodistische Diakoniewerk Bethanien und das Diakonische Werk Innere Mission Leipzig beteiligt sind.
Zur Geschichte des Ev.-Luth. Diakonissenhaus Leipzig
Im Jahr 1900 wurde im Leipziger Stadtteil Lindenau neben dem Mutterhaus auch das Diakonissenkrankenhaus in Betrieb genommen. Erster chirurgischer Chefarzt war Prof. Dr. Heinrich Braun, der durch die Entwicklung einer neuen Narkose-Methode (Zusatz von Adrenalin) in der medizinischen Fachwelt auf sich aufmerksam machte. Die Leipziger Diakonissen waren über die vielen Jahrzehnte nicht allein im Krankenhaus tätig, sondern engagierten sich auch als Gemeindeschwestern sowie in Kinder- und Altersheimen.
Während des Ersten Weltkriegs arbeiteten sie in verschiedenen Lazaretten in ganz Europa und waren in den 1920er-Jahren sogar vorübergehend in Brasilien pflegerisch aktiv.
In der im Jahr 1925 gegründeten Krankenpflegeschule werden bis heute angehende Pflegekräfte ausgebildet. Während beider Weltkriege wurde das Krankenaus jeweils zum Lazarett umfunktioniert – trotz schwerer Fliegerangriffe blieb das Diakonissenhaus in der nationalsozialistischen Zeit von größeren Schäden verschont. In den DDR-Jahren entwickelte sich das Diako zu einer tragenden Säule im Gesundheitssystem der Stadt Leipzig.
Es war für den Stadtbezirk Leipzig-West und ab den 1970er-Jahren auch für das Neubaugebiet Grünau zuständig. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Diakonissenkrankenhaus mehrfach umgebaut und entwickelte sich zu einem modernen Gesundheitsstandort. Im Jahr 2014 verabschiedete sich die letzte Leipziger Diakonisse aus dem aktiven Arbeitsleben – im Krankenhaus lebt die Diakonissen-Tradition seitdem in der Diakonischen Gemeinschaft weiter.
Unter dem Dach des Diakonissenmutterhauses leben die Leipziger Diakonissen heute Tür an Tür mit zahlreichen Seniorinnen und Senioren im Betreuten Wohnen. Auch die Verwaltung des Diakonissenkrankenhauses hat hier ihren Sitz. Als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung verfügt das Diako über 250 Betten. Es ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig und gehört zur AGAPLESION gemeinnützigen AG, einem bundesweit tätigen Verbund von christlichen Gesundheitseinrichtungen.
Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an
Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,
- die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
- die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken
Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.
Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)
Evangelischen Erwachsenenbildung
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html
- thematischen Angebote
- Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation;
Ehrenamtsakademie Sachsen
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de
- Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung
Evangelische Akademie Sachsen
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/
- Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
- Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können
TPI Moritzburg
https://tpi-moritzburg.de/
- Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,
Landesjugendpfarramt
www.evjusa.de
- u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
- Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)
Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/
Ev. Frauenarbeit
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/
Pastoralkolleg
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/
- bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten
AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/
Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html
- Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung
Beispiel für Formate
„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)
In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.