Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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„100 Jahre Frauenwahlrecht“


17 Jan. 2019

Es geht darum, den Anteil von Frauen in Leitungsverantwortung zu erhöhen

DRESDEN – 1919 wurden die ersten Dresdnerinnen in die Parlamente auf Reichs-, Länder- und kommunaler Ebene gewählt. Darüber gibt eine Sonderausstellung „Frauen wählen in Dresden – 100 Jahre Frauenwahlrecht“ Auskunft, die vom 19. Januar bis 17. Februar 2019 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in der Treppenhausgalerie des Landhauses zu sehen sein wird. Neben den ersten Dresdner Politikerinnen zeigt die Ausstellung eine Auswahl an frauenbezogener Wahlwerbung aus den Beständen des Stadtmuseums Dresden. In einer Festveranstaltung am Freitag, 18. Januar, wird im Plenarsaal des Sächsischen Landtages u.a. die erste Rede von Helene Wagner vom 4. März 1919 wiedergegeben. Sie war eine der ersten drei Frauen in der Sächsischen Volkskammer, dem späteren Sächsischen Landtag.

Auch für die Kirchen im damaligen Deutschen Reich hatte die Einführung des Frauenwahlrechts Konsequenzen. Die Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen – häufig gegen starke Widerstände - zu den Gemeindeleitungen und Synoden begann ebenfalls erst nach dem Ende der Monarchie mit der Trennung von Staat und Kirche. Ab 1919 gaben sich die allermeisten Landeskirchen eigene Kirchenverfassungen, die das Frauenwahlrecht vorsahen. Heute gilt es als Merkmal der evangelischen Kirche, dass in ihr die Geschlechter gleichberechtigt sind, aber es war ein langer Weg mit unterschiedlichen Entwicklungen. Darüber verschafft der 2. Ergänzungsband zum „Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland“ einen ersten Überblick über die Einführung des Frauenwahlrechts in den evangelischen Landeskirchen sowie weiterer Entwicklungen, insbesondere in den Synoden. https://www.gender-ekd.de/download/FrauenwahlrechtinderKirche.pdf

In Sachsen wurde das aktive wie passive Wahlrecht für Frauen in die Synoden nach Inkrafttreten der Kirchenverfassung am 29. Mai 1922 möglich. 1923 wurden die Leipziger Oberlehrerin Magdalene Focke und Klara Kühl, Vorsitzende der evangelischen Arbeiterinnenvereine in Deutschland, als erste Frauen in die Landessynode berufen. Zwischen 1996 und 2008 leitete Gudrun Lindner als Präsidentin die Synode. Der derzeitige Frauenanteil in der Landessynode liegt bei 35 Prozent.
Am Sonnabend, 19. Januar, heißt es „Damenwahl – auch in der Kirche?“ auf einem Seminar im Dresdner Haus der Kirche (Dreikönigskirche) für Frauen in kirchlichen Gremien aus Anlass der Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren. Frauen sollen ermutigt werden für kirchliche Ämter zu kandidieren. Der Nutzen guter Netzwerke und die Reflektion der Kommunikationsstile stehen ebenfalls auf dem Programm, wie auch das Anliegen, wie der Anteil von Frauen in Leitungsverantwortung erhöht werden kann. Immerhin wurde auf der Frühjahrstagung der Landessynode 2018 beschlossen, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsämtern voranzutreiben.

Medien-Tipp: MDR-Hörfunk aus "Religion und Gesellschaft": Die sächsische Landeskirche setzt auf Frauen"

Fachtag am 19. Januar für für Frauen in kirchlichen Gremien

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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