Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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100 Jahre Verkündigung im Radio


30 Sept. 2024

„Beiläufig ein ernstes Wort hören“

LEIPZIG - Mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließendem Festakt in der Universitätskirche St. Pauli in Leipzig wurde am Sonntag, den 29. September 2024, das Jubiläum „100 Jahre Kirche im Radio“ gewürdigt.

Im Jahr 1923/24 nahmen die ersten Sendeanstalten ihren Betrieb auf, darunter die Mitteldeutsche Rundfunk AG – Gesellschaft für drahtlose Unterhaltung und Belehrung Leipzig (MIRAG). Seither sprechen Christinnen und Christen im Radio von ihrem Glauben: Zuerst in der Weimarer Republik, dann bis zu ihrem Verbot in der NS-Zeit, später in der Bundesrepublik und der DDR und heute wieder im vereinten Deutschland.

Alexander Deeg, Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig, bezog sich in seiner Predigt zu 1. Mose 22, 21 ff auf den Michaelistag: Engel würden das Leben unterbrechen, stellten sich in den Weg. Auch mediale Verkündigung irritiere, sie sei das Salz in der Suppe der Welt.

Bei einem anschließenden Festakt sprachen Prof. Roger Gläser, Prorektor der Universität Leipzig und Ralf Ludwig, Intendant des MDR. Ludwig deutete an, dass es für die Produktion kirchlicher Verkündigungssendungen gut ausgestattete Sendeanstalten brauche.

Landesbischof Tobias Bilz bezog sich in seinem Grußwort im Zusammenhang mit den täglichen Worten zum Tag im Radio auf den Theologen Fulbert Steffensky: „Ich schätze es, ein ernstes Wort beiläufig zu hören.“ Bilz: „Da bekommt der Monatsspruch für den vor uns liegenden Oktober eine spezifische Aktualität: ‚Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind. Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Güte ist groß.‘ (Kl 3,22f)“ Alle Morgen neu sei Gottes Barmherzigkeit. Auch deshalb bleibe es wichtig, dass genau daran alle Morgen erinnert zu werden – eben auch im Radio.

Der Intendant des Deutschlandfunks Stefan Raue beschrieb in seinem Festvortrag den Legitimationsdruck, der auf den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wie auch auf den Kirchen laste. Die Gottesdienstübertragungen hätten eine besondere Würde, ermöglichten Teilhabe am religiösen Leben. Kritik gäbe es jedoch am „Wort zum Tag“, wenn es politisch aufgeladen wäre, oder grundsätzlich, weil die Kirchen als gesellschaftliche Organisation mit einer solchen Sendezeit privilegiert seien.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz bedankte sich in einer Videobotschaft bei allen, die Verkündigungssendungen ermöglichen. Die Germanistin Anna-Maria Balbach, die konfessionssprachliche Unterschiede anhand von 20.000 Radiopredigten untersucht hat, ermutigte Autorinnen und Autoren des Wortes zum Tag zu einer positiven Sprache, die positive Bilder und gute Gefühle entstehen lässt: „Verbreiten Sie die frohe Botschaft mit frohen Worten!“

Neben den Drittsendezeiten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sorgen die beiden Kirchenredakteurinnen Friederike Ursprung und Maxi Konang auch im privaten sächsischen Rundfunk für zeitgemäße Verkündigung und Kirchenberichterstattung.

Livestream / Aufzeichnung: Friedensgebet aus der Nikolaikirche in Leipzig

MDR-Intendant Ralf Ludwig (l.) und Landesbischof Tobias Bilz

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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