Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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13. Februar und Ökumenischer Friedensgottesdienst


14 Feb. 2019

Suche Frieden und jage ihm nach

DRESDEN - Der 13. Februar war, ist und bleibt für Dresden ein wichtiges Datum, an dem es gleichermaßen gilt, zu erinnern, gegenwärtig zu sein und vorwärts zu schauen. Am 13. Februar nahmen die Gäste aus Coventry und aus Breslau an den verschiedenen Veranstaltungen zum Gedenken teil. Friedensarbeit und Versöhnung stehen auch im Zentrum der Rede des Lord Mayor John Blundell aus Coventry vor dem Dresdner Stadtrat am 14. Februar.

Für ein Gedenken an die Opfer des 13. Februar 1945 gibt es in Dresden viele Orte. So gedachten beispielsweise am Nachmittag Dresdner Schüler gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Detlef Sittel auf dem Johannisfriedhof den Opfern der Bombardierung.

Der Auftakt der Menschenkette fand um 17:00 Uhr an der Goldenen Pforte auf dem Rathausplatz statt. Über 90 Sängerinnen und Sänger des Universitätschores Dresden sangen zu Beginn ein Requiem. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und der Rektor der Technischen Universität Dresden, Prof. Müller-Steinhagen, sprachen vor zahlreichen Zuhörern. Danach formierte sich die Menschenkette, in die sich auch Landesbischof Dr. Carsten Rentzing einreihte. Tausende Menschen standen zusammen.

Anlässlich des 130. Geburtstages des Komponisten Rudolf Mauersberger – und zum mahnenden Gedenken an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren erklang am frühen Abend in der Kreuzkirche das „Dresdner Requiem“ von Rudolf Mauersberger durch den Kreuzchor. Um 19:00 Uhr fand eine Friedensandacht mit Pfarrer Tobias Funke in der Trinitatiskirchruine statt.

Nach dem Konzert öffnete sich die Kreuzkirche zum Ökumenischen Friedensgottesdienst. Es predigte Bischof Dr. Christopher Coxworth aus Coventry und bezog sich auf den Psalm 34 und damit auf das darin enthaltende Wort der Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“.
Er verwies auf den damaligen Konflikt zwischen den biblischen Personen von Saul und David. Eine Auseinandersetzung, die Tod, Zerstörung und Tragödien zur Folge hatte. Angesichts der Gefahr und der Angst fragte David, wo das Leben zu finden sei. Bischof Coxworth nahm sich der Frage an und übertrug sie auf heutige Krisenherde.

David jedenfalls habe nach Enttäuschungen die Erkenntnis gewonnen, sich Gott und dem Leben zuzuwenden. Damit begebe man sich auf den Weg zum Leben, zum Leben in Frieden. Der Bischof zog daraus praktische und konkrete Hinweise, mit Worten nicht Trug zu reden, nicht Böses, sondern Gutes tun sowie Haltung einzunehmen, den Frieden zu suchen. Leben nach Gottes Willen, könne nicht ohne Frieden gelingen, weder in Nationen, Familien oder den Herzen.

Dr. Coxworth ging auf die Spaltung in seinem Land in der Brexit-Frage ein. Vor dem Hintergrund des Gesagten und Davids Weisheit über Worte, Handlungen und Haltungen sei zu prüfen, nicht nur die Eigensicht nach Wohlstand oder weniger Wohlstand im Vereinigten Königreich zu diskutieren, sondern auch die Folgen für den „europäischen Nächsten“ zu sehen. „Wahrer und beständiger Frieden entsteht, wenn wir uns für das Wohl anderer Menschen einsetzen“, sagte er.

Der Bischof würdigte angesichts der Vergangenheit und des Gebetes für die Zukunft das Zusammenkommen von Christen verschiedener Nationen und Kirchen. Wir seien ein Volk. „Lasst uns die Ersten, die wieder zusammenfügen, was entzweit wurde, richten, was zerrissen wurde, heilen, was verwundet wurde, die Brücken des Vertrauens der Völker und der Nationen wieder aufbauen“, so Coxworth.
Er dankte für die offizielle Partnerschaft der Städte in den letzten sechzig Jahren.

Weitere Mitwirkende im Gottesdienst waren u.a. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof Waldemar Pytel aus Wroclaw, Dompfarrer Dekan Norbert Büchner, Kathedrale Dresden, Superintendent Christian Behr für die Dresdner Kirchenbezirke, Christiane Mehlhorn, Ev.-meth. Kirche und Elisabeth Naendorf vom Ökumenischen Informationszentrum.
Für die musikalische Begleitung sorgte der Knabenchor des Nationalen Musikforums Wroclaw. Im Anschluss an den Gottesdienst stimmten die Glocken der Dresdner Kirchen zum Gedenkgeläut an den Beginn der Bombennacht an.

In der Dresdner Kreuzkirche wurde tags zuvor die Ausstellung „Condition humaine“ – Coventry/Dresden Arts Exchange eröffnet. Zum Jubiläum widmen sich die Künstler John Yeadon und Lisa Gunn aus Coventry gemeinsam mit Monika Marten und Kerstin Franke-Gneuß aus Dresden dem menschlichen Dasein in Krieg und Leid, in Versöhnung und Frieden. Die vier Künstler setzen sich mit einer Grundfrage auseinander: Wie lebt der Mensch? Es sind bildliche Erzählungen von Kampf, Katastrophen, Mut, neu Aufstehen und Kraft für den Neubeginn − starke Metaphern auch für das Schicksal der Städte Dresden und Coventry. Denn ihr Schicksal im 2. Weltkrieg und ihr Wunsch nach Frieden und Versöhnung waren der Grundstein für die erste Städtepartnerschaft, die Dresden einging.

Landesbischof Dr. Rentzing (m.) (Foto: EVLKS)
Landesbischof Dr. Rentzing (m.) und Bischof Waldemar Pytel links neben ihm
Vor dem Rathaus
Oberbürgermeister Dirk Hilbert spricht vor dem Rathaus
In der Dresdner Kreuzkirche
Ökumenischer Friedensgottesdienst in der Kreuzkirche
Bischof Dr. Coxworth predigt in der Kreuzkirche
Bischof Dr. Christopher Coxworth (Church of England)
Ausstellung Condition humaine in der Kreuzkirche: links: Coventry City, rechts: Dresden City von Monika Marten

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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