Themen und Debatten

Kirche als Gesprächsraum gestalten

Im Blick auf unser zukünftiges Miteinander […] betrachten wir es als eine wichtige Aufgabe, weiter an einer von Respekt und Wertschätzung getragenen Debattenkultur zu arbeiten. Wir haben gelernt, dass der Wille zur Gemeinschaft auch mit Schmerzen und Mühen verbunden ist. Wichtig ist, dass wir einander trotz unterschiedlicher Positionen nicht verurteilen.

(aus 27. Landessynode Drucksache 42, Punkt 5 – aus der Debatte zum Gesprächsprozess zum Schriftverständnis)

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Die Landessynode bittet Kirchgemeinden und kirchliche Einrichtungen, Diskussionen zu strittigen Themen anzubieten und so zu einem respektvollem Miteinander in der Gesellschaft beizutragen. 

Kontroverse Debatten begleiten uns in Gesellschaft, Familie, Arbeitsumfeld und auch in den Kirchgemeinden seit einigen Jahren in besonders intensiver Weise. Wie können wir als Kirche hier den Menschen und dem Miteinander dienen? Wie können Gesprächsräume entstehen oder begleitet werden? Wo fördern wir so das Miteinander und den gegenseitigen Respekt, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen vorfinden? Welche Kompetenzen können bei Mitarbeitenden und in den Gemeinden gestärkt werden und wer kann dabei unterstützen? 

Anregungen, die in der Debatte um die Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsradikalismus entstanden sind, bieten Impulse zur weiteren Beschäftigung in den verschiedenen Gremien der Kirchgemeinden.

Hier finden Sie die Grundlagentexte aus der Synodalen Debatte: 

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100. Annual Convention der LKCN in Nigeria


20 Feb. 2025

Erzbischof Dr. Musa: „Jüngerschaft und konkretes Handeln erneuern“

YOLA - An der 100. Annual Convention (Jahresversammlung) der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria (LKCN) vom 19. bis 23. Februar in Numan, westlich von Yola, im Nordosten Nigerias nehmen rund 70.000 Menschen teil. Die Veranstaltung, die seit 1925 jährlich stattfindet, steht dieses Jahr unter der Überschrift „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14-16).

Neben anderen ökumenischen und internationalen Gästen reiste auch eine Delegation vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) zu dieser kirchlichen Großveranstaltung. Die Teilnahme soll die Beziehungen zwischen lutherischen Kirchen in Deutschland und Nigeria stärken.

Der ausländischen Delegation gehört auch die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld an, die seit Mai 2017 Mitglied im Rat des Lutherischen Weltbundes ist. Nach ihrer Ankunft in Yola, Hauptstadt des Bundesstaates Adamawa, nahm sie mit anderen Delegationsmitgliedern nach einer Autofahrt in den 45 Kilometer entfernten Ort Demsa an einem Pfarrertag teil. „Gott sei Dank gab es bei 38 Grad Ventilatoren und viel Wasser“, schrieb sie. Am Mittwoch, 19. Februar, begann die zentrale Auftaktveranstaltung in Numan. Dort begeisterten Tänze der Frauenarbeit aus verschiedenen Diözesen des großen Landes die viele Gäste der Annual Convention. Neben dem Gouverneur waren auch zahlreiche Könige und Stammesführer sowie Abgeordnete der Nationalversammlung anwesend. Zudem gab es vielfältige Treffen in Themengruppen sowie an Bibelarbeiten dieser Jahresversammlung.

So stehen in diesen Tagen für die Delegation unter Leitung von Bischof Oliver Schuegraf aus Schaumburg-Lippe Austausch und Begegnung im Rahmen des Kirchentreffens zu Themen wie Perspektiven der Kirchenentwicklung und dem Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt im Mittelpunkt. Derzeit kommen täglich auf dem Festtagsgelände in Yola Tausende Menschen zum gemeinsamen Gottesdienst, zum gemeinsamen Beten und im gemeinsamen Bekenntnis zur Mission zusammen. 

„Wir sind aufgerufen, mit klaren Zielen in die Zukunft zu blicken, und uns zu überlegen, wie wir als Leib Christi auch in Zukunft das transformierende Licht des Evangeliums verbreiten können“, sagte der Erzbischof der LKCN, Dr. Panti Filibus Musa. „Wie können wir sicherstellen, dass das Licht, das vor über einem Jahrhundert zu leuchten begann, in Zukunft noch heller scheinen kann?“ Der leitende Bischof der lutherischen Kirche Nigerias war von 2017 bis 2023 Präsident der lutherischen Weltgemeinschaft.

Zum Abschluss der 100. Annual Convention wird es am Sonntag, 23. Februar, einen Festgottesdienst in Numan geben. „Die Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum rufen uns in Erinnerung, dass unsere Mission nicht ein Produkt unseres menschlichen Ideenreichtums ist, sondern von Gottes Gnade getragen wird“, so Erzbischof Musa.

Hundert Jahre Mission und Glauben

Die Wurzeln der LKCN-Annual Convention reichen bis in das Jahr 1925 zurück, als sie zunächst in Form einer Plattform stattfand, um sich über die Missionsbemühungen auszutauschen und das Zusammengehörigkeitsgefühl von Gläubigen, Pfarrpersonen und Missionarinnen und Missionaren zu stärken.

Die LKCN selbst wurde 1913 vom dänischen Zweig der internationalen Missionsorganisation „Sudan United Mission“ (heute: Mission Afrika) gegründet. An der Annual Convention mit vielfältigen gemeinsamen Bibelarbeiten, Gottesdiensten, Diskussionen und kulturellen Veranstaltungen nehmen inzwischen jedes Jahr zehntausende Menschen teil.

Im Vorfeld der diesjährigen Annual Convention kamen am 17. und 18. Februar in Demsa rund 700 Pfarrpersonen der LKCN zu einer Konferenz unter der Überschrift „Wie erreichen wir unsere eigenen Leute? 100 Jahre Glauben, eine Zukunft für die Mission“ zusammen, darunter 47 Personen, die demnächst ordiniert werden.

Erzbischof Musa berichtete, dass die Frage „Wie erreichen wir unsere eigenen Leute?“ erstmals auf der ersten Annual Convention gestellt wurde und als Gedankenanstoß insbesondere für die indigenen Teilnehmenden dienen sollte. Sie brachte den Wunsch zum Ausdruck, nach dem Empfang der Frohen Botschaft selbst Verantwortung für die Evangelisation zu übernehmen.

Auch heute noch sei es aber eine dringende Frage. „In unserer sich rasch wandelnden Welt sind wir mit Wirbelstürmen der Ungerechtigkeit, des Hasses, der Gewalt, der Naturkatastrophen, Menschenrechtsverletzungen, geschlechtsspezifischer Gewalt und allgegenwärtiger Armut konfrontiert“, erklärte Musa. „Viele Menschen – insbesondere junge Erwachsene – kämpfen mit Hoffnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit und anderen Problemen, die sie erdrücken. Die LKCN kämpft darüber hinaus mit dem immer größer werdenden Problem, dass Lehren von der Wahrheit des Evangeliums abweichen.“

Zwar habe Religion in der nigerianischen Gesellschaft einen zentralen Stellenwert, sagte der Erzbischof, aber die große Diskrepanz zwischen dem Glauben und den alltäglichen Lebenserfahrungen unterstreiche, wie wichtig es sei, Jüngerschaft und konkretes Handeln zu erneuern.

 

Teilnahme ökumenischer Partner am Abschlussgottesdienst
Die Losung des 100. Kirchentreffens wurde tänzerisch umgesetzt
Bettina Westfeld auf dem Pfarrertag in Demsa neben Bischof Oliver Schuegraf aus Schaumburg-Lippe (Delegationsleiter)

Werke und Einrichtungen bieten Kurse und Unterstützung an

Dienst, Werke und Einrichtungen der Landeskirche bieten in ihren Programmen Workshops und Veranstaltungen an,

  • die kontroverse Themen inhaltlich aufnehmen und Informationen wie Austausch anbieten und so eigene öffentliche Gesprächsräume entstehen lassen
  • die Kompetenzen im Bereich Gesprächsführung, Moderation, Kommunikation stärken und einüben um Menschen in Ihrer Rolle vor Ort zu stärken

Weiter lassen sich Mitarbeitende der Werke und Einrichtungen als Expertinnen und Expertinnen zu verschiedenen Themen für Veranstaltungen vor Ort gern ansprechen.

 

 

 

Informationen dazu finden Sie in den Programmen u.a. folgender Einrichtungen (in Auswahl)

 

Evangelischen Erwachsenenbildung               
https://www.eeb-sachsen.de/angebote.html

  • thematischen Angebote
  • Kurse z.B. zu Dilemma-Diskussion (Kursstart im Herbst 2022), TZI (Themenzentrierter Interaktion), Friedlicher Kommunikation, Gruppenleitertraining, Praxis respektvoller Kommunikation; 

Ehrenamtsakademie Sachsen           
www.ehrenamtsakademie-sachsen.de

  • Abrufangebote, Webinare, Veranstaltungen verschiedener Anbieter mit dem Schwerpunkt Ehrenamt und Leitung, Gesellschaftliche Verantwortung

Evangelische Akademie Sachsen               
https://ea-sachsen.de/veranstaltungen/

  • Veranstaltungen online und in Präsenz zu aktuellen Zeitfragen
  • Referenten, die Ihre Expertise auch bei Ihren Veranstaltungen einbringen können

TPI Moritzburg               
https://tpi-moritzburg.de/

  • Angebote und Materialien für den Bereich Schule und Bildung, Gemeindepädagogik,

 

 

Landesjugendpfarramt    
www.evjusa.de

  • u.a. Fachbereich politische Jugendbildung
  • Angebote zur Stärkung von Kompetenzen im Bereich der Jugendarbeit (z.B. Juleica)

Ev. Männerarbeit
https://maennerarbeit-sachsen.de/

Ev. Frauenarbeit              
https://www.frauenarbeit-sachsen.de/

Pastoralkolleg  
https://pastoralkolleg-meissen.de/das-pastoralkolleg/

  • bietet thematische und kompetenzorientierte Kollegs und organisiert und begleitet Tagungen mit der Zielgruppe Pfarrerinnen und Pfarrer sowie Prädikantinnen und Prädikanten

AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus Sachsen
https://www.kirche-fuer-demokratie.de/

Diakonie Sachsen
– hier https://www.diakonie-sachsen.de/projekte_demokratie_gewinnt_de.html

  • Angebote für Mitarbeitenden der Diakonie z.B. auch in Fragen der Demokratiebildung

Beispiel für Formate

„Wenn wir nicht mehr respektvoll miteinander reden, geht viel verloren. …Wertschätzung und Kritik müssen sich da nicht im Wege stehe. Sondern wenn sie zusammenfinden werden Barrieren abgebaut“
(Pfr. Sebastian Kreß, KG Sebnitz-Hohenstein zu einer Reihe von Gesprächsabenden zu aktuellen Themen. Quelle SZ vom 28.6.2022)

In Kirchgemeinden und Kirchenbezirken wurden in den vergangenen Monaten unterschiedlichste Gesprächsformate, Bürgerdialoge etc. zu aktuellen kontroversen Themen angeboten, so z.B. in der Kirchgemeinde Sebnitz, im Kirchenbezirk Freiberg, Kirchgemeinde Dresden-Leuben, Kirchgemeinde Weinböhle, Kirchgemeinden in Zwönitz, Bautzen oder in Plauen. Erfahrungen lassen sich bei den Gemeinden und Mitarbeitenden dort anfragen.

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